Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Naschmarkt :(

Normalerweise mach ich ja um die beiden Brennpunkte des Wiener Bobo-Universums einen großen Bogen. Naschmarkt und Museumsquartier müssen ohne mich existieren.

Heut bin ich irgendwo falsch abgebogen und war mitten drin im Naschmarkt-Gewusel. Nun muß man fairerweise sagen: Dort, wo's Lebensmittel zu kaufen gibt, ist die Sache ja noch fast erträglich. Da fotografieren halt Japanerinnen jede Erdbeere einzeln ab, während daneben eßgestörte Lehrerinnen von einem verzweifelten türkischen Verkäufer Details aus der Jugend eines bestimmten Gewürzsträußchens erfragen. Soll sein, so ein Verkäufer läßt sich zur Not auch trösten.

Was absolut gar nicht geht ist die Gastro-Szene, die sich dort etabliert hat. Dort wird alles angespült, was Wien an gesellschaftlichem Abschaum zu bieten hat: echte Hipsters (die ich in der Form erstmals in freier Wildbahn gesehen hab; bisher kannte ich die nur als Karikaturen im Web), schick zurechtgestylte Marketingtussen, Zahnarztgattinnen in frischem Schönbrunnergelb, Wannabe-Modeltypen mit Sonnenbrillen und festgeklebten Haarsträhnen, … ein wahres Horrorkabinett. Hedonismus und Selbstdarstellung, Egomanie und Eitelkeit ohne Grenzen. Man ist versucht, aus Asien importiertes Geflügel dort anzufüttern.

Note to self: Nur in einer Gruppe wieder hingehen, zusammen mit Menschen, mit denen man bösartigst über diese Eiterbeulen der Gesellschaft ablästern kann. ;)


Nutella-Diebstahl: Wir sind aufgeflogen

Nutella: Foto von Nic Sherman; lizensiert unter Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic; Link: www.flickr.com/photos/nicksherman/6557828889/Tja. Auch unser perfektestes Verbrechen fliegt auf, wenn uns ein gewiefter Profiler zu gut kennt und eins und eins zusammenzählt.

Gestern landete eine E-Mail in meinem Postkasterl. Sie enthielt einen Link auf einen Bericht über den doch eher ungewöhnlichen Nutella-Diebstahl in Hessen:

Rund 5000 Kilogramm Nutella haben Diebe im osthessischen Niederaula vom Anhänger eines Lastwagens gestohlen. […] Die Unbekannten hatten das Schloss des abgestellten Containers aufgebrochen und Tausende Gläser der süßen Schokocreme von dem Auflieger geräumt, wie die Polizei in Bad Hersfeld mitteilte. Wert der Beute: Rund 15 000 Euro.

Gleich drunter in der Mail dann:

Warum sagt ihr denn nicht, dass ihr in Deutschland wart??? :)

Tja, was soll ich sagen? Aufgeflogen! Die Mail kam natürlich aus Trassenheide, vom detektivischsten Koch der Insel. Der kennt unsere Sucht nach dem klebrigen Zeug (siehe unter anderem dieser Kurzeintrag) und hat messerscharf kombiniert: So einen frechen Coup können nur die coolen Gangsta aus dem Alpenland abgezogen haben. ;)

Ich sag mal: Wenn uns keiner an die Bullen verpfeift, geben wir vielleicht einen Teil der Beute ab. :)