Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Hardware und Software



Ich segle auf Uitukka

So. Ich wollt ja nicht. Aber weil offenbar inzwischen fast alle ein Update gemacht haben und ich mir wie ein alter Mann vorgekommen bin mit meiner Vorsicht, hab ich mich heute gegen Ende von CopStories für Uitukka angemeldet.

Während der ZiB2 war die Installation dann beendet, und siehe da: Es läuft tatsächlich. Fast hickupfrei. :)

Mein einziger Stolperer war, daß das Karten-Programm nicht ebenfalls aktualisiert wurde. (Das sollte, soweit ich mitbekommen habe, über den Jolla Store passieren. Tats aber nicht.) Mit diesem Problem bin ich nicht allein, das geht einigen so. (Den meisten ist das wohl gar nicht bewußt.) Ich hab die Aktualisierung in diesem Fall über die Kommandozeile mit pkcon durchgeführt. Wo ein SSH-Client, da auch ein Weg. ;)

Der Browser ist flotter, die neuen Kartenansichten machen sich gut, die Suchfunktion in der Musikwiedergabe ist wunderbar gelöst, einige Vereinfachungen in der Accountverwaltung machen das Leben leichter und eine Reihe zusätzlicher Funktionen in der Systemsteuerung sind auch nicht zu verachten.

Alle Warnung bleiben gültig, vor allem sind es einzelne Drittprogramme, die mit den Neuerungen unter Qt 5.2 nicht immer zurecht kommen. (Tidings zum Beispiel verweigert die Ansicht von Webseiten direkt im Programm.) Unterm Strich find ich Uittukka aber durchaus gelungen. Es ist aus meiner Sicht mehr als nur ein Spielzeug bis zur nächsten stabilen Version.

 

€100,- billiger: Jolla Phone direkt vom Hersteller um €249,-

Jolla Phone im online Shop Wer ein vergünstigtes, aber neues Jolla Phone direkt aus dem Webshop des Hersteller haben möchte, hat jetzt Gelegenheit dazu:

Jolla hat an seine Kunden Promotion-Gutscheine im Wert von € 100,- verschickt, die sie an Freunde und Bekannte weitergeben können. Bei mir bleibt dieser Gutschein ungenutzt liegen: Ich kenne niemanden, der nicht entweder schon mit einem (mehr oder weniger) smarten Phone versorgt ist oder sich bewußt für die „Ich will nur telefonieren!“-Variante entschieden hat. Erst recht bin ich der einzige in meinem Rudel, der sich in irgendeiner Weise für freie Software interessiert und Offenheit als Wert an sich begreift.

Deshalb hier an die anonyme Weltöffentlichkeit: Ich hab einen Gutschein, der auf shop.jolla.com einzulösen ist und mit dem man das € 349,- teure Telefon um € 249,- bekommt. Wer daran interessiert ist, möge sich über die im Impressum angegebene Mail-Adresse an mich wenden. :)

(Achtung: Der Gutschein gilt nur bis 2.11.2014 und nur für Kunden in der EU, der Schweiz und Norwegen. Er kann nur für den Kauf eines Telefons verwendet werden, nicht für Zubehör.)

 

Jolla: Uitukka nur auf Bestellung

Uitukka ist ein kleiner See, etwa 3 ½ Autostunden nordöstlich von Helsinki. Der kleine Ort Leppävirta liegt gleich in der Nähe. Ja, genau, der See ist es.

Uitukka ist auch eine Betriebssystem-Version von Jolla, die als „Update 9“ (Version 1.1.0.38) schon im September veröffentlicht werden sollte. „Update 9“ ist das anspruchsvollste seit der Markteinführung des Jolla-Phone: Der gesamte technische Unterbau wurde auf die neue Qt-Version 5.2 gehoben, das Schema für Versionsnummern entsprechend von 1.0.x auf 1.1.x geändert. (Wenn man den nebenbei im Netz gestreuten Informationen glauben darf, wird Qt 5.2 damit zum ersten Mal überhaupt auf einem kommerziellen Produkt eingesetzt.)

Gut einen Monat und 13 interne „Release Candidates“ später steht nun fest: Das wird nix mehr. Uitukka fällt aus, zum Download freigegeben wird erst wieder die nächste Version.

Im Prinzip.

Tatsächlich ist Uitukka seit heute verfügbar: Man kann sich bei Jolla anmelden, wenn man die aktuelle Arbeitsversion mit dem Stand 22.10.2014 tatsächlich unbedingt haben möchte. Rund 20-30 Minuten später soll man sie dann herunterladen können, heißt es. Risiko: Man kommt nicht mehr auf die Vorgängerversion zurück. Vor allem aber gibt es lästige Fehler im Speichermanagement der grundlegenden Qt-Komponenten, die der eigentliche Grund für die Nichtveröffentlichung sind. Sie führen dazu, daß das Telefon bei vollem Arbeitsspeicher deutlich zu ruckeln beginnt - unter Umständen bis zum nächsten Neustart, auch wenn Programme geschlossen werden.

Jolla rät normalen Kunden vom Update ab, empfiehlt es aber für Entwickler und risikofreudige Testuser. Entwickler sowieso: Die müssen ihre Programme „Qt-5.2-fit“ bekommen. Die Erfahrungen risikofreudige Benutzer können ins nächste reguläre Update einfließen.

Jetzt frag ich mich: Wer bin ich? Entwickler wohl kaum. Risikofreudiger Testuser? Eher neugieriger Testuser. ;) Rund 60 sichtbare neue Features warten im Update, außerdem etwa 260 Fehlerbehebungen. Auch wenn mich die Behebung eines Problems, das nur mit der russischen Spracheinstellung aufgetreten ist, nicht so wahnsinnig berührt, macht das alles in Summe schon neugierig. Soll ich? Soll ich nicht?

Für heute hab ichs mal bleiben lassen. Aber ich werde sehr genau verfolgen, welche Erfahrungen mutigere Sailors so machen. Wenn das in ein bis zwei Tagen gut aussieht, überleg ichs mir nochmal. Ruckeln darfs ruhig ein bißchen. Abstürzen sollts halt nicht. :)

 

Jolla: Die meistgenutzten Programme

Weather, Flickr, A1 TV und YTPlayer Nach einigen Monaten mit dem Jolla Telefon kann man schon mal das eigene Nutzungsverhalten reflektieren. Welche der vielen installierten Programme verwende ich am häufigsten? Ich habe zwei Top-10-Listen zusammengestellt, je eine für echte Sailfish-Programme und eine für Android-Anwendungen. Nicht aufgenommen wurden die Standardprogramme von Jolla (Browser, Mail, Chat, …) und die Clients für die Android-Stores. Die Reihung ergibt sich aus den „Gefällt mir“-Wertungen im Jolla Store (Sailfish) bzw. aus der Häufigkeit der Nutzung (Android).

Meine Top 10 Sailfish Anwendungen

  1. File Browser: gut gelöste Dateiverwaltung
  2. YTPlayer: YouTube-Client
  3. Screenshot: Artikel zum Jolla-Phone brauchen Screenshots :)
  4. Heebo: einfaches „drei Symbole pro Reihe“-Spiel mit Suchtpotential
  5. CodeReader: QR-Codes scannen
  6. Tidings: ein praktischer RSS-Reader
  7. IP Address: zeigt die IP-Adresse des Telefons; zwingend notwendig für den Zugriff per WLAN in dynamisch konfigurierten Netzen
  8. Memory: schneller Überblick über die Speicherbelegung (intern und SD-Karte)
  9. the Weather: hübsche Wetter-Applikation
  10. CitySailor: Abfahrtsmonitor für die Haltestellen der Wiener Linien

Meine Top 10 Android Anwendungen

  1. A1 TV: aktuelles TV-Programm und Inhalt der Videothek
  2. Flickr: einfacher Zugriff auf mein Flickr-Konto
  3. BAWAG-PSK: Telebanking
  4. Babbel: Sprachkurse für zwischendurch
  5. xkcdViewer: ein Leben ohne xkcd ist möglich, aber sinnlos
  6. Tumblr: abwechslungsreiche Bilder für die Taxifahrt
  7. Thalia: am Handy weiterlesen, wo man am Tolino eBook-Reader aufgehört hat
  8. Shazam: weil man sonst den Überblick verliert, was junge Menschen so hören
  9. Codecheck: was ist drin in den gekauften Produkten?
  10. Sandmann: weil der Sandmann einfach Kult ist

Sind das Empfehlungen? Nein. Nicht jeder nutzt A1 TV oder hat sich das Lesen im Web per RSS-Feeds angewöhnt. Aber es zeigt ein Muster. Würd mich interessieren, was die meistgenutzten Programme auf anderen (nicht notwendigerweise Jolla-) Handys sind.

 

SDXC-Karten am Jolla Phone

Jolla Phone mit offenem RückencoverVor wenigen Tagen erst habe ichs angekündigt:

[Ich werde] mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern.

Gesagt, getan, ein Mann, ein Wort (widedidewitt bum bum). Auf der Mariahilfer Straße flanieren, SD-Karte kaufen … und ab ins Abenteuer. :)

SD-Karten, die Grundlagen

Zunächst muß man wissen: SD-Karte ist nicht SD-Karte. Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Format (SD, mini-SD und micro-SD) gibt es noch drei technische Spezifikationen:

  • SD-Karten mit maximal 2GB Speicherkapazität
  • SDHC-Karten mit maximal 32GB Speicherkapazität
  • SDXC-Karten mit maximal 2TB Speicherkapazität (in der Praxis derzeit 128GB)

Die Unterschiede betreffen nicht nur die Speichergröße, sondern auch andere Teile der Spezifikation. Sie können zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn man ein Karte eines Typs in einem Gerät nutzen möchte, das dafür nicht ausgelegt ist. Eine Grafik auf dieser Seite der SD Association stellt die Kompatibilitätsanforderungen dar:

neue Generationen von SD-Karten sind nicht mit alten Geräten kompatibel

SDXC am Jolla

Was bedeutet das konkret fürs Jolla-Phone? Von Jolla wissen wir, daß SD- und SDHC-Karten problemlos funktionieren, SDXC-Karten jedoch nicht. Was Arbeitsauftrag genug ist, ausgerechnet eine SDXC-Karte zu kaufen und herauszufinden, was da dahintersteckt. :)

Ich habe mich für eine Sandisk Ultra SDXC mit 64GB entschieden. Damit sollte ich auskommen, wenn ich bisher mit 16GB zufrieden war. Warum aber mag Jolla die SDXC-Karte nicht? Wenn man sie einlegt, passiert nichts. Sie wird nicht erkannt.

Die Lösung ist gottseidank ausschließlich im Bereich der Software zu finden: Laut Standard müssen SDXC-Karten das Dateisystem exFAT von Microsoft verwenden. Microsoft hat die Spezifikation dafür nie offengelegt, hat es durch Patente vermint und verlangt heftige Lizenzgebühren von Firmen, die es in ihren Produkten verwenden wollen. Heißt für Jolla: Die legale Verwendung von exFAT ist zu teuer, die Verbreitung der existierenden exFAT-Treiber für Linux am Jolla-Handy illegal.

Was aber heißt es für einen Jolla-Benutzer? Zunächst wäre es möglich, exFAT einfach nachzuinstallieren. Ich habe auf den Seiten des Mer-Projekts die Pakete exfat-utils und fuse-exfat für Sailfish OS gefunden, die auch auf meinen anderen GNU/Linux-Systemen für den Zugriff auf exFAT-Partitionen sorgen. Was mich davon abgehalten hat: Es gibt keine Erfahrungsberichte. Zwar gilt fuse-exfat an sich als stabil, aber wer weiß, ob gerade dieses Paket am Jolla Phone ausreichend getestet ist. Ich möchte bei einem Dateisystem möglichst nicht der erste sein, der durch Bugreports zur Weiterentwicklung beiträgt.

Möglichkeit zwei ist, die SDXC-Karte auf ein Dateisystemzu bringen, das der von Jolla verwendete Kernel von Haus aus versteht. Zur Auswahl stehen FAT32, ext4 und btrfs. Btrfs hat mich gerade erst in die Situation gebracht, daß ich eine SD-Karte brauche, also schließe ich es aus. (Obwohl es ziemlich geil wäre: Ich könnte damit Karte und eingebauten Speicher als ein gemeinsames Dateisystem verwalten.) Ext4 ist ein erprobter Standard im GNU/Linux-Umfeld - allerdings nur dort. Für Windows-Systeme, Kameras, MP3-Player und die meisten anderen Geräte wird die Karte mit ext4 unlesbar. Bleibt das gute alte FAT32: steinzeitlich, simpel gestrickt, zu allem kompatibel und gut dokumentiert. Nachteile: Die Dateien dürfen nicht größer als 4GB sein (das werde ich verkraften) und nehmen nicht am Spiel mit den unter GNU/Linux üblichen Benutzerrechten teil (was noch nie gestört hat, seit es FAT-formatierte SD-Karten gibt).

Die Entscheidung ist also gefallen: Ich formatiere die SDXC-Karte neu mit FAT32. Was könnte dabei schon schief gehen?

SD-Karten formatieren ist eine Wissenschaft

Es gibt einen guten Grund, warum in der Regel davon abgeraten wird, Flash-Medien wie SD-Karten von Hand neu zu formatieren. Die Speicherzellen sind in Einheiten mit seltsamen Namen wie „Pages“, „Erase Blocks“ und „Allocation Units“ oder „Erase Block Groups“ zusammengefaßt, die für verschiedene Lese- und Schreiboperationen immer nur gemeinsam angesprochen bzw. verändert werden können. Die Gemeinheit dabei: Auch jedes Dateisystem verwaltet die Daten in größeren Blöcken. Wenn die Blockgrößen nicht zueinander passen, muß der Controller auf der SD-Karte im Extremfall mehrere GB an Daten lesen und zurückschreiben, um eine Textdatei von nur einigen Zeilen zu verändern. Das drückt einerseits auf die Geschwindigkeit, andererseits auf die Lebensdauer des Mediums. Absolutes Ziel: Die Blockgrenzen des Dateisystems sollen auf den von der Hardware vorgegebenen Blockgrenzen liegen und sie keinesfalls überlappen.

Wenn das nur so einfach wäre.

Eine SD-Karte sagt nämlich nicht, wie sie intern organisiert ist. Theoretisch sollte sie dem Standard entsprechend zumindest die Erase Block Size unter /sys/block/mmcblk1/device/preferred_erase_size bekannt geben (mmcblk1 ist hier der Name der Karte, wie er im Verzeichnis /dev aufscheint). Viele Karten tun das entweder gar nicht oder sie lügen dabei und geben fix 4GB an. Eine andere Größe wie die Allocation Unit kann man sich auf Basis der vom Hersteller vorgenommenen Formatierung zusammenreimen. Mit dumpexfat entlocke ich meiner Karte, daß Sandisk das Dateisystem in 128kB-Clusters aufgeteilt hat, was wahrscheinlich ein Hinweis auf die Allocation-Units ist. Ein nutzloser Hinweis allerdings, FAT32 kann so große Einheiten nicht abbilden.

Was also hab ich getan? Zunächst mal hab ich versucht, eine ganz grobe Fehlerquelle auszuschalten: Statt die Karte komplett neu zu partitionieren, hab ich nur den Typ der vorhandenen exFAT-Partition auf „W95 FAT32 (LBA)“ geändert. fdisk -l verrät, daß die Partition irgendwo mitten auf der Karte anfängt und nicht mit dem ersten Sektor. Es wäre also verführerisch, diese Platzverschwendung mit einer Neupartitionierung zu korrigieren. Ich habs bleiben lassen - Sandisk wird sich schon was gedacht haben dabei. (Außerdem hab ich irgendwo gelesen, daß es am Anfang jeder SD-Karte einen „geschützten Bereich“ gibt, wofür auch immer. Das wird er sein.)

Dann hab ich versucht, die Erase Block Size herauszufinden, einen wesentlichen Faktor. Weil die Karte sicherheitshalber gleich gar keine Info ausspuckt, hab ich mich auf das Tool flashbench verlassen, dessen Verwendung eher fortgeschrittener Kaffeesudleserei gleicht und unter anderem hier beschrieben wird. Das Ergebnis war - so hab ich es interpretiert - eine Erase Block Size von stolzen 8GB. Das kann hinkommen: Der leere Bereich am Beginn der Karte umfaßt genau 16GB, endet also an der Grenze eines Erase Blocks. Für alles Folgende gilt also: Niemals mit irgendeiner Einheit des Dateisystems eine 8GB-Grenze kreuzen. Klingt simpel.

War dann auch simpel. Die einzige Einheit, die ich beim Formatieren mit FAT32 noch beeinflussen konnte, war die Clustergröße. Ideal wärs gewesen, hätte ich die 128kB-Cluster der Originalformatierung beibehalten können. Die sind von Sandisk sicher bewußt so gewählt. Leider kann FAT32 aber nur mit Clustergrößen umgehen, die unter 64kB liegen. Egal: Der wesentliche Punkt ist meinem Verständnis nach ja, daß die logischen Einheiten des Dateisystems und die physischen der Karte einander nicht überlappen. Wenn mehrere kleine Blöcke des Dateisystems punktgenau in eine der Verwaltungseinheiten der SD-Karte passen, sollte das zumindest OK sein. Ich hab also einfach ein Viertel der ursprünglichen 128kB-Cluster genommen und FAT32 mit 32kB-Clustern formatiert. Wenn die ursprünglichen 128kB irgendeine Bedeutung hatten, bin ich mit den 32kB zumindest nicht ganz daneben. Und auch die 8GB Erase Blocks lassen sich durch 32kB sauber teilen.

War damit alles erledigt? Nein. Ein FAT32-Dateisystem besteht nicht nur aus Dateiblöcken, sondern auch aus einem Bereich für den File Allocation Table „FAT“, der so etwas wie das Inhaltsverzeichnis darstellt. Dieser FAT steht ganz am Anfang der Partition und schiebt daher alles andere nach hinten. Das würde alles zunichte machen, wenn die Größe des FAT eben gerade nicht ins Schema der Blockgrößen paßt. Um dieses Problem zu lösen, bin ich sehr frei nach diesem Artikel vorgegangen. Der Trick ist, das Dateisystem zweimal zu formatieren. Beim ersten Mal wirft mkfs.vfat die Größe der beiden File Allocation Tables aus, die es angelegt hat. In meinem Fall waren es, soweit ich mich erinnern kann, etwas über 14GB - knapp genug an der nächsten Erase Block Grenze bei 16GB. Ich habe den Parameter -R von mkfs.vfat verwendet, um die FATs genau so weit zu verschieben, daß sie exakt bei 16GB enden und die nachfolgenden Datenblöcke wieder perfekt ausgerichtet sind.

Danke, Android!

Obs das zu 100% richtige Ergebnis ist? Ob ich mich nicht doch irgendwo um 1 Byte verkalkuliert habe? Niemand weiß es. Ich habe kein Tool gefunden, mit dem man die hier geschilderten Zusammenhänge einfach auslesen und visualisieren kann. Die Karte ist nach wie vor schnell (eine minimale Geschwindigkeitseinbuße läßt sich erklären, weil FAT32 einfach nicht so effizient arbeitet wie exFAT). Überraschend für mich war doch, wie viele Leute sich im Internet über genau dieses Problem mit den SDXC-Karten unterhalten. Das können doch nicht alles Jolla-User sein? Bzw.: Wer verwendet denn schon SD-Karten am GNU/Linux Desktop? Des Rätsels Lösung heißt Android: Eine ganze Reihe von Android-Geräten war (und ist?) mit SDXC-Karten genauso überfordert wie mein Jolla-Handy, und die wesentlich größere Nutzerschar hat sich drüben auf der anderen Seite des Zauns bereits um Lösungen umgesehen, die ich nur mehr abschreiben mußte. Gut gemacht! :)

 

Jolla: Btrfs-Fehler eingetreten

Autsch! Das tut weh. Seit einigen Tagen macht mein Jolla-Phone seltsame Dinge. Der Browser hängt gelegentlich, die Tastatur legt Denkpausen ein, es ist irgendwie alles nicht mehr so flüssig.

Da war doch was? Da hab ich doch mal was gelesen?

Genau, da war mal was. Dieser Artikel auf together.jolla.com erklärt ausgesprochen abschreckend und hochtechnisch, warum das Dateisystem btrfs vielleicht doch nicht die ideale Wahl für ein endkundentaugliches Produkt ist. (Die Entscheidung für btrfs hat Jolla übrigens aus MeeGo-Tagen übernommen - nicht ganz unberechtigt. Btrfs gilt als das Dateisystem der Zukunft und verfügt über Eigenschaften, die es besonders für die Flash-Speicher von Smartphones interessant machen. Es gilt nur leider auf der anderen Seite noch nicht als 100%ig stabil.)

Der Hintergrund, stark vereinfacht ausgedrückt: Einerseits lügt btrfs, was den noch verfügbaren Speicherplatz betrifft. Es wiegt den Benutzer mit angeblich freiem Speicher in Sicherheit, den es in Wahrheit gar nicht mehr nutzen kann. Andererseits müssen zur optimalen Auslastung der Speichermedien gelegentlich Aufräumarbeiten durchgeführt werden, die btrfs aber nicht automatisiert.

Unterm Strich passiert (abhängig davon, ob eher große oder kleine Dateien am Telefon liegen und wie viele Schreibvorgänge stattgefunden haben) offenbar Folgendes: Ab einer angegebenen Auslastung von ca. ⅔ wirds eng. Da kann es passieren, daß das Dateisystem schon an der Erschöpfungsgrenze arbeitet, obwohl es noch 30% freien Speicher angibt.

Ob das der Fall ist, kann man als root mit dem Befehl

btrfs fi show

feststellen. Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

Label: 'sailfish'  uuid: 0f8a2490-53ed-4ff6-bb34-b81dfe430397
    Total devices 1 FS bytes used 6.42GB
    devid    1 size 13.75GB used 13.75GB path /dev/mmcblk0p28
Btrfs v0.20-rc1

Wenn da wirklich size 13.75GB und used 13.75GB steht, also beide Male 13.75GB, dann gibts ein Problem.

Lösen kann man es im Prinzip recht einfach, die Schritte sind auf dem oben verlinkten TJC-Eintrag beschrieben: Zuerst ordentlich Platz freischaufeln, indem man Fotos, Videos und Musik auf einen Laptop oder auf die Speicherkarte befördert. (Ich hab mich auf ca. 50% freien Speicher runtergearbeitet - wobei 50% der „gelogene“ Wert ist.) Danach gibt man, wieder als root, folgenden (leider durchaus gefährlichen) Befehl ein:

btrfs balance start /

Gefährlich ist der Befehl deswegen, weil er ziemlich tief ins Dateisystem eingreift. Er veranlaßt genau die Aufräumarbeiten, die btrfs derzeit noch nicht automatisch durchführt. Das kann, je nach Zustand des Dateisystems, 15 Minuten oder mehrere Stunden dauern. Während dieser Zeit läuft die CPU auf Hochtouren, es wird daher dringend empfohlen, das Ladekabel anzustecken. Außerdem sollte man die Aktion ausschließlich per SSH starten, damit man gegebenenfalls in einem weiteren Fenster Logfiles überwachen oder die ganze Operation elegant beenden kann.

Erfahrungsbericht von mir: Es hat etwa 20 Minuten gedauert und war durchaus spannend. Ich hatte nämlich gleich mehrmals das Jolla-Bootlogo am Schirm, und ein Neustart während einer Operation am Dateisystem verheißt nichts Gutes. Laut TJC handelt es sich aber gar nicht um „echte“ Neustarts, sondern um das wiederholte Starten essentieller Systemservices, die mit der hohen CPU-Last nicht zurecht kommen. Auch nicht besser … :)

Apropos: Einen echten Neustart sollte man tunlichst vermeiden, auch wenn das Telefon während der Daten-Reorganisation gelegentlich mal tot wirkt. Keine gute Idee.

Was lerne ich daraus? Mein Plan, das hochmoderne btrfs auch für die SSD am großen PC einzusetzen, ist vorerst mal vom Tisch. (Aaron Seigo hat auf seinem Blog beschrieben, wie es ihm damit ergangen ist.) Stattdessen werde ich mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern. Angeblich (obwohl die Informationen widersprüchlich sind) benimmt sich btrfs brav, solange es nicht zu voll wird.

 

SMS vom PC aus beantworten mit Squilla

Icon von SquillaErinnert sich noch jemand an HeySMS? Thibault Cohen hat das Programm für das N900 vor zwei Jahren veröffentlicht. Mit HeySMS konnte man SMS vom PC aus lesen und beantworten, ohne dafür extra ein spezielles Programm am PC installieren zu müssen. Irgendein x-beliebiges, standardkonformes Instant Messaging Programm reichte vollkommen aus und konnte die Verbindung zu den SMS-Konversationen am N900 herstellen.

Aus mehreren Gründen hat Thibault Cohen das Nachfolgemodell des N900, das Nokia N9, übersprungen. Jetzt aber meldet er sich zurück und bietet exakt die gleiche Funktion fürs Jolla Phone an. Squilla heißt das neue Programm. Es befindet sich offenbar noch in heftiger Entwicklung, ist aber zumindest für mich schon einsatzbereit. Mit einem in Pidgin eingerichteten Link Local Konto (Pidgin nennt das im Apple-Sprech „Bonjour“) greife ich auf die Kontakte am Jolla Phone zu und sende ihnen SMS-Nachrichten. Fein! Sehr fein!

Ich liebe es, wenn gute alte Bekannte aus der Maemo-Zeit wieder auftauchen. :)

 

Endlich wieder: NFC zum Bezahlen

Maestro PayPass NFCIm April 2012 hab ich Blut geleckt: Im Rahmen eines A1-Testprogramms konnte ich bei ausgewählten Händlern mit NFC kontaktlos bezahlen und war begeistert. Vor allem in unserer Kantine hat sich das Geldausgeben en passant als ausgesprochen praktisch erwiesen.

Rund ein halbes Jahr später wars vorbei, das Testprojekt wurde eingestellt. (Wer weiterhin kontaktlos mit A1 zahlen möchte, kann das tun: Die A1 Visa Karte hat einen NFC-Chip.)

Für mich geht der Spaß ab heute weiter: Meine Bank hat es endlich geschafft, die im Urlaub (wie jedes Jahr) durchgeschmorte Bankomat-Karte durch ein Exemplar mit NFC-Funktion zu ersetzen. Hollaroiduliö! Die Geschäfte, die's akzeptieren, sind auch deutlich mehr geworden. Inzwischen ist auch der Billa dabei, bei dem ich 90% meiner täglichen Einkäufe erledige. (Und natürlich die Betriebskantine, auch die schluckt wieder NFC.)

Oft benötigen gute Ideen eben einen zweiten Anlauf. Gottseidank gabs den in Sachen NFC! :)

 

A1: Das beste Netz im deutschsprachigen Raum

A1 Werbung: Handy EintauschbonusGerade rollt im Rahmen der Kampagne „Wir machens einfach“ die neue TV-Werbung meines Brötchengebers durch die heimischen Wohnzimmer. Drei Spots, die mir - nebenbei gesagt - ausgesprochen gut gefallen: „A1 Handy Teilzahlung“, „A1 Startklar Service“ und „A1 Handy Eintauschbonus“. Sie streichen einen wesentlichen Aspekt unseres Leistungsangebots heraus und wurden (Trommelwirbel!) mit echten A1-Shop-Mitarbeitern statt hohlen Models gedreht.

Was mich auf eine Werbung aus dem Dezember 2013 über die A1-Netzqualität und meine diesbezüglichen Urlaubserfahrungen bringt. (Wie elegant ich immer die Kurve krieg hier im Blog, gell? Aktuelle Werbung, Stichwort Werbung, frühere Werbung, Werbeaussage in Verbindung mit Urlaub … Was bin ich doch für ein gefinkeltes Kerlchen.)

Damals, im Spot „Das bei weitem beste Netz im deutschsprachigen Raum“, haben wir kurz und knackig und ganz ohne Models die Aussage des Connect-Tests hervorgehoben: Wir haben das beste Netz. Nicht nur das beste Netz Österreichs, sondern das beste Netz von der Nordsee bis zum Wörthersee, von Usedom bis Genf. Meine private Erfahrung mit den bundesdeutschen Mobilfunkbetreibern zeigt mir: Ooooh ja! Das stimmt. Und wie das stimmt!

Echt, wir Ösis haben keine Ahnung, wie gut es uns geht. In Deutschland gibts in einem Gebiet, in dem laut den Auskünften aller Netzbetreiber zumindest 3G, wenn nicht sogar LTE verfügbar sein sollte, oft nicht einmal ein Netz. Telefonieren? SMS schicken? Fehlanzeige. Wenns dann mal klappt (gelegentlich hatte ich 3G und vollen Empfang laut Handy-Display), dann kriechen die Daten auf der dortigen 3G-Autobahn langsamer dahin als seinerzeit bei Btx. Un-glaub-lich. Internet-Verbindung im Zug? Wenigstens rund um Berlin, das ja kein Kuhdorf ist? Geht nicht.

Nicht vergessen: Ich war dort ja nicht an einen bestimmten Provider gebunden. Als roamender Tourist hat man die Auswahl unter allen Netzen und darf sich der Reihe nach über T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus wundern. Einer schlechter als der andere. (Ich hatte drei Handys verschiedener Hersteller mit, auch daran kanns nicht liegen.)

Ich gelobe hiermit also feierlich und öffentlich: Ich werde mich nie mehr wieder über das einzige Funkloch ärgern, das ich innerhalb Österreichs kenne (auf der Fahrt Richtung Linz, kurz nach St. Pölten). Ich werde es nie mehr wieder für selbstverständlich halten, daß ich bisher überall LTE-Empfang hatte, egal wo's mich hinverschlagen hat. Ich werde es nie mehr wieder für selbstverständlich halten, daß mir innerhalb Österreichs noch kein Gespräch einfach so mittendrunter abgebrochen ist. Und ich werde mich bei jedem Telefonat über die klare, rauschfreie Verbindung freuen.

Fernsehwerbung und Connect-Tests sind eine Sache. So richtig glauben tut mans erst dann, wenns einem nach dem beworbenen Testergebnis nochmal so richtig bewußt wird, weil man das Handy mit ausgestrecktem Arm aus dem Hotelfenster hält. *LOL*

 

Tahkalampi, der Feriengruß von Jolla

Jolla Phone: Jedes Android Programm im eigenen FensterNicht ganz vier Autostunden nordöstlich von Helsinki liegt der kleine See Tahkalampi. Ich hab nicht mal Fotos von dort gefunden im Internet. Egal, denn Kenner wissen: Mir gehts nicht ums Gewässer, mir gehts ums Betriebssystem-Update für mein Jolla-Handy.

Tahkalampi (oder Version 1.0.8.19) ist die Überraschungsausgabe vor der Sommerpause; das Update, das es eigentlich ursprünglich nicht mehr geben hätte sollen. Entsprechend wenig wirklich Neues bringt es mit sich. Immerhin: Der komplette Netzwerk-Code für WLAN und mobile Datenverbindungen wurde einer Runderneuerung unterzogen. Android-Programme passen sich nun besser der Sailfish-Oberfläche an, weil jedes von ihnen in einem eigenen Fenster läuft. (Bisher hat man alle Android-Programme verabschiedet, wenn man aus Versehen das eine sichtbare Fenster des Android-Emulators geschlossen hat.) Endlich auch wieder da: Die vom N9 gewohnte Möglichkeit, Lesezeichen des Browsers im Programmstarter abzulegen.

Knapp 150 wahrnehmbare neue Features und Bugfixes sind es diesmal. Eines fehlt schmerzlich: Die erst vor genau einer Woche angekündigte Statusanzeige im Ruhemodus. Zwar ist der Code dafür im Betriebssystem vorhanden, seit es das Jolla-Phone gibt. Zwar tauchen auch immer wieder Anleitungen dafür auf, wie man ihn aktivieren kann. Eine saubere Einbindung in die Systemeinstellungen hat halt gefehlt und war aufgrund der Vorankündigung erwartet worden. War wohl nix. Jetzt heißts entweder die mce-tools installieren oder aufs nächste Update in zwei Monate warten … :)