Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

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Frühstücksgedanken

15 Gramm Nutella decken 2% des täglichen Ballaststoffbedarfs. Man muß also jeden Tag 750g Nutella essen, um sich gesund zu ernähren. :)
 

Grillabend: Best Eapfüsolod evarrr!

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Kysira, bleib dran, der Eapfüsolod kommt erst weiter unten! :)
Ah! Der Urlaub wär nicht vollständig ohne die berühmten Friesenhof-Grillabende! Nach dem Schwimmen in der immer noch welligen Ostsee gabs zuerst eine kleine Einstimmung: Ein Pläuschchen mit dem besten Smutje wo gibt über dies und das und über Vor- und Nachteile verschiedener Grillgerätschaften. (Bei Letzterem scheint halt auch das Modische eine Rolle zu spielen. *gg*)
Kurze Zeit drauf hat uns schon die Sonne auf der Terrasse gewärmt und wir konnten Meister Smutje beim Arbeiten zusehen. Als Rahmenprogramm gabs dazu Antipasti, supergeile Nudel-, Paradeis- und Eapfüsalate (Eapfüsolod! Mhm!) als Vorspeis, für mich die traditionellen Würschtl (mit denen das Unheil bekanntlich seinen Lauf genommen hat) und schließlich kiloweis Obst als Dessert.
Ganz stolz bin ich drauf, daß Smutje mich mal direkt in die Küche funken hat lassen. (Mit so einem Walkie-Talkie, wie's die „Drei ???“ haben.) Ich bin hier jetzt wichtig! :)
Grad sitzen wir noch bei Alsterwasser und gstopft vollem Bauch da und genießen den Abend. Urlaubsstimmung! Wir sind sehr zufrieden! :)
 

Karlshagen

Mit dem Rad nach Karlshagen. Der Eiskaffee dort wird serviert von Frühstücksprinz Nummer 1. Wie klein die Insel doch ist. Und wie groß er geworden ist in den letzten 10 Jahren. ;)
 

Best Eapfüpüree evarrr

So, der Titel soll Kysiras Aufmerksamkeit über die nächsten Absätze hinweg wach halten. Eapfüpüree kommt nämlich erst später.
Am Anfang war der Klops, der Königsberger Klops. Wie uns der nämlich heute Nachmittag vom besten Koch der Insel als Tagesgericht angekündigt wurde, stand sofort fest: G'essen wird dahoam. Nix Pizza oder sonstwas. Den Königsberger kriegt man ja nicht immer, stimmts? :)
Am Abend also brav bestellt... und es war wieder einer von diesen verhexten Tagen. Der Gast bestellt, die Küche lenkt. *LOL* Als Vorspeise gabs ein gschmackiges Garnelen-an-Gemüse-Tellerchen, das frisch und knackisch rüberkam und dabei noch den Eindruck erweckte, irgendwie mediterran und daher selbstverständlich gsund zu sein. Statt des von uns als Nachspeis bestellten Eisbechers servierte man uns eine Beerensammlung rund ums Zitronen-Minz-Parfait. Und als Hauptspeis natürlich die Klopse. Wobei sich zu den leichten Klopsen ein Kartoffelpüree gesellte, mit dem auch dem Wratschko seins nicht mithalten kann. Die Frau Kysira weiß ja: Eapfüpüree stimuliert den Ausstoß von Glückshormonen. Man kann sich tagelang von nichts anderem ernähren. Und wenns dann auch wirklich gut ist, dann umso besser.
Wir verlassen die Terrasse also jetzt mediterran gsund, vollgepumpt mit Glückshormonen, satt von den seltenen Klopsen und mit einem frischen Zitronen-Minz-Geschmack auf der Zunge. Na? Es gibt schlechtere Arten, einen Urlaubstag ausklingen zu lassen. :)
 

Wassertag III

So. Es muß sich was ändern. Pool, Kuchen, Meer, Pool, Kuchen, Meer... Das kann ja nicht 3 Wochen lang so weiter gehen?! Andererseits ist es schön, also gings heute mal so weiter... :)
 

Brücke runna

13:10 Uhr, Brücke runna. Hier ist einfach immer was los.
 

Brücke hoch

12:55 Uhr, Brücke hoch.
 

Abendessen Primavera

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Zum letzten Mal waren wir in der Primavera vor einem Jahr. Kaum betreten wir heute die Terrasse, verursacht das Händeschütteln und „Oh, Sie sind wieder da!“ einen gröberen Stau im Servierbetrieb.
Die Krönung: Ich hab mir noch nicht mal den Sessel unterm Apfelpopo zurechtgerückt, geschweige denn mich nach einer Speisekarte umgesehen, kommt die Dame des Hauses schon freundlich lächelnd auf mich zu: „Ein San Pellegrino mit zwei Gläsern, wie immer? Dann eine Pizza Salsiccia für Sie? Und ein Tartufo?“ Nach über einem Jahr! Ich war schon irgendwie platt. (Und: Nein, ich esse nicht nur Salsiccia und Tartufo. Aber beides gern, und beides gern zur Feier des ersten Besuchs.)
Bestellung also effizient abgewickelt, Wartezeit mit Bruscetta-Tellerchen verkürzt, Essen und Service unverändert und hervorragend. ;)
Einziges Manko: Am Tisch schräg gegenüber saßen Menschen mit modischer Kleidung, Klaas-Klever-Brillen und tieforanger Gesichtsfarbe. Muß ja nicht. Beim Essen! :)
 

Wassertag II

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Die Abfolge Pool, Kuchen und Strand hat Potential. Heute gleich wieder. Das Schöne ist, daß alle anderen Gäste am Strand rumhängen, während wir noch im Pool treiben. Und wenn wir dann an den Strand radeln, ist dort kaum noch wer.
Meer: wie gestern. Riesengroße Wellen (wir sind vorsichtshalber diesmal nicht so weit rein), wunderbar warm, ein Traum! Man möchte gar nicht wieder raus, muß aber dann irgendwann doch. Des Abendessens wegen... ;)
 

Anreisemöglichkeiten

Wir erregen ja hier im Norden gelegentlich mal Aufmerksamkeit, weil wir eine im Vergleich zu anderen Gästen lange Anreise haben.
Alles nichts gegen die Dame, mit der wir uns gerade auf der Terrasse unterhalten haben: Die ist geritten, und zwar acht Wochen lang von Bayern bis hierher. Stell ich mir sehr aufregend vor.
 

Wassertag

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Wir haben unsere Fahrräder! Das hat unseren Aktionsradius natürlich mit einem Schlag vergrößert. Heute erledigt: Wasser holen beim Netto Markt, im Wasser schwimmen im Hotelpool... Und dann endlich: Mit dem Wasser kämpfen im Meer!
Wir hatten der Ostsee ja gestern schon einen Besuch abgestattet, aber erst heute waren wir in Badelaune. Bacherlwarm, das Wasser, aber ein Wellengang! Hui! Die Formulierung mit dem „kämpfen“ weiter oben ist nicht nur einfach so zustande gekommen. Wenn einen diese Wellen so überrollen, hat man ganz ordentlich zu tun, um nicht weiter und weiter hinausgezogen zu werden.
Goodie am Strand: ein entzückend freundliches Hundsi, das ohne Vorwarnung aus 50m Entfernung auf mich zugelaufen ist und seine Aufgabe darin gesehen hat, meine Ohren sorgfältig von Sand und Salz zu reinigen. Der Besitzerin wars ein kleines bißchen unangenehm, ich hab mich köstlich amüsiert.
Ach ja, apropos amüsieren: Wir müssen Geld mitnehmen beim nächsten Mal. ;)
 

Ostseeabend

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Die Ostsee hat uns wieder! Nach Salat, Kuchen, Powernapping, Tomatensaft und „Drei ???“ gehts ab an den Strand. Keine Sau mehr da, das Meer rauscht für uns allein. So schön!
 

Blauer Himmel, Sonnenschein

Flagge bei der AnkunftAuf die Minute genau um 12:42 hat uns die Usedomer Bäderbahn in Trassenheide ausgespuckt. Nur wenige Minuten später saßen wir schon auf der Terrasse des Friesenhofs, um genau das zu bestellen, was wir seit 2003 jedes Jahr bei unserer Ankunft bestellen: einen „Salat Sportiv“ und einen „Salat Mediterran“. Dazwischen wird begrüßt, umarmt, erzählt, ... Es ist mehr wie ein erster Tag daheim als ein erster Tag im Ausland. ;)

Apropos Ausland bzw. Inland: Der beste Koch der Insel hat unsere österreichische Fahne ein Jahr lang gepflegt und in Schuß gehalten, um sie heute zur Feier unserer Ankunft wieder auf ihrem angestammten Platz zu montieren. So muß Willkommen! ;)

Ansonsten: Es werden kalorienreiche Wochen. Viel Neues auf der Karte, das alles durchprobiert werden will. ;) Der Neue heißt „Hugo“. So ein richtiger Diesel zum Auf-den-Urlaub-Anstoßen. Hicks!

 

Planmäßig

Eine Notiz an mich selbst, falls ich mal wieder über die ÖBB schimpfe:

Im deutschen Intercity begrüßt uns die Zugbegleiterin mit einem effizienten: Sehr geehrte Fahrtgäste! Dieser Zug führt keinen Speisewagen, kein Bordbistro oder sonstige gastronomische Einrichtungen. Und dann, um sich nicht dafür entschuldigen zu müssen: Dieses ist auch planmäßig!

Na gottseidank sind wir ja auf dem Weg in eine planmäßige gastronomische Einrichtung. ;)

 

Manner-Schnitten in Berlin

Manner Schnitten BerlinBerlin, Hauptbahnhof. Der Snack-Automat am Bahnsteig bietet uns als Willkommens-Frühstück Manner-Schnitten an. Die wissen, daß die Ösis kommen. *LOL*
 

Abfahrt!

Los geht's! Wir haben wieder ein „Schlafwagen-Appartement“ mit eigenem Badezimmer (inkl. Klo und Dusche). Superfein! Morgen zu Mittag können wir schon am Friesenhof sein, wenn die Bahn die knappe Umsteigeplanung nicht durch Verspätungen zunichte macht.
 

Gregor: Der Konditor, der mein Blog liest

Sachen gibts, da bleibt mir der Mund offen stehen - bzw.: würde mir offen stehen bleiben, hätt ich nicht gerade ein Stückerl hervorragender Schaumrolle drin. Die aus Gregors Konditorei nämlich. Und mit Gregors Konditorei hat der offene Mund auch ursächlich zu tun. Das heißt - eigentlich mit Gregor Lemmerer, dem Inhaber und Konditor, nicht mit seiner Konditorei. Aber ich glaub ich fang lieber nochmal von vorn an:

Ich schlender an der Konditorei vorbei und entschließe mich spontan, zum ersten Mal seit langer Zeit wieder mal dort einzukehren. Die Schaumrolle bestell ich bei einer netten Kellnerin, die mir zusätzlich den wirklich guten Eiskaffee ans Herz legt. Die süße Verführung wird serviert, ich stürz mich drauf … und nehm aus den Augenwinkeln den Chef des Hauses wahr, der rechts von mir mit Gästen plaudert und dann links einen Tisch abwischt. Dabei entspinnt sich folgender Dialog:

Gregor:

„Hallo!“

​​

Ich:

(Ohne aufzusehen) „Hallo!“

Gregor:

„Na, alles in Ordnung?“

Ich:

„Ja, alles super, danke!“ (Denke mir noch unschuldig: Der ist halt schon recht freundlich zu seinen Gästen)

Gregor:

„Jetzt warst aber schon lang nicht mehr da.“

Ich:

(Sprachlos)

Gregor:

(Mit breitem Grinser) „Aber geschrieben hast wieder einmal was über uns.“ - Und verschwindet hinter der Bühne.

Damit man das richtig einordnen kann: Ich bin kein Stammgast in dieser Konditorei. Leider. Sie ist einfach zu weit weg von meinen Trampelpfaden. Seit meinem ersten Besuch 2010 hats mich vielleicht 5-8 Mal dorthin verschlagen, das letzte Mal ist ganz sicher schon über ein Jahr her. Ich hab auch bei keinem meiner Besuche recht viel mehr als Einen Toast und ein Obi gspritzt, bitte und Stimmt so, danke gesagt. (Nicht aus Grant oder Unfreundlichkeit, sondern weil ich trotz allem noch das Gfühl hab, daß selbst ein Konditor nicht nur und ausschließlich für mich da ist während seiner Arbeitszeit. *gg*) Ich war also ehrlich und aufrichtig perplex, daß Gregor sich einerseits an mich erinnern, andererseits aber auch mich mit diesem Blog in Verbindung bringen konnte. Namentlich vorgestellt hab ich mich ja nie, und nichtmal meine Arbeitskollegen erkennen mich mehr auf den 1990er-Fotos oben in der Titelleiste. :)

Daß ich gleich nach unserer Unterhaltung wieder mein Handy gezückt und eifrig getippt hab, muß er gesehen haben. Auf einmal steht er nämlich wieder da und sagt: Na? Schon der nächste Artikel? Der Konditor, der mein Blog liest? (Guter Titel, denk ich mir im Stillen … Der Mann sollte bloggen. *gg*) Dann klärt er mich auf: Natürlich sucht er in regelmäßigen Abständen das Internet danach ab, ob er irgendwo erwähnt wird mit seinem Gschäft. Das muß wohl sein heutzutage. Und Google findet dabei nun mal auch mich. Was er mir noch verrät (und das finde ich dann doch bemerkenswert): Die Nachfrage nach der zu diesem Artikel abgebildeten Torte ist kurzfristig gestiegen, nachdem ich ihn veröffentlich hatte. Offenbar habe ich tatsächlich Leser! :)

Und was lernen wir aus der Gschicht? Der junger Herr Konditor hat wieder einen zufriedenen Gast noch zufriedener gemacht. Denn auch wenn eine Konditorei Süßwaren verkauft, in erster Linie ist sie ein Dienstleistungsbetrieb. Da gehts auch ums Bauchpinseln und Kundenbinden. Wenn einen der Chef auch nach verhältnismäßig langer Zeit wiedererkennt, richtig einordnet und sich dann auch noch als Gelegenheitsleser dieses Blogs outet, kriegt er ein großes Sternderl ins Mitteilungsheft. So läuft das nun mal bei mir. ;)

PS: Dieser Artikel erscheint ohne Bild. Der Herr Schlosser wars nämlich, dem ich die Gschicht brühwarm erzählt hab, wie Gregor mich beim Tippen erwischt hat. Und weil ich dem Herrn Schlosser nicht nur den nackerten Dialog, sondern auch das ganze Drumherum bildlich geschildert hab, hat er ein ganz bestimmtes Foto angefordert. Dafür bin ich dann aber offiziell zu gut erzogen (und außerdem war ich zu feig). Daher: fotolos. :)

 

Tahkalampi, der Feriengruß von Jolla

Jolla Phone: Jedes Android Programm im eigenen FensterNicht ganz vier Autostunden nordöstlich von Helsinki liegt der kleine See Tahkalampi. Ich hab nicht mal Fotos von dort gefunden im Internet. Egal, denn Kenner wissen: Mir gehts nicht ums Gewässer, mir gehts ums Betriebssystem-Update für mein Jolla-Handy.

Tahkalampi (oder Version 1.0.8.19) ist die Überraschungsausgabe vor der Sommerpause; das Update, das es eigentlich ursprünglich nicht mehr geben hätte sollen. Entsprechend wenig wirklich Neues bringt es mit sich. Immerhin: Der komplette Netzwerk-Code für WLAN und mobile Datenverbindungen wurde einer Runderneuerung unterzogen. Android-Programme passen sich nun besser der Sailfish-Oberfläche an, weil jedes von ihnen in einem eigenen Fenster läuft. (Bisher hat man alle Android-Programme verabschiedet, wenn man aus Versehen das eine sichtbare Fenster des Android-Emulators geschlossen hat.) Endlich auch wieder da: Die vom N9 gewohnte Möglichkeit, Lesezeichen des Browsers im Programmstarter abzulegen.

Knapp 150 wahrnehmbare neue Features und Bugfixes sind es diesmal. Eines fehlt schmerzlich: Die erst vor genau einer Woche angekündigte Statusanzeige im Ruhemodus. Zwar ist der Code dafür im Betriebssystem vorhanden, seit es das Jolla-Phone gibt. Zwar tauchen auch immer wieder Anleitungen dafür auf, wie man ihn aktivieren kann. Eine saubere Einbindung in die Systemeinstellungen hat halt gefehlt und war aufgrund der Vorankündigung erwartet worden. War wohl nix. Jetzt heißts entweder die mce-tools installieren oder aufs nächste Update in zwei Monate warten … :)

 

Mein Jolla Phone ist rosa :)

Jolla Other Half in rosaEs mußte ja so kommen: Ich hab jetzt auch eine rosa „Other Half“ für mein Jolla Phone. Diesmal hab ich allerdings einen anderen Shop ausprobiert: Nicht Dirk van Leersums „Funky Other Half“ wie beim letzten Mal, sondern David Llewellyn-Jones’ „The Other Side“. Der Unterschied: Dirk druckt die bunten Rückseiten selbst, David leitet die Bestellung an Shapeways weiter. Shapeways hat die teurere und professionellere Ausrüstung, und das merkt man auch: Die Details sind wesentlich feiner gearbeitet, die typischen Jolla-Rundungen kommen deutlich zur Geltung, die ganze Form ist dünner und läßt daher auch genügend Platz für die seitlichen Knöpfe am Gerät.

Bei all dieser Präzision wirkt es umso überraschender, daß die Other Half von Shapeways nicht ganz so perfekt sitzt wie die von Dirk van Leersum. Meine wackelt nicht und fällt auch nicht ab, aber ich spüre beim Aufsetzen deutlich: Viel Halt hat sie nicht. Tatsächlich warnt David auch selbst auf seiner Website: Some covers have been found to be loose fitting and unfortunately I'm not able to provide replacements in this case. Es scheint also ein bißchen von der Tagesverfassung bei Shapeways abzuhängen, ob das Cover gerade noch paßt oder wirklich zu locker sitzt.

Im direkten Vergleich nehmen sich Dirk und David nicht viel weg: Was Dirks privater 3D-Drucker an Details bei den Formen hergibt, reicht nicht an die Ergebnisse von Davids Shapeways-Aufträgen heran. Dafür liefert er kreative Lösungen wie das drahtlose Laden via Qi-Pad oder „lebendige“ Cover, deren Farbton sich je nach Temperatur verändert. Der wichtigste Aspekt für Jolla-Besitzer ist aber sowieso: Es gibt plötzlich einen Markt, verschiedene Anbieter, die mit unterschiedlichen Konzepten und Techniken an die Sache herangehen. Nice! :)

PS: Und ein passendes Ambience gibts auch, sogar schon ziemlich lang. „Red Autumn“ aus der Sammlung von Sepehr Noori. Schaut schon sehr arg kitschig aus auf meinem Handy. :)

 

Tolino Vision: eBooks jetzt fast gratis

Tolino Vision Schuld ist, wie immer, der Schlosser: Mit diesem Artikel hat er mich (siehe meine Kommentare drunter) mit dem Konzept eines eBook-Readers versöhnt. Ich war ja eigentlich immer dagegen: Der gesamte eBook-Markt lebt von DRM, bringt die Buchhändler um und nimmt dem Konsumenten jedes Recht am erworbenen Buch. Böse, böse, böse also. Aber praktisch dann, wenn die nächste Buchhandlung ein paar Kilometer weit weg und auch bei heftigem Regen nur per Fahrrad erreichbar ist. Sowas hatten wir schon mal im Urlaub, sowas könnte uns wieder passieren … und deswegen hab ich zum Geburtstag einen eBook Reader geschenkt bekommen: den Tolino Vision.

Im Gegensatz zum Markführer Kindle (von Amazon) hat die unter anderem von Thalia unterstützte Tolino-Serie eine Reihe von Vorteilen: Ich kann bei mehr als nur einem Shop einkaufen, eBooks in mehreren Formaten lesen, vor allem aber - und das ist grenzgenial - Bücher direkt und kostenlos von der Bücherei der Stadt Wien herunterladen. Aber sehen wir uns das alles im Detail an:

The Good

Ein gedrucktes Buch ist ein gedrucktes Buch und ein elektronisches Display ist ein elektronisches Display. Aller Werbung zum Trotz schafft auch die modernste E Ink Carta Technologie es nicht, diesen Unterschied vergessen zu machen. Aber: Verglichen mit allem anderen, was es an Handy- und Tablet-Bildschirmen gibt, ist die „elektronische Tinte“ einfach das Beste, was der Markt zu bieten hat. Näher an den Lesekomfort des gedruckten Buches kommt man nicht heran. Ob das Display des Tolino Vision wirklich so viel besser ist als das der Vorgängergeneration, kann ich nicht beurteilen. Testberichte sprechen von marginalen Unterschieden knapp an der Wahrnehmungsgrenze. Anyway: Auf diesem Display läßt es sich gut lesen, ohne die Augen anzustrengen.

Ein großer Komfortfaktor: die verstellbare Hintergrundbeleuchtung. Ich brauche sie in der Regel nicht, aber kann sie auf niedrigster Stufe zuschalten, wenn es langsam dämmrig wird … oder wenn ich mich im Bett auf die rechte Seite drehe und den Tolino vor mich auf die Matratze lege. Dann nämlich fällt mein eigener Schatten auf den Text. Eine leichte Aufhellung tut gut. (Tatsächlich war das bei gedruckten Büchern immer eine mühsame Sache, weil die Nachttischlampe so ungünstig steht. Jetzt: kein Problem mehr.)

Clever auch die fixe Kopplung eines Cloud-Speichers an das Gerät. Dabei geht es nur in zweiter Linie darum, die erworbenen Bücher auch anderswo sicher abgespeichert zu haben. Wirklich praktisch ist, daß z.B. Thalia einen Reader auch für Android-Smartphones anbietet. Der läuft sowohl auf meinem Jolla-Telefon als auch am Diensthandy ohne Probleme. Ich lese also am Abend im Bett auf dem Tolino ein Buch, das auch in der Cloud gespeichert ist. Am nächsten Tag, am Weg zum Büro, zieh ich mein Handy aus der Tasche, zapfe die Cloud an und lese dort weiter, wo ich aufgehört habe. Für die paar Seiten halte ich das Handy-Display schon aus beim Lesen. Sehr praktisch.

Gerade eben erst entdeckt habe ich das wahrscheinlich heißeste Feature überhaupt: Im Gegensatz zum Kindle von Amazon ist der Tolino kompatibel mit allen öffentlichen Büchereien, die auf das im deutschsprachigen Raum verbreitete Onleihe-System setzen. Dazu gehört die Bücherei der Stadt Wien. In der Praxis bedeutet das: Direkt mit dem Tolino-Browser die Homepage der Bibliothek ansurfen, einloggen, gewünschtes Buch herunterladen … und schon steht es für 14 Tage zur Verfügung. (Darauf bezieht sich übrigens das fast gratis im Titel. *gg*) Danach wird der Zugriff vom DRM-System gesperrt, eine „Rückgabe“ in irgendeiner Form ist also nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht notwendig.

Natürlich gehört bei den positiven Dingen auch erwähnt, womit die Tolino-Allianz Werbung macht: daß das Ding nämlich im Rahmen der Maktgegebenheiten relativ „offen“ ist. Der Tolino unterstützt den freien EPUB-Standard, ermöglicht den Kauf aus mehreren Online-Shops (z.B. Weltbild, Donauland, Thalia), kann aber auch direkt per USB vom Computer aus mit EPUB-, Text- und PDF-Dokumenten aus allen möglichen Quellen bestückt werden. Ich habe zum Beispiel ein mir als ASCII-Text vorliegendes Buch in ein hübsches EPUB-eBook mit Titelgrafik, Kapiteleinteilung und Inhaltsverzeichnis konvertiert und überspielt. Jetzt endlich lese ich es. Wer liest denn sowas schon am PC? :)

The Bad

Bleiben wir gleich beim Thema: der beworbenen Offenheit. Die gibt es in Wahrheit natürlich nicht. Der Tolino ist im Vergleich zum Mitbewerb relativ offen. Das ändert nichts daran, daß er auf einem geschlossenen Betriebssystem (auf Basis von Android) beruht und daß ohne DRM im praktischen Einsatz so gut wie gar nichts läuft. Dazu muß man aber auch klar sagen: So sieht der Markt nun mal aus. Entweder man akzeptiert das … oder man verzichtet auf kommerzielle eBooks aus den großen Verlagen.

Negativ stößt nur auf, wie aggressiv der Tolino von den Vertriebspartnern als „das offene System“ beworben wird. Das ist er nun mal nicht. Und es ist nicht unanständig, das auch zu sagen.

Ebenfalls nicht 100%ig gelungen ist der Browser. Es ist verständlich, daß die Entwickler hier keinen Fokus gesetzt haben. Der Browser ist kaum mehr als eine Zugabe, versteckt in den Systemeinstellungen. Allerdings ist er auch die einzige Möglichkeit, Bücher von anderen Quellen als den Tolino-Partnern direkt aufs Gerät zu laden. (Wie z.B. beim Ausleihen eines Buches von der städtischen Bücherei.) Daß man hier keine Möglichkeit hat, die wichtigsten Seiten als Lesezeichen zu speichern, ist unverständlich.

Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch erwähnt: Was jeden eBook-Reader so angenehm zu lesen macht, das Display aus elektronischer Tinte nämlich, ist auch sein Hauptnachteil: Der Bildschirm ist schwarz/weiß, kann nur 16 Graustufen darstellen und baut sich verhältnismäßig langsam auf. Das ist beim Umblättern gerade noch erträglich. Das Zoomen in Umfangreichen PDF- oder Webseiten wird aber schon zum Geduldsspiel.

The Ugly

Ganz Schlechtes am Tolino Vision läßt sich nicht finden. Ja, es ist ein Android-Gerät. Ja, es ist in ein DRM-verseuchtes Ökosystem eingebettet. Wer sich damit aber abgefunden hat (und diese Gewissensentscheidung steht unabhängig vom Tolino an, die hängt am Gerätetyp, nicht an der Marke), wird mit keinen ernsthaften Schwachstellen konfrontiert.

Ich mag meinen Tolino. Und bezüglich der Mumie hatte ich Recht. (Was den Herrn Minirat zu der trockenen Bemerkung veranlaßte: Das beruhigt mich aber, daß Du Kinderbüchern intellektuell noch gewachsen bist.)

 

Geburtstagfeiern: Da Capo

Freiraum Ein letztes Mal wurde mein Geburtstag heute gefeiert (und die „Happy Birthday“-Girlande sofort danach mit einem lauten Seufzer der Erleichterung abgenommen):

Ein ausgiebiges, fast zweistündiges Frühstück im „Freiraum“ auf der Mariahilfer Straße war angesagt. Genuß, Stressabbau und vor allem Einstimmung auf den Urlaub, das war die Idee dahinter. Der Plan ist voll aufgegangen. Was soll auch schiefgehen bei Tee, Semmerln, Kipferln, Nutella, Marillenmarmelade, Bacon&Eggs (vier Eier warens in Summe allein für mich), Beinschinken, Ricotta, Schokokuchen, bunten Früchten und einem frisch gepreßten Orangen-Karotten-Saft? :)

OK, natürlich könnte einiges schief gehen. Tut es aber nicht. Die Spiegeleier sind so, wie sie laut Ringstraßenpalais gehören (dünn, Dotter oben fest, in der Mitte weich), die Marmelade ein Genuß, das Nutella reichlich, der Tee wunderbar und die Früchte reif und süß. Die Bedienung wuselt schnell und erweist sich auf den zweiten Blick als unkompliziert, freundlich und um den Gast bemüht. (Auf den zweiten Blick deshalb, weil lächeln grad uncool zu sein schient. Das vermittelt zunächst ein falsches Bild.)

Ebenfalls ein falsches Bild vermittelt das Lokal insgesamt, wenn man es von der Straße her sieht. Es erinnert an eine abgefuckte Autobahnraststätte, die aus irgendeinem Grund von Hipsters belagert wird. Nichts weist darauf hin, wie weitläufig alles ist, wie viele unterschiedliche Abschnitte es zu entdecken gibt. Ganz hinten, dort, wo man nichts mehr zu sehen bekommt und vor allem selbst nicht mehr gesehen wird, ist Hipster-freie Zone. Dort sitzen nette Menschen, die einem beim Frühstück nicht den Speck wieder hochkommen lassen. Dort saßen auch wir, im Eck, am Fenster, und haben zwei Stunden lang den Geburtstag ausklingen lassen. Frühstück ist eine gute Sache! :)

 

Unser Sandmännchen im Büro

Sandmännchen am Schreibtisch Ein ganz besonders nettes Geburtstagsgeschenk hat heute seinen verdienten Platz gefunden:

Lesern dieses Blogs ist ja meine Liebe zum Sandmann nicht so ganz neu. (Wobei man aufpassen muß, daß man den richtigen erwischt. Das ist der mit dem Spitzbart.) Ich hab also so ein kleines, nettes Sandmann-Täfelchen aus Metall bekommen, auf dem der Held eine Ladung seines Traumsandes in die Gegend wirft.

Wohin damit? Zuhause aufhängen? Nevarrrr! Das Geschenk hängt jetzt direkt neben meinem Monitor im Büro. „Unser Sandmännchen™“ (so der Text unterm Bild) sieht mir direkt in die Augen und streut den Sand in Richtung meiner Outlook- und Powerpoint-Fenster. Ich halte das für eine gute Lösung. *LOL*

 

Sokrates

Taverne Sokrates in Wien, Sunken City „Sokrates“ war eines der ersten Wörter, die ich im Russisch-Unterricht zu lesen lernte. (Сократ: Я знаю что я ничего не знаю.) „Sokrates“ ist auch das erste Lokal, das ich im Areal der Sunken City / Copa Cagrana besucht habe. Wenn das mal kein Wink des Schicksals ist. *LOL*

Helena hat uns hergeführt heute. Wir waren früh genug da, um die Nachmittagssonne auf dem Wasser spielen zu sehen und noch relativ ungestört von anderen Gästen die Speisekarte durchprobieren zu können. (Das hat auch Nachteile: Der Kellner war so begeistert davon, endlich Gäste zu haben, daß er mir im Überschwang der Gefühle Vorspeise und Hauptspeise auf einmal brachte. *gg*) Natürlich hat der nette Ausflug auch wieder bewiesen, wie gstört wir mittlerweile alle sind im Hirn: Statt einfach nur den netten Blick übers Wasser zu genießen, haben wir uns ernsthaft darüber unterhalten, ob denn das Staffing im Lokal optimal geplant ist. (Ich persönlich hätte eine Schicht um mindestens zwei Stunden nach hinten verschoben. Aber mich fragt ja keiner.)

Wir werden die Entwicklung hier im Auge behalten über den Sommer. Und ich bin irgendwie stolz auf mich: Ich war tatsächlich in einem Lokal auf der Donauinsel. Zackedizüh.