Politik und Gesellschaft
Thank GNU: Google und ich
Was haben Google und ich gemeinsam? Richtig, wir unterstützen beide die Arbeit der Free Software Foundation Europe (FSFE) mit kleinen Geldbeträgen (wobei Google mindestens 50x mehr gespendet haben muß als ich).
Seit 2006 zahle ich jährlich € 120,- an die Organisation und scheine dafür auf deren Thank GNU-Liste auf.
Die Arbeit der FSFE wird von Jahr zu Jahr wichtiger:
Die FSFE beschäftigt sich seit dem 10. März 2001 aus europäischer Sicht mit allen Aspekten Freier Software. Sie unterstützt insbesondere das GNU-Projekt, leistet aber auch für die Entwicklung und Verbesserung anderer Freier Software und GNU-basierter Systeme wie GNU/Linux einen wichtigen Beitrag. Weiterhin stellt sie ein Kompetenzzentrum für Politiker, Anwälte und Journalisten zur Verfügung, um die juristische, politische und gesellschaftliche Zukunft Freier Software zu gewährleisten.
Ja. Für sowas kann man schon mal 33 Cent am Tag springen lassen. (Vor allem dann, wenn man so sehr wie ich vom GNU-Projekt und von freier Software profitiert.)
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Facebook: The Uber-Capitalist Experiment
Der Artikel beleuchtet die Geldgeber von Facebook. Auffällig ist: Das sind nicht einfach Leute, die reich werden wollen. Es sind Menschen, die eine Ideologie vertreten. Rechtsgerichtete Hardcore-Neocons. Die Spur des Geldes führt schließlich sogar hin zum CIA.
Ich hab gottseidank keinen Account dort, den ich jetzt sterben lassen könnte. Mein zwänglerischer Hang zu offenen Standards hat mich davor bewahrt. (Stattdessen habe ich ein FOAF-Profil. Das verlinkt zwar auf niemanden, weil keine Sau im Netz FOAF versteht, ist aber politisch korrekt. *g*) Menschen mit offenerem Zugang zu diesen Dingen kann man allerdings nur einladen, hin und wieder hinter die Kulissen all dieser aufregenden Services zu sehen und sich die Frage zu stellen: „Wer pumpt da das Geld rein und warum tut er das?“
Ein schöner Satz aus dem Guardian-Artikel zum Abschluß:
Clearly, Facebook is another uber-capitalist experiment: can you make money out of friendship? Can you create communities free of national boundaries - and then sell Coca-Cola to them? Facebook is profoundly uncreative. It makes nothing at all. It simply mediates in relationships that were happening anyway.
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Fall Zogaj: „Richtige Raufertypen“
Katharina Schmidt hat den Fehler begangen, für die Wiener Zeitung direkt vor Ort nachzufragen. Dummerweise schert ihr Artikel völlig aus der hysterisierten ORF-Krone-Front aus: Die Pro-Arigona-Demonstranten waren gar keine Frankenburger, die hat man aus Linz eingeflogen. Die Einheimischen haben sich vor den Zogajs gefürchtet, vor allem vor Arigonas älteren Brüdern. Gegen Arigona selbst stehen Vorwürfe wegen Diebstahls und Mobbing einer behinderten Mitschülerin im Raum. Den einst kolportierten Nervenzusammenbruch will man auch nicht so recht glauben: Fräulein Zogaj war unmittelbar anschließend beim Spar einkaufen.
Derartige Berichte finden kaum jemals ihren Weg in die Kronen Zeitung oder gar auf den Küniglberg. (Vom Standard red ich gar nicht, der träumt offenbar schon vom Ausnahmezustand.) Umso dankbarer bin ich der Wiener Zeitung für diesen kleinen Blick hinter die Kulissen einer unsäglichen Verarsche.
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Eine kurze Zeitgeschichte
Meist witzig, oft aber nur noch schockierend in der Bloßlegung der Menschenverachtung westlicher Politik. Jedenfalls unbedingt sehenswert bis zum (sehr bitteren) Ende.
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USA: Sesamstraße nur für Erwachsene
These early ‘Sesame Street’ episodes are intended for grown-ups, and may not suit the needs of today’s preschool child.
Der Grund: Das Krümelmonster raucht eine Pfeife, die es später auffrißt. Außerdem ernährt es sich nicht gesund. Ebenfalls gefährlich: Oscar aus der Mülltonne, der alte Misanthrop, und eine ganze Menge anderer (teilweise sogar übergewichtiger) Gestalten, die so gar nicht in das fröhlich-leistungsorientierte Bild schöner amerikanischer Kinder mit Touch-Screen-Gadgets passen wollen.
Virginia Heffernan äußert ihre Verblüffung über die Sesamstraße mit Jugendverbot in einem Artikel in der New York Times. Einer der schönsten Absätze:
The harshness of existence was a given, and no one was proposing that numbers and letters would lead you “out” of your inner city to Elysian suburbs. Instead, “Sesame Street” suggested that learning might merely make our days more bearable, more interesting, funnier. It encouraged us, above all, to be nice to our neighbors and to cultivate the safer pleasures that take the edge off — taking baths, eating cookies, reading. Don’t tell the kids.
Sie zumindest hats verstanden.
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Ich brauche zwei Erden
3.7 Hektar pro Jahr
Laut einer aktuellen Berechnung von WWF hätte jeder Mensch nur eine Fläche von 1,8 Hektar zur Verfügung.
Dein Fußabdruck setzt sich aus den folgenden Kategorien zusammen:
- 1.7 Hektar pro Jahr für Ernährung
- 0.5 Hektar pro Jahr für Mobilität
- 0.7 Hektar pro Jahr für Wohnen
- 0.8 Hektar pro Jahr für Konsum
Dein Flächenverbrauch ist noch zu hoch, allerdings liegt er unterhalb des österreichischen Schnitts (4,6 Hektar)! Würde jeder Mensch den gleichen Fußabdruck verursachen wie du selbst, bräuchten wir 2.0 Erden.
Beunruhigend finde ich, daß ich wieder einmal am meisten fürs Essen verbrauche. (Keine Kommentare jetzt, verstanden!?) Andererseits liege ich doch noch unter dem österreichischen Schnitt. Auch nicht schlecht.
[via balzare]
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[via Churchi’s Panoptikum]
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Werbung à la „Minority Report“
Mini begrüßt vorbeifahrende Kunden namentlich auf seinen Plakaten. Microsoft geht nicht ganz so weit, kann aber zumindest mittels Gesichtserkennung die Zielgruppe einschränken.
Bin ich hysterisch, wenn ich mich vor sowas fürchte?
Faszinierende, reiche junge Frau gesucht
Die online-Ausgabe des Standard machte mich auf eine Perle unter den Presseaussendungen aufmerksam. Kostproben gefällig?
Dafür treten wir ein, in all unserer zugegebenermaßen intellektuellen Fragwürdigkeit.
Oder auch:
Falls irgedneine [sic!] faszinierende reiche junge Frau sich für mich interessiert, bitte hurtig melden!
Der Absender ist Karl Heinz Grünsteidl (KHG eben), der dieses wunderbare Stück Literatur heute um 1:03 Uhr (also entweder schon sehr früh oder, wahrscheinlicher, noch sehr spät) im Namen des Freiheitlichen Parlamentsklubs an die Redaktionsstuben verteilt hat.
Der gesamte Text ist hier auf ots.at zu finden. Dort findet sich ganz unten auch die Adresse, an die sich die faszinierenden, reichen jungen Frauen wenden können:
Freiheitlicher ParlamentsklubKarl Heinz Grünsteidl, Bundespressereferent
Tel.: +43-664-44 01 629, karl-heinz.gruensteidl@fpoe.at
Hitler, George W. Bush und ich
Nachdem mich „Kollegen“ heute als linkslinke Zecknbezeichnet haben, mußte ich meine Position auf der politischen Landkarte neu bestimmen. Das letzte Mal habe ich das 2003 getan, und seither könnte sich ja einiges verändert haben. Tatsächlich: Noch nie war ich Hitler und George W. Bush näher als heute. Ich bin fast schon rechtsextrem! - Für meine Verhältnisse zumindest …
Konkret sagt der politische Kompass bei mir:
- Wirtschaftlich links/rechts: -6.88
- Gesellschaftspolitisch liberal/autoritär: -6.41
So weit „rechts“ war ich noch nie, und auch gesellschaftspolitisch stehe ich heute wieder um ein paar gefährliche Nachkommastellen näher bei Stalin und Frau Thatcher als noch 2003. Beruhigend, daß trotz allem Nelson Mandela und der Dalai Lama meine nächsten Nachbarn sind.
Die komplette grafische Übersicht gibts hier:
political_compass (png, 6 KB)
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