Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Hardware und Software



Gastfreundliches Bürstenhörnchen

Bis 2014 habe ich bei meinen Ubuntu-Installationen den 6monatigen Update-Zyklus mitgemacht. Jedes Jahr sind also zwei brandneue Ubuntu-Versionen auf meinen Geräten gelandet. Das war lustig, weil ich Updates mag. 2014 war aber auch das Jahr, in dem sich die Entwicklung der Desktop-Version von Ubuntu spürbar verlangsamt hat. Ressourcen sind mehr und mehr in die Touch-Variante für mobile Geräte geflossen. Also hab ich mir damals gedacht: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um auf LTS-Releases umzusteigen. Die kommen nur alle zwei Jahre im Rahmen des normalen Update-Zyklus heraus, werden dafür aber auch länger mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt.

Ubuntu 14.04 war eine solche LTS-Version, also hab ich das entsprechende Hakerl in der Systemsteuerung gesetzt und 14.10, 15.04 und 15.10 an mir vorüberziehen lassen. Zwei Jahre nur Programmupdates und Sicherheitsaktualisierungen, keine groben Änderungen am Betriebssystem. Bis jetzt. Ubuntu 16.04.1 „Xenial Xerus“ (eben: „gastfreundliches Bürstenhörnchen“) ist die neue LTS-Release und hat sich bei mir gemeldet. Im Lauf der letzten Woche hab ich sie auf meinen Ubuntu-Geräten installiert.

Was soll ich sagen? Zwar haben sich unter der Haube wirklich grobe Veränderungen abgespielt (der Wechsel von Upstart auf Systemd zum Beispiel, das auch von SaifishOS und Gentoo genutzt wird), als Benutzer bekommt man davon aber kaum etwas mit. Da bemerkt man höchstens, daß Scollbalken sich geringfügig anders verhalten als früher, daß das Ende eines scrollbaren Bereichs mit einem kleinen optischen Hinweis angezeigt wird, daß das Software-Center jetzt anders aussieht (weil die Ubuntu-Eigenentwicklung aufgegeben wurde und man auf das Gnome-Softwarecenter setzt) … Ansonsten ist ein Ubuntu 16.04 auf den ersten Blick kaum von einem 14.04 zu unterscheiden.

Ich klopf mir also auf die Schulter und sag: richtige Entscheidung damals. Ein Update alle zwei Jahre reicht bei Ubuntu im Moment vollauf. :)


Jolla: Aurajoki

Aurajoki Aurajoki ist kein See irgendwo in Finnland. Um der neuen Dynamik Ausdruck zu verleihen (immerhin hat Jolla gemeinsam mit Intex gerade das erste Telefon eines Fremdherstellers mit SailfishOS auf den Markt gebracht), wechseln die Finnen jetzt von Seen auf Flüsse. Aurajoki ist 70km lang und mündet bei Turku ins Meer.

Wie vermutet bringt das Update mit der Release-Nummer 2.0.2.48 alle Modelle auf den gleichen Stand: Das Jolla C und das Intex Aqua Fish sind ja vor wenigen Wochen erst mit einer Vorabversion von Aurajoki ausgeliefert worden. Jetzt gibts diese OS-Version auch für das Tablet und das ursprüngliche Jolla Phone. (Totzdem wollte auch mein Jolla C updaten: Die Versionsnummer ist höher als die der Vorabversion; einige Fehler wurden beseitigt, vor allem der besonders lästige bei der Eingabe von Suchbegriffen im Browser.)

Wegen der unterschiedlichen Ausgangslage spar ich mir auch die übliche Aufzählung der Veränderungen. Es läßt sich so einfach nicht sagen. Was am Tablet jetzt besser funktioniert als vorher, war am Jolla C bereits so umgesetzt. Fehlerbehebungen am Jolla C wiederum wirken sich am ersten Jolla Phone nicht aus, weil dort der entsprechende Fehler gar nicht aufgetreten ist. Da müßte ich für jedes Gerät extra zählen.

Jedenfalls: Ein neues Update, das die ältere Hardware in etwa auf das Niveau von Intex Aqua Fish und Jolla C hebt und bei diesen neuen Geräten die Bugs der Vorabversion ausbügelt. Ein sehr netter Zug von Jolla, mir dieses Update noch vor meinem Urlaub zu schenken. :)


Jolla C und Intex Aquafish

Das Jolla C in seinem Häuschen Der indische Elektrokonzern Intex beginnt sein Sailfish-Handy „Aqua Fish“ zu verkaufen - und ich bekomme mein Jolla C geliefert. Der zeitliche Zusammenhang ist kein Zufall: Das Jolla C ist das Intex Aqua Fish, nur mit einem anderen Firmenlogo hinten drauf. So gesehen hab ich heute also zwei Telefone also zum Preis von einem bekommen. :)

Apropos Preis: € 136,- hat mich das Ding inklusive Versand, exklusive Steuern gekostet. In Indien ist das Aqua Fish ab ca. € 80,- zu haben (exkl. Versand). In dieser Preisklasse bekommt man bei uns in Europa die Restbestände von vor drei Jahren. (Ein HTC One beispielsweise wird um € 130,- angeboten; auch ein Nokia C3 mit S40 findet man ums gleiche Geld.) Zwar ist die Frage nach der Markttauglichkeit in Europa nicht wirklich sinnvoll, weil nur eine begrenzte Stückzahl an Entwickler und engagierte Community-Mitglieder verkauft wurde (das C steht für „Community Device“), aber dennoch: Was kann das billige Jolla C überhaupt können? Und was können sich die Inder vom Aqua Fish erwarten?

Zunächst die negativen Punkte: Man sieht, wo gespart wurde. Das elegante finnische Keks-Design ist einem simplen Plastikblock gewichen. Das modulare Konzept der austauschbaren Rückseite hat Intex fallen gelassen - es gibt genau eine Abdeckung, und die kann nichts anderes als das Akku-Fach verschließen und im häßlichsten Orange des Subkontinents erstrahlen. Aus welchem Material der Touchscreen ist, läßt sich nicht sagen. Jedenfalls hat Jolla noch vor der Auslieferung eilig eine Mail an alle Kunden geschickt: „Achtung! Wir haben eine Schutzfolie über den Bildschirm geklebt. Bitte keinesfalls abziehen, die muß da so sein.“ Das läßt nicht auf Gorilla Glass schließen. :) Schließlich wurden sogar noch beim LED-Benachrichtigungslämpchen ein paar Rupien eingespart. Statt Textnachrichten, Mails, Ladezustand und Anrufe in unterschiedlichen Farben und Helligkeitsabstufungen zu signalisieren, leuchtet es nun nur mehr weiß.

Mit einem Wort: Die äußere Verarbeitung ist so, wie es der Preis erwarten läßt. Runterfallen darf einem das Ding ganz bestimmt nicht. Ob das am indischen Markt eine Rolle spielt, kann ich nicht beurteilen. Was man so liest, dürfte Intex genau diese Art von Hardware seit Jahren produzieren und sich damit zwar einen schlechten Ruf erworben, aber auch gutes Geld gemacht haben. Für die Jolla C Zielgruppe in Europa spielt die Verarbeitung wohl eine untergeordnete Rolle. Hier ist anzunehmen, daß die Käufer das Gerät zum Großteil ohnehin nur benutzen, um ihre selbstentwickelte Software außerhalb des Development Kits zu testen. (Was ich natürlich auch machen werde. Ehrenwort!)

Für die, die sich von Plastikblock und Bildschirmschutzfolie nicht abschrecken lassen und das Telefon tatsächlich als ihr neues Sailfish-Handy verwenden, hat es durchaus auch einige Vorteile:

Der am ersten Jolla als zu dunkel kritisierte Bildschirm ist deutlich heller geraten. Das juckt mich jetzt nicht so, weil ich bei allen Handys die Bildschirmhelligkeit immer ganz runter schalte … aber vielen Leuten ist das wichtig. Ebenfalls ein Kritikpunkt beim Jolla 1: die geringe Auflösung. Damit ist jetzt Schluß, die Zahl der Bildpunkte hat sich verdoppelt.

Wirklich erfreulich ist die Hochrüstung im Inneren: Statt zwei Prozessorkernen gibt es vier, statt 1 GB Arbeitsspeicher sind es nun 2 GB. Damit überschreitet das Jolla C genau die Grenze, die SailfishOS in seiner derzeitigen Form offenbar braucht, um wirklich ohne jede Einschränkung zu arbeiten. Es ist nicht um Größenordnungen schneller als sein betagter Vorgänger, der ja zumindest die Mindestanforderungen übererreicht hat. Aber: Es läuft auch dort noch ohne Mühen und Murren, wo das Jolla 1 beim Multitasking erste Ruckler gezeigt hat:

Als kurzen Test habe ich eine OGG-Vorbis-Audiodatei im Media-Player abgespielt. Dann: Media-Player in den Hintergrund, Android-Applikation starten (damit aktiviert man auch alle Abhängigkeiten der Android-Laufzeitumgebung), in der Android-Applikation ein Video aus dem Internet streamen (Musik läuft weiter), zum Schluß die Android-Applikation ebenfalls verkleinern. Mein altes Jolla kann das grundsätzlich: Die Musik läuft weiter, das Android-Programm startet ohne gröbere Wartezeit, auch das Video ist zu sehen - allerdings mit 2 Bildern pro Sekunde. Spätestens dann, wenn ich das Android-Fenster auf dem Multitasking-Schirm verkleinere, setzt auch die Musikwiedergabe für den Bruchteil einer Sekunde aus.

Dem Jolla C ist das alles völlig egal. Gleiche Audiodatei, gleiches Video, gleicher Ablauf - die vier Prozessorkerne holen noch nichtmal tiefer Luft als im Ruhezustand. Genau diesen Unterschied hab ich mir von der neuen Hardware versprochen, und genau das leistet das Jolla C.

(Interessehalber wollte ich den Test mit meinem Samsung Galaxy wiederholen, das ähnliche technische Daten aufweist wie das Jolla C. Das Galaxy kann aber die Audiodatei nicht wiedergeben. Das Abspielen irgendeines beliebigen anderen Songs wird unterbrochen, sobald das Video in den Vollbildmodus geht. Das scheint dort eher nach dem Motto zu funktionieren: Lieber erst gar nicht versuchen, dann kann man auch nicht versagen.)

Ansonsten: Der von Nokia bekannte und damals immer populäre Radioempfänger kommt zurück. Die entsprechende Software ist direkt in den Media Player eingebaut und verarbeitet freundlicherweise auch die RDS-Informationen zu Stationsname, Künstler und Song (Radiotext). Nicht enthalten ist der UKW-Sender, mit dem man seine Musik auf jedes alte Küchenradio übertragen konnte. Die Kamera soll laut Infos im Web bei fast gleichlautenden technischen Eckdaten deutlich bessere Bilder produzieren als die des ersten Jolla Phone. Ich wollte jetzt nicht so viele Testfotos von meinem Vorhang schießen, aber die Behauptung glaub ich ungschaut - schlechter jedenfalls kanns ja nicht mehr werden. :)

Weil das Jolla C (bzw. Aqua Fish) zwei SIM-Karten unterstützt, mußte eine neue Version des Betriebssystems geschnitzt werden. Soweit ichs verstanden habe handelt es sich um eine gerade mal halbwegs stabile Vorversion des nächsten echten Updates, in der die Dual-SIM-Unterstützung eben vorweg genommen wurde. Große Überraschungen findet man nicht. Die meisten Änderungen beziehen sich auf neue Hardware-Features wie eben Radio und Dual-Sim. Ein paar Kleinigkeiten habe ich trotzdem entdeckt: So gibt es nun einen „Alle individuellen Einstellungen zurücksetzen“-Knopf in der Kamera, endlich eine fix eingebaute Taschenlampen-Funktion bei den Schnellzugriffen (eine „Äpp“ weniger) und eine völlig neu gestaltete, informativere Übersicht über die interne Speicherbelegung.

Naja … Hab ich wieder was zum Spielen. *gg*


Da tut sich was

Na schau an. Da kommt was auf mich zu. :)
Ortszeit Ort Aktion
16. Juli 2016 16:12 Liege Euro Hub Sendung wurde weitergeleitet
15. Juli 2016 06:28 Hong Kong Sendung wurde weitergeleitet
14. Juli 2016 20:32 Vienna Empfänger für Zollabfertigung kontaktiert
14. Juli 2016 20:31 Vienna Sendung wird verzollt
15. Juli 2016 01:35 Hong Kong Sendung in der Umschlagbasis eingetroffen
15. Juli 2016 01:01 Kwai Fong Depot Sendung wurde von der Abgangsniederlassung weitergeleitet
14. Juli 2016 23:58 Kwai Fong Depot Sendung wurde weitergeleitet
14. Juli 2016 23:57 Kwai Fong Depot Sendung in der Ausgangsniederlassung entgegengenommen
14. Juli 2016 19:32 Kwai Fong Depot Sendung wurde beim Versender abgeholt

Oysters-Smartphone mit Sailfish OS

Oysters-Smartphone mit Sailfish OSVöllig unvorbereitet und ganz ohne entsprechendes Gerüchtebrodeln im Vorfeld hat der russische Smartphone- und Tablet-Hersteller Oysters LLC ein mit Jollas Sailfish OS betriebenes Smartphone angekündigt. Zwar ist noch kein Datum für die Markteinführung bekannt, allerdings hat das Telefon bereits seine eigene Seite mit ausführlichen technischen Details im Produktkatalog der Firma. Mehr noch: Das Unternehmen wirbt gleich auf der ersten Seite seines Internet-Auftritts mit dem neuen Sailfish-Gerät. Irgendwem dort dürfte es also ernst damit sein.

Von der äußeren Form her sieht das Smartphone aus wie ein sehr übereilt konzipiertes Android-Telefon. Sogar die altertümlichen, für Android typischen Tasten zur Navigation sind auf den ersten Bildern zu sehen, obwohl sie unter SailfishOS völlig überflüssig sind.

Auffällig ist, daß es von Jolla noch keine Presseaussendung oder sonstige Bestätigung gibt. Das könnte darauf hindeuten, daß Oysters das Betriebssystem nicht direkt von Jolla lizensiert hat, sondern vom erst kürzlich in Russland gegründeten Unternehmen Open Mobile Platform (OMP), das SailfishOS für den russischen Markt adaptieren möchte.

Aufregende Zeiten für ein Betriebssystem, das vor einem halben Jahr noch dem Untergang geweiht schien. Was mich nur ein kleines bißchen irritiert: Zwar kündigt seit dem Mobile World Congress ein Unternehmen nach dem anderen neue Modelle auf Sailfish-Basis an … tatsächlich gesehen hat man aber noch keines. Weder das Intex Aquafish noch das Turing Phone noch das Mi-Fone noch das Gerät von Oysters. Die Finnen müssen aufpassen, daß Sailfish nicht zum Synonym für Vaporware wird. :)


Ich, der Server-Admin

Server-Rack Der 26. Mai war ein Feiertag. Da kann man schon mal auf blöde Ideen kommen, wenn einem fad ist. Ich zum Beispiel habe beschlossen, mir einen Computer zu kaufen. Keinen „echten“ Computer zum Angreifen, nein, einen virtuellen Rechner. Der existiert nur als für mich reservierte Speicher- und Rechenkapazität in einem verteilten Rechenzentrum, hat Internet-Anschluß mit einer fixen IP-Adresse und läßt mich drauf rumspielen, wie ich will.

Brauch ichs? Nein. Ist es lustig? Ja! Ich hatte in den letzten Jahren immer mal wieder dumme Ideen, die man nur mit einem Server mit fixer IP-Adresse realisieren hätte können. Jetzt ist er da, der Server. Und jetzt wart ich auf die nächste dumme idee. :)

Erste Aufgabe war, den Rechner halbwegs vernünftig zu konfigurieren. Will heißen: so abzusichern, daß er nicht über Nacht die halbe Welt mit Spam zuschüttet oder andere böse Dinge treibt. Und das ist der Hauptgrund für diesen Artikel: Ich will ja später ungefähr wissen, was ich alles getan habe. (Ein weiterer Grund für diesen Artikel ist, daß ich einfach Werbung für den Provider World4you machen muß. Aber dazu später.)

Schritt für Schritt konfigurieren

Praktischerweise kann ich den Server mit einer ganzen Reihe von Betriebssystemen aufsetzen. Darunter befindet sich auch Ubuntu 14.04. Das ist eine LTS-Version, die ich auf zwei anderen Rechnern bereits installiert habe und daher gut kenne. Nichts liegt daher näher, als Ubuntu 14.04 als Betriebssystem zu installieren. (Wobei installieren fast das falsche Wort dafür ist: Man drückt auf der Webseite von World4you auf einen Knopf und schon ist der Rechner neu aufgesetzt. Wenn das nur bei meinem Laptop auch so schnell ginge. *gg*)

Gleich zu Beginn steht der Rechner mit einem relativ offen konfigurierten SSH-Server da (root-Zugang ist z.B. möglich). Eine Reihe von typischen Services (für Mail, Web, Datenbanken, …) läuft. Eine Firewall habe ich aber nicht gefunden.

Schritt Nummer eins daher: Zwei Tools installieren, die ich für alles Weitere benötige. Nano, meinen Lieblingseditor zum Anpassen der Konfigurationsdateien, sowie ufw zur einfachen Konfiguration der Firewall.

Gleich als nächstes wird ufw eingerichtet und aktiviert: SSH habe ich vorläufig als einziges Service zugelassen und gleichzeitig mit ufw limit ssh limitiert.

Der nächste Schritt ist eine Vorbereitung zum Abschalten des Root-Logins via SSH. Wenn root nicht mehr darf, muß jemand anderer dürfen. Also wird ein neuer User angelegt.

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, den OpenSSH-Daemon einzuschränken: Zuerst erzeuge ich auf meinem Rechner ein Schlüsselpaar und übertrage den öffentlichen Schlüssel auf den Server. Danach sage ich dem SSH-Server: Login als nur mehr über das Schlüsselpaar, nicht mehr mit Passwort; und: root muß draußen bleiben, nur mehr der soeben angelegte „Arbeitsuser“ darf rein. (Falls das jemandem übertrieben erscheint: In den Logfiles hab ich Login-Versuche von fremden Rechnern im Sekundentakt. Es zahlt sich schon aus, diese Türe möglichst fest zu schließen.)

Zuletzt werden alle Services angehalten, die ich derzeit nicht aktiv nutze. Jede von außen erreichbare Funktion ist ein mögliches Ziel für Angreifer. Der Webserver, die Datenbank, der Mail-Server, der Domain-Server … alle werden sie heruntergefahren. Nur SSH bleibt - irgendwie muß ich den Rechner ja erreichen.

Der Anbieter World4you

Ich gebs ja zu: Einen sehr ausführlichen Marktvergleich hab ich nicht angestellt. Aber ich bin mir mittlerweile sicher, den passenden Anbieter für mein kleines Experiment gefunden zu haben. Bei World4You konnte ich mir mein Paket „vServer Small“ am Feiertag online zusammenklicken, in wenigen Augenblicken war der Rechner für mich aktiviert und zugänglich. € 6,90 pro Monat sind kein Vermögen. Mag sein, daß man es irgendwo auf der Welt um 2 Euro billiger findet. World4You sitzt aber nicht irgendwo auf der Welt, sondern in Linz. Und wenn ich mein Geld schon für sinnlosen Schnickschnack raushau, dann soll es doch lieber zuhause in der EU (und noch besser: in Linz) bleiben und nicht zu einem amerikanischen Unternehmen wandern. (Übrigens: Auch bei einem anderen großen österreichischen ITK-Unternehmen habe ich mich über vServer-Angebote informiert. Unter der entsprechenden Produktseite finden sich keine Preise, keine Leistungsbeschreibungen, einzig ein Link mit der Aufforderung Angebot einholen!. Wenn ich dort am Donnerstag geklickt hätte - ob ich dann ebenfalls schon wenige Minuten später „live“ gewesen wäre? *gg*)

Sehr fein auch der Support: Obwohl ich mit meiner soeben angemeldeten Small-Kiste sicher nicht zu den VIP-Kunden gehöre, wurde eine heute von mir gestellte Anfrage in exakt 5 Minuten schriftlich beantwortet. Sehr höflich und umfassend noch dazu. Doch, ich glaub das hab ich gut ausgesucht.


Das (neue?) Jolla C

Das Jolla C Eins muß man ihnen lassen: Kreativ sind sie, die Finnen. Offiziell haben sie sich ja aus dem Hardwaregeschäft zurückgezogen, um den Lizenznehmern ihres Betriebssystems keine Konkurrenz zu machen. Die wiederum denken im Moment nicht im Traum daran, Europa zu beliefern. Wie also kommen die Jolla-Käufer und Fans der ersten Stunde, unter denen sich tatsächlich auch jede Menge geschickter Entwickler befinden, zu einer halbwegs aktuellen Hardware mit SailfishOS?

Die Gschicht rennt jetzt so: Es gibt ein „Community Device Program“. In erster Linie ist das natürlich eine Sache für Programmierer und die Community. Man bekommt im Rahmen des Programms Zugang zu Supportmaterial, darf zu „Internationalen Community Events“ kommen … und ganz nebenbei erhält man auch ein funkelnagelneues Handy, das heute als „Jolla C“ vorgestellt wurde und natürlich nur in einer limitierten Stückzahl erhältlich ist, damit Programmierer Zugang zu Hardware mit SailfishOS bekommen. Mehr ist das nicht. ;)

Ich hab mich selbstverständlich sofort angemeldet. Immer schon wollte ich zu einem Sailfish Community Event nach Helsinki. Daß ich da jetzt so ein neues Handy oben drauf bekomm … Mein Gott! So ein Pech! Wichtig ist nur, daß es nicht frei in den Handel kommt. Denn den Lizenznehmern Konkurrenz machen, das wollen wir nicht. :)

Warum hab ich in der Überschrift das Wort „neue“ eingeklammert und befragezeichnet? Naja: Erstens ist es keine Neuentwicklung. Es ist das Intex Aqua Fish, das genau in dieser Konfiguration, aber eben unter einem anderen Markennamen, exklusiv in Indien verkauft wird. Die ganze Aktion von Jolla wird ja überhaupt nur deswegen notwendig, weil Intex nicht nach Europa exportiert. Die Sicht, daß Jolla Intex-Hardware unter eigenem Namen vertreibt, ist so aber auch nicht ganz richtig: Tatsächlich ist dieses Telefon eines von mehreren Referenzmodellen, die Jolla für SailfishOS zusammengestellt hat, damit Hersteller schneller auf den Zug aufspringen können. Jolla also hat das Telefon entworfen, hat es Intex angeboten, Intex verkauft es in Indien als „Aqua Fish“ - und Jolla macht in Europa ein „Community Device Program“ draus.

Es gibt noch einen zweiten Grund, warum man nicht wirklich von einem neuen Telefon sprechen kann: Intex wollte Hardware für das untere Preissegment. Das Aqua Fish ist genau das - und damit muß nun auch das Jolla C leben. Grob gesagt entspricht es leistungsmäßig dem Samsung Galaxy S5 aus dem Jahr 2014. Das mag enttäuschend klingen, man darf aber nicht vergessen: SailfishOS schiebt ganz anders an als Android. Vor allem aber leben Jolla-Benutzer heute mit einer noch älteren Hardware. Sehen wir uns die wichtigsten Eckdaten des ersten Jolla Phone, des neuen Jolla C und eines heute aktuellen Samsung Galaxy S7 im Vergleich an:

  Jolla Phone Jolla C Samsung Galaxy S7
Displaygröße4,5"5"5,1"
Auflösung540 x 960720 x 12801440 × 2560
RAM1GB2GB4GB
CPU2x1,4GHz4x1,3GHz4x1,6GHz plus 4x2,6GHz
Dual-SIMneinjaeigenes Modell
UKW Radioneinjakeine Info
interner Massenspeicher16GB16GB32GB
Einführungspreis€ 400,-€ 163,-€ 591,-

Es ist die letzte Zeile der Tabelle, die die interessanteste Information enthält. Ein Nachfolger für mein Jolla um weniger als die Hälfte der € 400,-, die das erste SailfishOS-Telefon gekostet hat - da darf man sich nicht den Tiger erwarten, der im Samsung-Flaggschiff steckt. Dafür verdoppelt das „Jolla C“ die Leistungsdaten, die sich beim Vorgängermodell als Bremse erwiesen haben: Die CPU-Kerne und vor allem den Arbeitsspeicher. Insofern haben die Finnen doch sehr treffsicher auf ihre Zielgruppe hin gearbeitet: Wer einfach das schickste und modernste Smartphone will, der knabbert die ohnehin limitierte Auflage nicht an. Wer aber sein altersschwaches Jolla-Phone gegen einen doppelt so schnellen Nachfolger austauschen möchte, der ist mit nur € 163,- wirklich mehr als gut bedient.

Im Juli solls kommen. Diesmal aber wirklich. ;)


Tolino: Software-Update 1.8

Tolino Software-Update 1.8Wie fein! Selten ist ein Software-Update für ein elektronisches Spielzeug zeitlich so passend erschienen wie die neue Betriebssystem-Version 1.8 für meinen Tolino eBook-Reader.

Langsam füllt sich nämlich mein Speicher und ich habe gelegentlich Mühe, das eine oder andere Buch wiederzufinden. Hier setzt das Update an und bietet in der Bibliotheksansicht neue Registerkarten mit verschiedenen Sortierungen. Fertig gelesene Bücher kann ich auf Wunsch komplett ausblenden.

Noch einmal erweitert wurde die Möglichkeit, im eBook zu blättern. Eine neue Geste für schnelles Vor- und Zurückblättern ergänzt die vorhandenen Funktionen in diesem Bereich.

Als Zugabe gibts neue Schriftarten und angeblich auch die Möglichkeit, eigene Schriftarten nachzuinstallieren. (Mit war nicht klar, daß das bisher nicht gegangen ist; ich habs einfach nie versucht.) Endlich also Bücher komplett in Comic Sans MS lesen! :)

Ich bin sehr zufrieden!


Vier Sailfish-Geräte piepsen

So. Jetzt ist es passiert. Ich sitze zwischen zwei Jolla-Tablets und zwei Jolla-Telefonen, stecke Ladekabel um, mache Betriebssystem-Updates, konfiguriere Software, suche mir schöne „Ambiences“, … Andere würden sich wahrscheinlich beschweren wegen des Kabalsalats und wegen der vielen Schachteln und Anleitungen, die noch überall herumliegen. Ich genieße es. :)

Eine Reihe von Tablet-Besitzern hat's ja schon geschrieben im Internet: Es ist einfach jammerschade, daß die finanziellen Probleme des Herstellers dem Tablet-Projekt ein so unschönes Ende beschert haben. Nicht umsonst ist das Gerät am Mobile World Congress 2015 als „Best Tablet“ ausgezeichnet worden. SailfishOS zeigt auf diesem Formfaktor erst so richtig, was es kann. Es sind nur kleine Details, die sich vom Telefon unterscheiden (die Hauptübersicht in der Systemsteuerung, die gestengesteuerte Lautstärkeregelung, der Events-Screen, …), die aber alles runder und ausgewogener erscheinen lassen.

Sehr fein auch das Zubehör: Ich habe nicht nur eine in Österreich gefertigte Schutzhülle erstanden, sondern auch eine multifunktionale Abdeckung/Halterung mit dem Logo eines geheimnisvollen Wiener Restaurants drauf! (Ich sag ja: Der Zauber des zweiten Bezirks. Geflochtene Ripperln als Spezialität!)

Ich bin ja gspannt, wie langs dauert, bis ich die Dinger wieder so 100%ig hergerichtet hab, wie es sich gehört. Auf dem „kleineren“ hab ich noch nichtmal den Entwicklermodus aktiviert! ;)


Jolla Tablet: Zwillinge

Jolla Tablet Was lange währt, wird endlich doppelt - so oder so ähnlich geht der Spruch doch, oder? ;)

Nachdem die finanziellen Turbulenzen von Jolla die Auslieferung der Tablets um Monate verzögert hatten, hat DHL mir heute eine erfreuliche SMS geschickt: Ein Päckchen aus Hong Kong ist für mich unterwegs! Das kann nur Tablet #1 sein. Am Freitag solls bei mir ankommen.

So wie ich aber zwei Jolla Telefone habe (und zwei N9, zwei N900, zwei N800,...), brauche ich auch unbedingt zwei Tablets. Das zweite soll ich auch am Freitag bekommen, allerdings über dunklere Kanäle: Zu fast noch nachtschlafener Zeit wird mein Kontaktmann es mir auf offener Straße in die Hand drücken, selbstverständlich in der Nähe des Mexiko-Platzes. (Wo sonst ersteht man in Wien Elektronikartikel?) Connections zahlen sich eben aus.

Ich bin sehr gespannt! Jetzt steht mir die eigentliche Herausforderung ja erst bevor: Ich muß mir überlegen, wofür ich so ein Tablet brauchen könnt. Die Aufgaben, für die ich 2006-2009 meine damaligen Tablets benötigt habe, erledigt ja jetzt das Telefon. ;)