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Jolla: Der Hafen ist fertig

Unter der Adresse harbour.jolla.com hat Jolla heute das Portal freigegeben, über das Entwickler ihre Sailfish- und Android-Programme für Jolla-Kunden bereitstellen können. Das ist ein schöner weiterer Schritt, für sich allein aber gar nicht so aufregend. Daß so etwas kommen wird, war ja klar.

Durchaus aufregend hingegen sind die Vertragsbedingungen für Entwickler. Unter anderem besagen die nämlich, daß man für Positionierungsdienste die Geschäftsbedingungen von HERE akzeptieren muß. HERE, das ist das Kartenservice von Nokia, das auch nach dem Ausverkauf an Microsoft noch im Besitz der Finnen verbleibt. (Früher hieß es mal Ovi Maps, dann Nokia Maps, jetzt HERE.)

Das Geheimnis um den von Jolla verwendeten Kartendienst ist also gelüftet. Jolla hat bei Nokia Münzen eingeworfen und nutzt HERE. Das ist ein weiterer großer Pluspunkt für die 80-Mann-Bude: Jollas Kunden werden zum Großteil aus dem Ex-Nokia-Lager kommen und sind diesbezüglich verwöhnt. Die Aussicht, auf etwas Minderwertigeres wie Google Maps umsteigen zu müssen, schien für viele nicht erfreulich. Das ist nun vom Tisch.

Auch aus Nokias Sicht ist der Deal nicht unlogisch. Der Kartendienst gehört zu den wenigen Dingen, mit denen das Unternehmen jetzt noch Geld machen kann und war schon lange als Service gedacht, das man auch Drittfirmen anbieten kann.

Bin gespannt, was sie als nächstes aufmachen bzw. bekannt geben. Bis zum Jahresende ist ja nicht mehr so viel Zeit, und da wollten sie die ersten Geräte bei ihren Kunden haben.