Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

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Ehrung für Deep Blue bei „Rasen am Ring“

Über die Plattform respekt.net habe ich die Patenschaft über knapp 6,5 Quadratmeter Rasen erworben, die heute im Rahmen von „Rasen am Ring“ am Burgring ausgerollt wurden.

Ich widme sie mit Stolz einem der treuesten Leser dieses Blogs, Herrn Deep Blue. Blue, für Deinen Rasen wurde heute der Ring gesperrt! Über diese paar Quadratmeter deep blue Green sind heute politisch engagierte Menschen flaniert! Ich hoffe, Du freust Dich über die Ehrung. :)

 

SDXC-Karten am Jolla Phone

Jolla Phone mit offenem RückencoverVor wenigen Tagen erst habe ichs angekündigt:

[Ich werde] mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern.

Gesagt, getan, ein Mann, ein Wort (widedidewitt bum bum). Auf der Mariahilfer Straße flanieren, SD-Karte kaufen … und ab ins Abenteuer. :)

SD-Karten, die Grundlagen

Zunächst muß man wissen: SD-Karte ist nicht SD-Karte. Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Format (SD, mini-SD und micro-SD) gibt es noch drei technische Spezifikationen:

  • SD-Karten mit maximal 2GB Speicherkapazität
  • SDHC-Karten mit maximal 32GB Speicherkapazität
  • SDXC-Karten mit maximal 2TB Speicherkapazität (in der Praxis derzeit 128GB)

Die Unterschiede betreffen nicht nur die Speichergröße, sondern auch andere Teile der Spezifikation. Sie können zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn man ein Karte eines Typs in einem Gerät nutzen möchte, das dafür nicht ausgelegt ist. Eine Grafik auf dieser Seite der SD Association stellt die Kompatibilitätsanforderungen dar:

neue Generationen von SD-Karten sind nicht mit alten Geräten kompatibel

SDXC am Jolla

Was bedeutet das konkret fürs Jolla-Phone? Von Jolla wissen wir, daß SD- und SDHC-Karten problemlos funktionieren, SDXC-Karten jedoch nicht. Was Arbeitsauftrag genug ist, ausgerechnet eine SDXC-Karte zu kaufen und herauszufinden, was da dahintersteckt. :)

Ich habe mich für eine Sandisk Ultra SDXC mit 64GB entschieden. Damit sollte ich auskommen, wenn ich bisher mit 16GB zufrieden war. Warum aber mag Jolla die SDXC-Karte nicht? Wenn man sie einlegt, passiert nichts. Sie wird nicht erkannt.

Die Lösung ist gottseidank ausschließlich im Bereich der Software zu finden: Laut Standard müssen SDXC-Karten das Dateisystem exFAT von Microsoft verwenden. Microsoft hat die Spezifikation dafür nie offengelegt, hat es durch Patente vermint und verlangt heftige Lizenzgebühren von Firmen, die es in ihren Produkten verwenden wollen. Heißt für Jolla: Die legale Verwendung von exFAT ist zu teuer, die Verbreitung der existierenden exFAT-Treiber für Linux am Jolla-Handy illegal.

Was aber heißt es für einen Jolla-Benutzer? Zunächst wäre es möglich, exFAT einfach nachzuinstallieren. Ich habe auf den Seiten des Mer-Projekts die Pakete exfat-utils und fuse-exfat für Sailfish OS gefunden, die auch auf meinen anderen GNU/Linux-Systemen für den Zugriff auf exFAT-Partitionen sorgen. Was mich davon abgehalten hat: Es gibt keine Erfahrungsberichte. Zwar gilt fuse-exfat an sich als stabil, aber wer weiß, ob gerade dieses Paket am Jolla Phone ausreichend getestet ist. Ich möchte bei einem Dateisystem möglichst nicht der erste sein, der durch Bugreports zur Weiterentwicklung beiträgt.

Möglichkeit zwei ist, die SDXC-Karte auf ein Dateisystemzu bringen, das der von Jolla verwendete Kernel von Haus aus versteht. Zur Auswahl stehen FAT32, ext4 und btrfs. Btrfs hat mich gerade erst in die Situation gebracht, daß ich eine SD-Karte brauche, also schließe ich es aus. (Obwohl es ziemlich geil wäre: Ich könnte damit Karte und eingebauten Speicher als ein gemeinsames Dateisystem verwalten.) Ext4 ist ein erprobter Standard im GNU/Linux-Umfeld - allerdings nur dort. Für Windows-Systeme, Kameras, MP3-Player und die meisten anderen Geräte wird die Karte mit ext4 unlesbar. Bleibt das gute alte FAT32: steinzeitlich, simpel gestrickt, zu allem kompatibel und gut dokumentiert. Nachteile: Die Dateien dürfen nicht größer als 4GB sein (das werde ich verkraften) und nehmen nicht am Spiel mit den unter GNU/Linux üblichen Benutzerrechten teil (was noch nie gestört hat, seit es FAT-formatierte SD-Karten gibt).

Die Entscheidung ist also gefallen: Ich formatiere die SDXC-Karte neu mit FAT32. Was könnte dabei schon schief gehen?

SD-Karten formatieren ist eine Wissenschaft

Es gibt einen guten Grund, warum in der Regel davon abgeraten wird, Flash-Medien wie SD-Karten von Hand neu zu formatieren. Die Speicherzellen sind in Einheiten mit seltsamen Namen wie „Pages“, „Erase Blocks“ und „Allocation Units“ oder „Erase Block Groups“ zusammengefaßt, die für verschiedene Lese- und Schreiboperationen immer nur gemeinsam angesprochen bzw. verändert werden können. Die Gemeinheit dabei: Auch jedes Dateisystem verwaltet die Daten in größeren Blöcken. Wenn die Blockgrößen nicht zueinander passen, muß der Controller auf der SD-Karte im Extremfall mehrere GB an Daten lesen und zurückschreiben, um eine Textdatei von nur einigen Zeilen zu verändern. Das drückt einerseits auf die Geschwindigkeit, andererseits auf die Lebensdauer des Mediums. Absolutes Ziel: Die Blockgrenzen des Dateisystems sollen auf den von der Hardware vorgegebenen Blockgrenzen liegen und sie keinesfalls überlappen.

Wenn das nur so einfach wäre.

Eine SD-Karte sagt nämlich nicht, wie sie intern organisiert ist. Theoretisch sollte sie dem Standard entsprechend zumindest die Erase Block Size unter /sys/block/mmcblk1/device/preferred_erase_size bekannt geben (mmcblk1 ist hier der Name der Karte, wie er im Verzeichnis /dev aufscheint). Viele Karten tun das entweder gar nicht oder sie lügen dabei und geben fix 4GB an. Eine andere Größe wie die Allocation Unit kann man sich auf Basis der vom Hersteller vorgenommenen Formatierung zusammenreimen. Mit dumpexfat entlocke ich meiner Karte, daß Sandisk das Dateisystem in 128kB-Clusters aufgeteilt hat, was wahrscheinlich ein Hinweis auf die Allocation-Units ist. Ein nutzloser Hinweis allerdings, FAT32 kann so große Einheiten nicht abbilden.

Was also hab ich getan? Zunächst mal hab ich versucht, eine ganz grobe Fehlerquelle auszuschalten: Statt die Karte komplett neu zu partitionieren, hab ich nur den Typ der vorhandenen exFAT-Partition auf „W95 FAT32 (LBA)“ geändert. fdisk -l verrät, daß die Partition irgendwo mitten auf der Karte anfängt und nicht mit dem ersten Sektor. Es wäre also verführerisch, diese Platzverschwendung mit einer Neupartitionierung zu korrigieren. Ich habs bleiben lassen - Sandisk wird sich schon was gedacht haben dabei. (Außerdem hab ich irgendwo gelesen, daß es am Anfang jeder SD-Karte einen „geschützten Bereich“ gibt, wofür auch immer. Das wird er sein.)

Dann hab ich versucht, die Erase Block Size herauszufinden, einen wesentlichen Faktor. Weil die Karte sicherheitshalber gleich gar keine Info ausspuckt, hab ich mich auf das Tool flashbench verlassen, dessen Verwendung eher fortgeschrittener Kaffeesudleserei gleicht und unter anderem hier beschrieben wird. Das Ergebnis war - so hab ich es interpretiert - eine Erase Block Size Größe von stolzen 8GB. Das kann hinkommen: Der leere Bereich am Beginn der Karte umfaßt genau 16GB, endet also an der Grenze eines Erase Blocks. Für alles Folgende gilt also: Niemals mit irgendeiner Einheit des Dateisystems eine 8GB-Grenze kreuzen. Klingt simpel.

War dann auch simpel. Die einzige Einheit, die ich beim Formatieren mit FAT32 noch beeinflussen konnte, war die Clustergröße. Ideal wärs gewesen, hätte ich die 128kB-Cluster der Originalformatierung beibehalten können. Die sind von Sandisk sicher bewußt so gewählt. Leider kann FAT32 aber nur mit Clustergrößen umgehen, die unter 64kB liegen. Egal: Der wesentliche Punkt ist meinem Verständnis nach ja, daß die logischen Einheiten des Dateisystems und die physischen der Karte einander nicht überlappen. Wenn mehrere kleine Blöcke des Dateisystems punktgenau in eine der Verwaltungseinheiten der SD-Karte passen, sollte das zumindest OK sein. Ich hab also einfach ein Viertel der ursprünglichen 128kB-Cluster genommen und FAT32 mit 32kB-Clustern formatiert. Wenn die ursprünglichen 128kB irgendeine Bedeutung hatten, bin ich mit den 32kB zumindest nicht ganz daneben. Und auch die 8GB Erase Blocks lassen sich durch 32kB sauber teilen.

War damit alles erledigt? Nein. Ein FAT32-Dateisystem besteht nicht nur aus Dateiblöcken, sondern auch aus einem Bereich für den File Allocation Table „FAT“, der so etwas wie das Inhaltsverzeichnis darstellt. Dieser FAT steht ganz am Anfang der Partition und schiebt daher alles andere nach hinten. Das würde alles zunichte machen, wenn die Größe des FAT eben gerade nicht ins Schema der Blockgrößen paßt. Um dieses Problem zu lösen, bin ich sehr frei nach diesem Artikel vorgegangen. Der Trick ist, das Dateisystem zweimal zu formatieren. Beim ersten Mal wirft mkfs.vfat die Größe der beiden File Allocation Tables aus, die es angelegt hat. In meinem Fall waren es, soweit ich mich erinnern kann, etwas über 14GB - knapp genug an der nächsten Erase Block Grenze bei 16GB. Ich habe den Parameter -R von mkfs.vfat verwendet, um die FATs genau so weit zu verschieben, daß sie exakt bei 16GB enden und die nachfolgenden Datenblöcke wieder perfekt ausgerichtet sind.

Danke, Android!

Obs das zu 100% richtige Ergebnis ist? Ob ich mich nicht doch irgendwo um 1 Byte verkalkuliert habe? Niemand weiß es. Ich habe kein Tool gefunden, mit dem man die hier geschilderten Zusammenhänge einfach auslesen und visualisieren kann. Die Karte ist nach wie vor schnell (eine minimale Geschwindigkeitseinbuße läßt sich erklären, weil FAT32 einfach nicht so effizient arbeitet wie exFAT). Überraschend für mich war doch, wie viele Leute sich im Internet über genau dieses Problem mit den SDXC-Karten unterhalten. Das können doch nicht alles Jolla-User sein? Bzw.: Wer verwendet denn schon SD-Karten am GNU/Linux Desktop? Des Rätsels Lösung heißt Android: Eine ganze Reihe von Android-Geräten war (und ist?) mit SDXC-Karten genauso überfordert wie mein Jolla-Handy, und die wesentlich größere Nutzerschar hat sich drüben auf der anderen Seite des Zauns bereits um Lösungen umgesehen, die ich nur mehr abschreiben mußte. Gut gemacht! :)

 

Wien-Wahl 2015: NEOS laden FPÖ ein

Strolz kann mit der FPÖ Interessant, was Herr Strolz von den Neos in einem Interview mit Österreich über die Wien-Wahlen 2015 von sich gibt:

ÖSTERREICH: Und? Würden Sie Strache in Wien zum Bürgermeister wählen?

Strolz: Strache persönlich würden wir NEOS nicht wählen. Aber eine kreative Lösung mit einem unabhängigen Bürgermeister, die könnte ich mir gut vorstellen, dazu wären wir bereit. Nur glaube ich nicht, dass die FPÖ dazu bereit ist.

Solange also Strache nicht Bürgermeister wird - und das wird er nicht, weil er die Bundespolitik nicht verlassen will - steht aus NEOS-Sicht einer Zusammenarbeit mit dem rechten Rand nichts im Wege. Motiv für das Manöver ist der im pinken Ex-ÖVP-Lager offenbar immer noch tief verwurzelte Lagerkampf der ersten Republik. Wer gegen „die Roten“ ist, ist deren Freund, so scheint es:

Strolz: Natürlich wäre das ein Erdbeben für dieses Land, wenn wir in Wien die Roten aus dem Sattel heben.

Diese neokonservative ÖVP/LiF-Resteverwertung wird immer suspekter. Daß sich diese Träume von pink/blau nach den aktuellen Umfragen rein rechnerisch nicht ausgehen (die beiden kämen in Summe auf 34%), ist kein Trost: Der Wahlkampf ist noch nicht angelaufen und wir wissen, daß 50% der Wähler sich erst in der letzten Woche vor der Wahl entscheiden …

 

Jolla: Btrfs-Fehler eingetreten

Autsch! Das tut weh. Seit einigen Tagen macht mein Jolla-Phone seltsame Dinge. Der Browser hängt gelegentlich, die Tastatur legt Denkpausen ein, es ist irgendwie alles nicht mehr so flüssig.

Da war doch was? Da hab ich doch mal was gelesen?

Genau, da war mal was. Dieser Artikel auf together.jolla.com erklärt ausgesprochen abschreckend und hochtechnisch, warum das Dateisystem btrfs vielleicht doch nicht die ideale Wahl für ein endkundentaugliches Produkt ist. (Die Entscheidung für btrfs hat Jolla übrigens aus MeeGo-Tagen übernommen - nicht ganz unberechtigt. Btrfs gilt als das Dateisystem der Zukunft und verfügt über Eigenschaften, die es besonders für die Flash-Speicher von Smartphones interessant machen. Es gilt nur leider auf der anderen Seite noch nicht als 100%ig stabil.)

Der Hintergrund, stark vereinfacht ausgedrückt: Einerseits lügt btrfs, was den noch verfügbaren Speicherplatz betrifft. Es wiegt den Benutzer mit angeblich freiem Speicher in Sicherheit, den es in Wahrheit gar nicht mehr nutzen kann. Andererseits müssen zur optimalen Auslastung der Speichermedien gelegentlich Aufräumarbeiten durchgeführt werden, die btrfs aber nicht automatisiert.

Unterm Strich passiert (abhängig davon, ob eher große oder kleine Dateien am Telefon liegen und wie viele Schreibvorgänge stattgefunden haben) offenbar Folgendes: Ab einer angegebenen Auslastung von ca. ⅔ wirds eng. Da kann es passieren, daß das Dateisystem schon an der Erschöpfungsgrenze arbeitet, obwohl es noch 30% freien Speicher angibt.

Ob das der Fall ist, kann man als root mit dem Befehl

btrfs fi show

feststellen. Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

Label: 'sailfish'  uuid: 0f8a2490-53ed-4ff6-bb34-b81dfe430397
    Total devices 1 FS bytes used 6.42GB
    devid    1 size 13.75GB used 13.75GB path /dev/mmcblk0p28
Btrfs v0.20-rc1

Wenn da wirklich size 13.75GB und used 13.75GB steht, also beide Male 13.75GB, dann gibts ein Problem.

Lösen kann man es im Prinzip recht einfach, die Schritte sind auf dem oben verlinkten TJC-Eintrag beschrieben: Zuerst ordentlich Platz freischaufeln, indem man Fotos, Videos und Musik auf einen Laptop oder auf die Speicherkarte befördert. (Ich hab mich auf ca. 50% freien Speicher runtergearbeitet - wobei 50% der „gelogene“ Wert ist.) Danach gibt man, wieder als root, folgenden (leider durchaus gefährlichen) Befehl ein:

btrfs balance start /

Gefährlich ist der Befehl deswegen, weil er ziemlich tief ins Dateisystem eingreift. Er veranlaßt genau die Aufräumarbeiten, die btrfs derzeit noch nicht automatisch durchführt. Das kann, je nach Zustand des Dateisystems, 15 Minuten oder mehrere Stunden dauern. Während dieser Zeit läuft die CPU auf Hochtouren, es wird daher dringend empfohlen, das Ladekabel anzustecken. Außerdem sollte man die Aktion ausschließlich per SSH starten, damit man gegebenenfalls in einem weiteren Fenster Logfiles überwachen oder die ganze Operation elegant beenden kann.

Erfahrungsbericht von mir: Es hat etwa 20 Minuten gedauert und war durchaus spannend. Ich hatte nämlich gleich mehrmals das Jolla-Bootlogo am Schirm, und ein Neustart während einer Operation am Dateisystem verheißt nichts Gutes. Laut TJC handelt es sich aber gar nicht um „echte“ Neustarts, sondern um das wiederholte Starten essentieller Systemservices, die mit der hohen CPU-Last nicht zurecht kommen. Auch nicht besser … :)

Apropos: Einen echten Neustart sollte man tunlichst vermeiden, auch wenn das Telefon während der Daten-Reorganisation gelegentlich mal tot wirkt. Keine gute Idee.

Was lerne ich daraus? Mein Plan, das hochmoderne btrfs auch für die SSD am großen PC einzusetzen, ist vorerst mal vom Tisch. (Aaron Seigo hat auf seinem Blog beschrieben, wie es ihm damit ergangen ist.) Stattdessen werde ich mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern. Angeblich (obwohl die Informationen widersprüchlich sind) benimmt sich btrfs brav, solange es nicht zu voll wird.

 

#GudenusChallenge

Herrn Gudenus die Zunge zeigen

Ich weiß auch nicht, was eine Homosexuellenlobby ist. Aber es klingt nach Spaß,

schreibt Iwona Wisniewska, Redakteurin bei dasfaschblatt.at, auf Twitter. Dem kann ich mich nur anschließen. Die dummdreisten Äußerungen des Herrn Gudenus von der FPÖ, mit denen er sich in Moskau der herrschenden Putin-Clique andienen wollte, sind tatsächlich so jenseitig, daß man darauf kaum sinnvoll reagieren kann.

Mangels jedweder inhaltlichen Andockmöglichkeiten entsteht im Netz gerade ein Trend, dem Herrn einfach nonverbal zu zeigen, was man von seinen Idiotien hält. Unter den Hashtags #GudenusChallenge, #GudenusZungeZeigen oder #LeckUnsChallenge (kann sich die mächtige Lobby nicht auf einen griffigen Hashtag einigen?) tauchen die ersten Bilder auf, auf denen einfach gepflegt die Zunge gezeigt wird. Die Regeln wirken vertraut: Zunge zeigen, Foto ins Netz stellen und drei andere nominieren. (Woher kenn ich das bloß? *gg*)

Nun, meinen Teil hab ich erledigt, fehlen nur mehr die Nominierungen. Ich interessiere mich für die Zungen von:

  • Herrn Schlosser
  • Herrn Hase II
  • Herrn Hans-Georg
  • und als Bonus: Herrn Deep Blue

Langsam wird aus der Homosexuellenlobby wirklich Spaß. *LOL*

 

Männerschokolade

Im November waren wir zum letzten Mal beim Bieriger mit Daniel und Conny. Gottseidank hab ich damals genau aufgeschrieben, was ich gegessen hab - Tiroler Gröstl wars. Ein kurzer Blick aufs Handy hat es mir daher ermöglicht, das einfach nochmal zu bestellen. Gleiches Lokal, gleiches Essen, gleiche Conny, gleicher Daniel. ;)

Wir haben ein kurzes Update über die „Lindenstraße“ bekommen und konnten die Geschichten aus unserem Urlaub loswerden, die nicht blogtauglich waren. (Willst Du eine Massage?) Außerdem wurden verspätete Geburtstagspäckchen ausgetauscht; ich bin versucht, die Geburtstagsfestspiele 2014 am Kalender bis heute einzutragen, was einsamer Rekord wäre. Diese Geschenkübergabe erklärt auch den Titel: selbstgemachte Männerschokolade, dazu kiloweise Hallorén. Mjamm! Seeehr fein!

(Wie wir von all dem plötzlich auf einen französischen Pornodarsteller gekommen sind und warum Daniel dessen Bilder rausgesucht hat, ist eine andere Geschichte für ein anderes Mal. *gg*)

 

SMS vom PC aus beantworten mit Squilla

Icon von SquillaErinnert sich noch jemand an HeySMS? Thibault Cohen hat das Programm für das N900 vor zwei Jahren veröffentlicht. Mit HeySMS konnte man SMS vom PC aus lesen und beantworten, ohne dafür extra ein spezielles Programm am PC installieren zu müssen. Irgendein x-beliebiges, standardkonformes Instant Messaging Programm reichte vollkommen aus und konnte die Verbindung zu den SMS-Konversationen am N900 herstellen.

Aus mehreren Gründen hat Thibault Cohen das Nachfolgemodell des N900, das Nokia N9, übersprungen. Jetzt aber meldet er sich zurück und bietet exakt die gleiche Funktion fürs Jolla Phone an. Squilla heißt das neue Programm. Es befindet sich offenbar noch in heftiger Entwicklung, ist aber zumindest für mich schon einsatzbereit. Mit einem in Pidgin eingerichteten Link Local Konto (Pidgin nennt das im Apple-Sprech „Bonjour“) greife ich auf die Kontakte am Jolla Phone zu und sende ihnen SMS-Nachrichten. Fein! Sehr fein!

Ich liebe es, wenn gute alte Bekannte aus der Maemo-Zeit wieder auftauchen. :)

 

Friesenhof-Gedenkgrillabend

Yoda - er spricht!Das nenn ich Hingabe: Damit der Friesenhof-Gedenkgrillabend auch genau so schmeckt wie im Original, haben sich Wolfi und Raini exakt den gleichen Grill angeschafft, an dem sonst Meister Smutje zugange ist. Unglaublich.

Ein Höhepunkt gleich zu Beginn: Semmerln mit gegrilltem (!) Leberkäs. Extra-fein. Dazu den so sehr geschätzten Eapfüsolod, eine extra-gute Sauce Trara, später verschiedenste Würschtl und (für mich der krönende Abschluß, weil ich die nachfolgenden Fleischportionen verweigert hab) Kukuruz vom Grill. Ich liebe diese Goldkolben! :)

Weder das reichliche Grillgut noch Saucen und Salate konnten uns davon abhalten, auch bei der abschließend servierten Torte nochmal ordentlich zuzuschlagen. (Apropos „schlagen“: Wolfi hat mittlerweile das Spezialrezept ergaunert, nach dem meine Mutter in Linz ihr Schlagobers verfeinert. *gg*)

So saßen wir also bei überraschend schönem Wetter auf der Terrasse, ich durfte bei Wolfis Jolla-Phone auf die Kommandozeile (aber nicht als root!) und die Lego-Other-Half befummeln, wir haben über Google geschimpft und von den „Drei ???“ geschwärmt … ein feiner Abend! Danke dafür! :)

Ach ja: Ich hab völlig vergessen, Grill, Essen oder Abendstimmung zu fotografieren. Was wirst denn dann als Foto aufs Blog stellen?, hat Wolfi gefragt. Tja. Yoda natürlich, eh ganz klar! *LOL*

 

Scheiß Webcams. Echt.

Webcam-Bilder Wien und TrassenheideGestern Abend erst hab ich mich in einem Telefonat mit Trassenheide über unsere etwas schrullige Gewohnheit lustig gemacht, den Tag mit einem Blick auf die dortige Webcam zu beginnen. (Philip würde wieder sagen, was er immer über uns sagt: Sad people …)

Langsam vergeht mir diese Gewohnheit. Ein Vergleich der Webcam-Bilder kann einen wirklich frustrieren. Wien ist grau und regnerisch. Trassenheide sonnig und kaum bewölkt. Dazu kommt: In Wien hat's 13°, in Trassenheide immerhin schon 17°.

Ob wir nicht wieder mal auf Urlaub fahren sollten? Angeblich sind jetzt die Kinder weg und nur mehr die alten Leute da. Na, paßt doch! *LOL*

 

Agnes kocht

Was Agnes aus ihrer dampfenden Küche bringt, ist immer ein besonderes Erlebnis. Den heutigen Sonntag hat sie fast vollständig mit Rezepten von Yotam Ottolenghi gestaltet, der zwar offenbar irgendwann mal in war, aber trotzdem die eine oder andere gute Idee niedergeschrieben hat … :)

Begonnen hats mit Zitronen-Ziegenkäse Ravioli, als Hauptgericht gabs eine sensationell geile Quiche mit karamellisiertem Knoblauch und abgeschlossen wurde alles mit Zitronentörtchen mit Baiser (nicht von Ottolenghi, soviel ich weiß). Mhmmmjamm, alles zsamm.

Die Tischrunde dazu war recht witzig zusammengesetzt und bestand unter anderem aus Freunden von Agnes’ Kindern. Die haben uns zum ersten Mal erlebt und sind auffällig still dagesessen. Wir habens noch nicht verlernt. *LOL*

Der letzte Autobus hat uns schließlich unsanft aus dem Idyll gerissen, sonst wären wir doch glatt noch aufs nebenan veranstaltete Feuerwehrfest gegangen. Dort gabs nämlich die berühmt-berüchtigten „FF-Burger“, deren Ruhm bis nach Schottland dringt. Nächstes Jahr dann. Wir wissen ja jetzt, wie die Attraktion heißt. :)

 

Nach zwei Monaten: Schwabl! Endlich! :)

Der SchwablIch liebe die öffentlichen Orte nicht. Ich geh’ daher auch für gewöhnlich immer nur in die Wirtshäuser, wo ich zu Haus’ bin!

Warum ich mit einem Zitat von Nestroy beginne und wie das damit zusammenhängt, daß der Schwabl heuer 40 wird … das kann alles noch warten. Zunächst:

Es ist gezählte zwei Monate her, daß wir zuletzt beim Schwabl waren. Zuerst war ich in Linz, dann waren wir auf Urlaub, dann war der Schwabl auf Urlaub, dann waren wieder wir in Linz … es hat einfach nicht sollen sein während des Sommers. Jetzt aber ist alles wieder gut: Eapfüsuppn mit Schwammerl (und Liebe, wie wir aus Trassenheide wissen), Krautfleckerl, Eierschwammerlgulasch mit Semmelknödel, Powidltascherl sowie Erdbeeren im Marzipanmantel erzeugen eine mächtige Welle von Glückshormonen. So schön kann das Leben sein.

Natürlich gabs nach so langer Zeit auch einen ganz leichten Schock zu verwinden: Die Speisekarte! Sie ist doch glatt neu gedruckt! Anderes Papier, andere Schrift! (Auch wenn sich inhaltlich nichts verändert hat, soweit wir feststellen konnten.) Außerdem gibt es sie jetzt auch in einer englischen Ausführung - endlich, muß man im Stillen eingestehen. Wir hatten bei der Übersetzung ins irische Englisch doch unsere Not mit Zwiebelrostbraten und Eiernockerl. Außerdem wird das Wirtshaus auch ohne unser Zutun sehr gern von Touristen besucht, die des Deutschen nicht mächtig sind. Ja, wie ich zuhause feststellen mußte, wurde sogar die Website überarbeitet! Sapperlot!

Und so kommts langsam zu einem Ende und zur Auflösung der Gschicht mit dem Nestroy-Zitat am Beginn: Auf der neuen Schwabl-Homepage wird ein bißchen was von der Familiengeschichte und vom 40-Jahr-Jubiläum erzählt. Ich, neugierig, hab mich auf die Suche nach einigen der dort erwähnten Namen und Orte gemacht und finde - einen ganz bezaubernden Artikel der ORF-Kulturlady Barbara Rett auf ihrem Blog, in dem sie das Wirtshaus angemessen ehrt zu seinem 40er. (Genial: Die Fotos dazu aus dem Familienalbum der Schwabls.) Sie war es, der das passende Nestroy-Zitat zum Schwabl eingefallen ist, das ich zu Beginn dieses Eintrags wiederholt habe. Ihren Artikel beginnt sie mit den Worten:

Es ist nicht designt und nicht hip, nicht Kult und nicht cool, hat keine Hauben und braucht auch keine, weil es sich ohnehin der Liebe seiner Gäste erfreut – mein Lieblingswirtshaus „DER SCHWABL“ in Meidling wird 40 und das soll auch an dieser Stelle gefeiert werden!

Der Satz könnt von mir sein. Und auch ihr Schlußwort, bevor sie Nestroy den Epilog sprechen läßt, bringt exakt auf den Punkt, woraufs ankommt:

Wäre ich Dichterin, würde ich jetzt Elogen auf Schopfbraten und Sulzen, Hühnersuppe und Sauerkraut, Liwanzen (!) und Mousse anstimmen, die man beim Schwabl in völliger Unaufgeregtheit und mit unglaublicher Verläßlichkeit in der Qualität Donnerstag bis Montag durchgehend bekommt – vorausgesetzt man bekommt einen Platz.

… in völliger Unaufgeregtheit …, genau das ist das Wort dafür! Keine fünfeckigen Riesenteller, auf denen drei verlorene Kuchenwürfel dahinvegetieren. Kein zu Türmchen zusammengepapptes Püree, das der Form zuliebe an Geschmack verliert. Keine Tröpfchen, wo „Sauce“ auf der Speisekarte steht. Keine Tricks. Nur Essen.

Also: Hoch die Apfelsaftglasln! Auf die nächsten 40 Jahre bei Nudelsuppe, Schnitzel und Liwanzen! :)

 

Marc Dillon zitiert mich :)

Marc Dillon ist nicht JesusJolla ist eine kleine Firma. Daher bleibt es nicht aus, daß man mit der Zeit manche der Mitarbeiter dieser Firma kennen und schätzen lernt. Da sind schon einige ganz großartige Menschen dabei. Vor allem Marc Dillon und Stefano Mosconi aus der Chefetage habens mir angetan.

Umso tiefer hängt also meine Kinnlade, wenn ausgerechnet Marc Dillon einen Text von mir via Twitter verbreitet. Wie das kam? Dazu muß ich etwas ausholen:

Im Forum talk.maemo.org treibt derzeit ein Troll sein Unwesen, der Jolla dafür kritisiert, nicht offen und transparent genug zu sein. Es sei eine Frechheit den Kunden gegenüber, keine detaillierten Verkaufszahlen zu nennen. Es sei ein Zeichen restriktiver Unternehmenskultur, daß Testhandys für Journalisten nicht einfach aus dem Pool ungeprüfter Entwicklergeräte entnommen werden dürfen, sondern die stabile Produktions-Software enthalten müssen. Vor allem aber - und darauf ist er über 20 Seiten lang herumgeritten - sei es geradezu unfaßbar, daß Geräte mit defekter Hardware einfach zur Reparatur zurückgenommen werden, statt daß man exakte Erklärungen über die betroffenen Teile, mögliche Ursachen im Produktionsprozess und vielleicht sogar noch ein Klebeset zur Heimreparatur anbietet. (Eh klar. Wer will schon, daß der Hersteller das Telefon einfach repariert …)

Irgendwann mußte ich mich einfach zu Wort melden. Ich halte es nun mal nicht aus, wenn irgendwo im Internet jemand Unrecht hat. Als Antwort auf die Geschichte mit der Reparatur wollte ich dem Typen klar machen, daß auch eine 100seitige Erklärung der Geschäftsleitung keinem Kunden etwas bringt und nur der Kundendienst helfen kann. Das Ende meines Postings von gestern war:

Marc Dillon might have grown a beard, but he's still not Jesus. His words can't heal. Only customer service can.

Gerade eben wurde ich darauf aufmerksam gemacht, daß der Absatz mittlerweile von Marc Dillon auf Twitter zitiert wurde:

Retweetet von Marc Dillon: Seen on TMO: @MarcDillonDotFi Dillon might have grown a beard, but he's still not Jesus. His words can't heal. Only customer service can.

Ich hab mich entschuldigt: Daß ich ihn nicht für Jesus halte bedeutet nicht, daß ich seine Göttlichkeit in Zweifel ziehe. *LOL*

 

Endlich wieder: NFC zum Bezahlen

Maestro PayPass NFCIm April 2012 hab ich Blut geleckt: Im Rahmen eines A1-Testprogramms konnte ich bei ausgewählten Händlern mit NFC kontaktlos bezahlen und war begeistert. Vor allem in unserer Kantine hat sich das Geldausgeben en passant als ausgesprochen praktisch erwiesen.

Rund ein halbes Jahr später wars vorbei, das Testprojekt wurde eingestellt. (Wer weiterhin kontaktlos mit A1 zahlen möchte, kann das tun: Die A1 Visa Karte hat einen NFC-Chip.)

Für mich geht der Spaß ab heute weiter: Meine Bank hat es endlich geschafft, die im Urlaub (wie jedes Jahr) durchgeschmorte Bankomat-Karte durch ein Exemplar mit NFC-Funktion zu ersetzen. Hollaroiduliö! Die Geschäfte, die's akzeptieren, sind auch deutlich mehr geworden. Inzwischen ist auch der Billa dabei, bei dem ich 90% meiner täglichen Einkäufe erledige. (Und natürlich die Betriebskantine, auch die schluckt wieder NFC.)

Oft benötigen gute Ideen eben einen zweiten Anlauf. Gottseidank gabs den in Sachen NFC! :)

 

Les Misérables am Bahnhof

Plakat: Les Misérables in LinzGrad lief Les Misérables noch im Fernsehen, schon sehen wir es wieder - wenn auch nur als Plakat:

Am Linzer Hauptbahnhof hängt die Ankündigung des Landestheaters in der Unterführung zwischen Gleis 6 und Gleis 7. Premiere ist am Samstag, den 27. September, geplant sind rund 25 Vorstellungen bis Mai 2015. Laut der Homepage des Linzer Landestheaters handelt es sich um eine Neuinszenierung mit dem Musicalensemble, renommierten Gastdarstellern, Opernsolisten, dem Opernchor und dem Bruckner Orchester.

Auch wenn ich mir noch nicht so ganz 100%ig sicher bin, ob ich der Landesbühne eine gelungene Produktion zutraue: Allein das Wort „Neuinszenierung“ lockt mich. Ich habe auf der Bühne immer nur die Londoner Originalfassung gesehen und es interessiert mich sehr, was man aus dem Stück Neues herausholen kann. Außerdem hab ich schon lange nach einem Vorwand gesucht, das immer noch relativ neue Linzer Musiktheater zu besuchen.

Mal sehen, obs noch was wird: Die besten Karten sind schon weg, es gibt nur mehr wenige Restplätze. :(

 

Sonnenschein

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Zum Beweis: Es hat nicht nur geregnet in Linz. :)
Wir haben es tatsächlich auch geschafft, ein paar Stunden mit Mohnstrudel und Kaffee auf der Terrasse zu verbringen. Da konnten die Tränen trocknen: Vorher war nämlich Les Misérables im Fernsehen. Alle tot! *seufz*