Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Politik und Gesellschaft



Studenten: Die wollen nur nicht arbeiten!

Politische Diskussion findet überall statt. Es freut mich vor allem immer, wenn Jugendliche sich intensiv und differenziert mit grundlegenden Fragen des Zusammenlebens beschäftigen: Bildungssystem, Umverteilung, Arbeitsmarkt, …

Neulich erst wurde ich Zeuge einer solchen Unterhaltung zwischen zwei Jugendlichen:

Scheiß Studenten, Oida, die wolln nur nix hackln. Wer braucht die, Oida? Und der Staat soll zahlen, Oida. Wieso soll ich zahlen für die? Die wollen nix hackln, Oida, die san nur faul.

Na also. Geht doch. Umverteilungsdebatte, Bildungsdebatte, … von wegen „die Jugend interessiert sich nicht für Politik“! Nur am Argumentationsstil muß noch gefeilt werden:

Die wollen nix hackln, Oida, die san nur faul. - Ich tät ja hackln wolln, Oida, wann mi des AMS net zu so scheiß Jobs schicken tät, Oida, echt, des is so oasch!


Die Grünen gendern andersrum

2010 geh ich das nächste Mal wählen: Wien steht an. Bei Wahlen kommen die Grünen immer wieder mal in die Verlegenheit, mir von diversen online-Wahlhilfen als „meine Partei“ angetragen zu werden. Tatsächlich habe ich sie früher auch mit schöner Regelmäßigkeit gewählt. In den letzten Jahren ist diese einstige Liebe aber deutlich abgekühlt.

Den letzten Zoff mit mir hatte die Partei anläßlich der Europawahl 2009. Man hätte jetzt grünerseits schlau sein und den höchsten Trumpf aller Politiker ausspielen können: das Vergessen. Tatsächlich hats für einige Zeit so ausgesehen, als würde genau das passieren:

Glawischnig-Piesczek war zwei Monate aus der Schußlinie. Lunacek wurde nach Brüssel/Straßburg/(eigentlich wurscht wohin) abgeschoben. Korun und Sburny hatten offenbar die interne Auflage, Presseaussendungen nur mehr zu nicht schlagzeilenwirksamen Themen zu verfassen. Das oberösterreichische Wahlergebnis (Stagnation statt Verlust) durfte im Fernsehen sogar jemand kommentieren, den die grüne Oberschicht normalerweise lieber ins Kellerabteil sperrt: Efgani Dönmez, einer der wenigen dort mit einer echten Berufsausbildung und Ahnung vom wirklichen Leben.

Der Plan hätte aufgehen können. Wenn nicht … ja, wenn nicht „Die Grünen Andersrum“ wieder meine Erinnerung aufgefrischt hätten. Die Erinnerung daran, womit mans zu tun hat. Ich zitiere aus einer Mitteilung:

Iris Hajicsek erklärt, was es mit der neuen Schreibweise, die die Grünen Andersrum Wien seit einigen Monaten verwenden auf sich hat. […]

[…] verwenden die Grünen Andersrum Wien schon seit einigen Monaten in offiziellen Aussendungen statt des schon zur Tradition gewordenen Binnen-"I"s die neuere Form der nichtmaskulinen Schreibweise, nämlich den Unterstrich "_": Aus SprecherInnen werden beispielsweise Sprecher_innen, denn der Unterstrich soll die Aufhebung der geschlechlichen Dualität von Mann und Frau symbolisieren und auch die Personen sichtbar machen, die sich abseits der traditionellen Geschlechtsrollen befinden, wie Transgenderpersonen oder Intersexuelle.

"Neuere Ansätze der feministischen Theorie zeigen auf, dass der Faktor Geschlecht nicht so naturwüchsig ist, wie er vielen oft erscheint", erklärt Hajicsek. […]

Die Grünen Andersrum sind auch in der Vergangenheit hin und wieder durch kleine Ausrutscher aufgefallen (die Anti-Iran-Kundgebung ist mir bis heute ein Rätsel). Langsam wirds aber selbst mit gutem Willen unmöglich zu verstehen, was die eigentlich tun und wollen. Wien 2010: Die grüne Stimme wird sich nicht ausgehen bei mir, schätz ich jetzt mal. (Was durchaus schade ist. Das war mal eine Partei mit Mut und Hirn.)

Zum Thema noch zwei Web-Empfehlungen aus der Kategorie „Sachen zum Lachen“:

Irene Brickner hat wenige Tage nach der Veröffentlichung des oben zitierten Texts auf derstandard.at in ihrem Blog (von dem niemand weiß, ob es ernst gemeint oder Satire ist) zum Thema gegenderte Sprache, Binnen-I und Binnen-_ geschrieben. (Durch sie bin ich auf die - leider sicher ernst gemeinte - Seite der Grün_innen gestoßen.) Unter anderem erklärt sie dort bierernst, das Binnen-I habe auch in die gesprochene Sprache längst Einzug gehalten, und zwar wird es dort pantomimisch ergänzt. Ja, eh. Alle hüpfen beim Reden ununterbrochen auf einem Bein, um das Binnen-I pantomimisch zu ergänzen. Der Brickner-Beitrag hat auch eine ganze Reihe wirklich lustiger Leserkommentare hervorgebracht. Klickst Du!

Fast noch besser allerdings: das Video „Spiegel TV - Pixi Buch Skandal“ auf YouTube. Dort gehts auch um grüne Politiker_innen, allerdings in Hamburg. Die haben Probleme mit einem diskriminierenden, rassistischen und sexistischen Kinderbuch. Ich war erschüttert!


gruenevorwahlen.at

Ich hätts nicht tun sollen. Ich hätte mir den Wahnsinn sparen sollen. Zu spät:

Als Reaktion auf das (verdient) schlechte Abschneiden der GrünInnen bei den EU-Wahlen gabs im Forum von derstandard.at wiederholt Hinweise auf etwas, das sich „Grüne Vorwahlen“ nennt. Was ist das nun wieder? Das Internet ist ein weltweites Datennetz, also war die Antwort schnell gefunden:

Grüne Vorwahlen ist ein publicityträchtiges Internet-Unternehmen (Web 2.0? Web 1.5? Keine Ahnung …). Es trommelt Leute zusammen, die aus einer kurzen Laune heraus ein bisserle mitspielen wollen, ohne sich wirklich zu engagieren. Der kurze Fick in der Politik also. Ziel der Träume: Bei der Landesversammlung der Wiener Grünen im November wollen hunderte „Vorwähler“ die Kandidatenliste mitbestimmen - von außen, ohne Mitglied bei den Grünen zu werden. Das schmeckt natürlich denen wenig, die derzeit die Arbeit dort machen oder in anderer Weise zum gemeinsamen Wirken (hach! Hätt ich jetzt doch glatt „gemeinsamen Erfolg“ geschrieben!) beitragen. Große Keilerei also.

Das ganze funktioniert auf Basis eines völlig falsch verstandenen Punktes 5.7 des Statuts der Wiener Grünen: Dort ist festgehalten, daß auch Nicht-Mitglieder als sogenannte UnterstützerInnen wahlberechtigt sind, sofern sie mitarbeiten und mitentscheiden wollen. Die „Vorwähler“ lesen über diesen Punkt sehr großzügig hinweg und lassen die Sache mit der Mitarbeit sicherheitshalber aus. Sie schreiben nur:

Als UnterstützerIn erwirbst du das Vorwahlrecht, wirst aber weder Mitglied der Grünen noch verpflichtest du dich zu irgendwas. Du erklärst lediglich, dass du die Ziele der Grünen gut findest.

Das paßt schon mal inhaltlich überhaupt nicht zusammen. Die ganze Vorwahl-Initiative ist auf einem Konzept aufgebaut, das in deutlichem Widerspruch zum Statut der Landesorganisation Wien steht: die Grünen verlangen Mitarbeit, die Vorwähler nicht. Macht aber nichts, bei den Grünen ist im Moment niemand, dem das auffallen würde.

Was allerdings noch faszinierender ist: Die tatsächliche Mitgliedschaft, die ein wesentlich umfassenderes Stimmrecht bringt (dafür aber die Personen im Auge des Vorwahl-Wirbelsturms nicht wieder so nett ins Zentrum einer allgemeinen Aufmerksamkeit 2.0 setzen würde), unterscheidet sich de facto kaum vom Status des Unterstützers. In beiden Fällen erklärt man, mit den Zielen der Grünen einverstanden zu sein. Einziger Unterschied (in Wien): Die Mitgliedschaft wird durch einen finanziellen Beitrag angereichert, dessen Höhe aber frei festsetzbar ist. 10 Cent pro Jahr tuns also auch, wenn man unbedingt beim exclusiven Club mit dabei sein will.

Wozu die ganze Aktion gut sein soll, entzieht sich meinem Verständnis. Soeben habe ich mir die Videoaufzeichnung einer Diskussion zu diesem Thema angesehen. Ein Clown schwärmt von Scheunentoren, Menasse zitiert Erich Kästner … einzig Markus Rathmayr spricht verständlich und nachvollziehbar und versucht mehrfach zu erklären, daß es eigentlich ganz gut ist, wenn eine Bewegung sich nach außen abgrenzt, um Identität zu schaffen. No na. (Siehe auch sein Blog-Eintrag dazu.)

Ich überleg mir grad, was es für mich als Wähler bedeuten würde, wenn Parteien in eine deratige Beliebigkeit verfallen. Bei „Vorwahlen“ werden unter Umständen Kandidaten gewählt, die nicht die Unterstützung der Parteibasis haben und daher weit nicht so effizient für mich arbeiten können. Solche Kandidaten und das Programm der Partei, die gerade von Vorwählern heimgesucht wird, können weit auseinanderklaffen - abhängig davon, wie hoch der Spaßfaktor bei der Listenerstellung ist. Ute Bock als Listenerste der FPÖ Wien? Die Schottermitzi führt die KPÖ an? Alles kein Problem! Hauptsache (Zitat der Clown) wir sind subversiv, darauf kommts an.

Ich will diese Beliebigkeit nicht. Ich will dieses „Heut klick ma hin und zeigmas denen und dann gemma auf Xtube“-Verständnis nicht, die Verfreizeitung von Politik. Ich will, daß engagierte, denkende Menschen sich zusammentun und gemeinsam ein Programm entwickeln, zu dem sie stehen. Ich will, daß diese Menschen dann (und nicht irgendjemand sonst) darüber abstimmen, wer ihr Programm am besten in der täglichen Arbeit als gewählter Mandatar vertritt.

Alles andere will ich nicht. Dieses Video zu sehen war erschreckend. So wirds erst recht nichts mit mir als Wähler.


Voggenhuber vs. Glawischnig-Piesczek: Und was ist mit mir?!

Glawischnig-Piesczek demontiert Voggenhuber - und die Grünen„Sascha, I've a feeling we're not in Strasbourg anymore“, könnte VdB im Juni von seinen Freunden hören. Die begehrten roten Schuhe gehören Ulrike Lunacek und ihr allein. Die Wut über die Vorstellung, die Wähler könnten sie lieber an Johannes Voggenhuber sehen wollen, hat im erweiterten Bundesvorstand der Grünen eine „Hexen-Jagd“ ausgelöst. Mit Erfolg: Voggenhubers Gegner feierten einen Triumph, selbst um den Preis einer Wahlniederlage für die Partei insgesamt.

Peter Pilz im ORF-Interview: Ich hab noch keine Partei erlebt, die sich vor einem Wahlerfolg fürchtet oder einen Wahlerfolg ablehnt. Das ist für mich eine vollkommen neue Erfahrung, die muß ich erst verarbeiten.

Wer mich kennt weiß: Ich bin längst kein grüner Stammwähler mehr. Gerade in den letzten Jahren hat mich diese Partei immer wieder vor den Kopf gestoßen, obwohl durchaus noch Sympathien für Teile des Programms bestehen. Dennoch ärgern mich die Vorgänge der letzten Monate maßlos. Immerhin wären die Grünen eine Partei, die aufgrund ihrer Struktur und ihrer Wählerschaft am ehesten noch das Potential hätte, Probleme sachlich, differenziert und intelligent anzugehen. Stattdessen diskutiert man darüber, ob Frauen Brüste haben, verzickt sich in Eifersüchteleien um das Ticket nach Straßburg und beantwortet nicht mal mehr Wähleranfragen. Ich kann mir nicht helfen, aber das riecht mittlerweile nach Aufstand im Gartenzwergerlverein. Fehlt nur noch „Ich bin schon weg, geh du voran nach Knittelfeld, bin wieder da, und außerdem sind wir jetzt Orange …“.

Wen jetzt wählen am 7. Juni? Glawischnig-Piesczek und Lunacek zu unterstützen kommt nicht in Frage. Die Alternativen sind aber auch nicht wirklich besser. Hat jemand eine Idee? Ab wann gibts überhaupt eine vollständige Aufstellung aller Listen? Ich bin ja flexibel und würde nicht das erste Mal auch de facto aussichtslose Kandidaten wählen, sofern sie die einzigen sind, die mich inhaltlich überzeugen …


Brüste reichen als Qualifikation

Efgani DönmezSeltsame Dinge spielen sich bei den Grünen ab. Shooting Star Efgani Dönmez erklärt in einem Interview: Die Frauen in unserer Partei sind auf jeden Fall alle hoch engagiert und qualifiziert. Brüste zu haben reicht bei den Grünen nicht als Qualifikation.

Prompt widerspricht Urgestein Terezija Stoisits: Dönmez sei einiges entgangen. Er ist nicht auf der Höhe der Zeit.

Na dann …


Apple verbietet Gedankenaustausch

Es war ein Userkommentar auf derstandard.at, der mich auf die Story aufmerksam gemacht hat: Apple zeigt wieder einmal seine besonders häßliche Fratze und beschäftigt Anwälte damit, einen Kreis von Software-Entwicklern zu zerschlagen. Deren Vergehen: Sie hatten sich in einem Wiki öffentlich darüber unterhalten, wie man Musik auch ohne die iTunes-Software auf iPods bekommen könnte. Aus Angst vor möglichen Prozesskosten hat der Betreiber des Wiki das Projekt sofort vom Netz genommen - und damit die EFF auf den Plan gerufen, die die Verteidigung gegen Apple nun rechtlich und finanziell unterstützen wird.

Was an diesem Fall so unglaublich ist: Es geht nicht etwa um die mittlerweile fast schon langweilige Frage von Urheberrechten und DRM. Apple möchte einfach nur erzwingen, daß jeder iPod-Besitzer ausschließlich die iTunes-Software zum Befüllen seines Geräts verwendet. Daran hängt Apples Geschäftsmodell: iTunes ist das Bindeglied zwischen der vom Konsumenten dankbar selbstfinanzierten Abspielstation iPod und der Geldmaschine iTunes Store. Jeder iPod-Besitzer, der andere Software verwendet, steht nicht mehr automatisch regelmäßig vor dem großen Schaufenster des iTunes Store und wird dementsprechend seltener bis gar nicht dort einkaufen.

Zwar klingt das aus Apples Sicht kommerziell nachvollziehbar, für den Konsumenten ist es aber eine Ungeheuerlicheit: Das Gerät geht mit dem Kauf in sein Eigentum über, er darf aber nicht darüber entscheiden, wie er es verwendet. Dieser Zwang zu einer bestimmten Software geht so weit, daß er auch den Zwang zu einem bestimmten Betriebssystemen mit einschließt: Windows 2000? Nein. Windows ME? Nein. GNU/Linux? Daran denkt Apple nicht mal. FreeBSD? Auch nicht, obwohl Apple den gesamten Unterbau für sein OS X von dort geholt hat. Ausschließlich Windows XP, Windows Vista und OS X werden geduldet, für Benutzer anderer Systeme ist der iPod schlichtweg nicht funktionsfähig.

Apples Sperre zum umgehen ist dabei technisch gar nicht so kompliziert und wurde 2007 bereits erfolgreich vorexerziert (daher gibt bzw. gab es bisher Programme, die Musik auf iPods schreiben konnten): Alles hängt an einer einzigen Datei (iTunesDB), die unverschlüsselt am iPod liegt. In ihr sind die Songdaten abgespeichert. Lesen kann diese Datei jeder. Zum Schreiben ist es jedoch notwendig, eine nach einem geheimen Verfahren errechnete Prüfsumme anzuschließen. Stimmt diese Prüfsumme nicht, ist die Übertragung der Datei an den iPod nicht erfolgreich. Wer Software für den iPod entwickeln möchte, muß also nur diesen Algorithmus herausfinden. 2007 dauerte das knappe 36 Stunden.

Apple hat darauf reagiert und in der letzten Firmware die Prüfsummenberechnung verändert. Zeit also, sich darüber Gedanken zu machen, wie man sie diesmal knacken könnte. Der ersten Gedankenaustausch dazu im oben erwähnten Wiki wurde nun von Apples Anwälten grob unterbunden. Überraschenderweise berufen sie sich dabei auf den DMCA, mit dem man eigentlich gegen Copyrightverletzungen vorgehen würde. Die EFF und die Betreiber des Projekts selbst sind aber (so wie ich) der Ansicht, daß jemand, der Daten auf sein eigenes Gerät schreiben will, keine Copyrightverletzung begeht und daß Apple in diesem Fall kein rechtlich schützenswertes Interesse daran hat, daß der Algorithmus geheim bleibt.

Wer sich für die juristischen Details und die Argumentationslinien beider Seiten interessiert, findet hier die Mail von Apple an Bluwiki und hier die Reaktion der EFF. Ich bin gespannt, wie die Sache weiter geht … nicht, weil ich meinen nicht vorhandenen iPod von GNU/Linux aus mit Musik befüllen möchte, sondern weil es schön wäre zu sehen, daß auch ein großer Konzern nicht einfach mit allem durchkommt. Schlimm genug, daß Leute auf die Hardware reinfallen - sie sollten wenigstens nachher noch die Chance bekommen, sich per Software aus der eisernen Umklammerung zu lösen.


Landeshauptmann der Herzen

Königin der HerzenIch konnte nicht anders, ich mußte die Fernsehübertragung aus Klagenfurt sehen.

Harald Scheucher spricht vom Landeshauptmann der Herzen. Die Peinlichkeiten kennen keine Grenzen. Ich warte auf die Ankündigung des Musicals „Jörg!“, das „Evita“ in den Schatten stellen wird. Ganz sicher wird es bei meinem nächsten Besuch in Kärnten dort „Jörg Tränen“ zu kaufen geben - stilgerecht natürlich mit Wodka.

Eigentlich sollte das alles Angst machen. Tut es aber nicht mehr: Es ist zu viel. Wenn Uwe Scheuch versucht, fett aufgetragene Phrasen der Rührung mit BZÖ-Wahlkampf zu verquicken, dann ist das mehr Selbstpersiflage als sonst irgendetwas. Es erreicht den Fremdschäm-Faktor der „Leider Nein“-Kandidaten aus Casting-Shows. Schade eigentlich, daß nur ORF Kärnten bis zum Ende überträgt. Schade, daß die Familie das alles aus der ersten Reihe ertragen muß.


Wer bei uns lebt, muß unsere Sprache lernen!

„Wer bei uns lebt, muß unsere Sprache lernen.“ und „Der Standart“Willi, ich wähl Dich! Endlich mal jemand, der ein bißchen unkonventionell agiert und auch den Mut dazu hat, sich über sich selbst lustig zu machen:

Auf der Straße hängen die Plakate mit dem Spruch Wer bei uns lebt, muß unsere Sprache lernen!, im Fernsehstudio hält Wilhelm Molterer ein Taferl mit der handgeschriebenen Quellenangabe „Standart“ hoch. Willi for Unterrichtsminister!

PS: Natürlich gibts auch ein Video dieses Stücks Fernsehgeschichte zum Immer-Wieder-Sehen.


EU will Unzucht und sexuelle Ausschweifung

Bisher konnte ich die Argumente mancher EU-Kritiker nicht immer verstehen. (Deep? Liest Du mit? *g*) Seit heut weiß ich, worum es geht und wieso Österreich schleunigst raus muß aus diesem Verein.

In einem Chat auf derstandard.at erläutert Alfons Adam von der für den Nationalrat kandidierenden Partei „Die Christen“ auf die Frage, wie er und seine Partei zur EU stehen:

Zur EU sind wir deshalb kritisch eingestellt, weil von ihr Gender mainstreaming als politisches Leitprinzip ausgeht. Dieses Prinzip soll vordergründig der Gleichberechtigung von Mann und Frau dienen, eigentliches Ziel ist aber die Abschaffung von Mann und Frau als biologisches Geschlecht. Und die Einführung eines soziologischen Geschlechtes. Und jeder soll sich aussuchen können ob er heterosexuell, homosexuell, bi- oder transsexuell sein will.

Das [sic!] es Mann und Frau nicht geben soll klingt in den Ohren der meisten Erwachsenen einfach lächerlich. Deshalb will man bei der Umerziehung so früh wie möglich beginnen. Und wir haben den Verdacht, dass die Förderung von Kinderkrippen und die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres dieser Umerziehung dienen soll. Im praktischen Ergebnis bedeutet Gender mainstreaming also die Erziehung von Kindern und Jugendlichen zu Unzucht und sexueller Ausschweifung.

Also, nochmal langsam zum Mitschreiben: Vordringlichstes Ziel der EU ist es, unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung Umerziehungslager für Kleinkinder zu schaffen, in denen diese zu Unzucht und sexueller Ausschweifung erzogen werden.

Ja.

Daß das bisher weder „Österreich“ noch „Heute“ und erst recht nicht der „Krone“ eine Titelstory wert war, zeigt wieder, wie tief auch angeblich anständige Medien in diesem ganzen Sumpf mit drinnen stecken. Wahrscheinlich gingen/gehen auch die Kinder der Redakteure dieser Zeitungen in diese EU-Kindergärten.

(Der Chat ist auch aus anderen Gründen noch lesenswert. Unbedingt reinklicken, solang er online steht.)


Nationalratswahl 2008: Ergebnis in Prozent

Grüne: 26%; LIF: 24%; KPÖ: 23%; SPÖ: 18%; ÖVP: 8%; BZÖ: 1%; FPÖ: 0%Wieder einmal habe ich die Wahlkabine befragt und mein Ergebnis diesmal in Prozent umgerechnet.

Würden meine Punkte anstatt der tatsächlich abgegebenen Stimmen als Grundlage für die Mandatsverteilung herangezogen, hätten wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Zweierkoalition aus Grünen (26%) und LIF (24%). Unter Umständen (je nachdem, wie die Prozente tatsächlich in Mandate umgerechnet werden) ginge sich auch noch LIF mit KPÖ (23%) oder Grüne mit KPÖ aus.

Jedenfalls raus aus dem Nationalrat wären BZÖ und FPÖ. Die Volkspartei würde den Einzug mit 8% schaffen, die SP wäre mit 18% dabei.

Zwei Dinge interessieren mich jetzt:

  1. Wie würde das Wahlergebnis aussehen, wenn alle Wahlberechtigten ihre Entscheidung auf Basis solcher inhaltlichen Kriterien treffen würden?
  2. Was sagt Deep Blue dazu, wenn er wieder ausm Urlaub zurück ist? ;)