Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Hardware und Software



SDXC-Karten am Jolla Phone

Jolla Phone mit offenem RückencoverVor wenigen Tagen erst habe ichs angekündigt:

[Ich werde] mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern.

Gesagt, getan, ein Mann, ein Wort (widedidewitt bum bum). Auf der Mariahilfer Straße flanieren, SD-Karte kaufen … und ab ins Abenteuer. :)

SD-Karten, die Grundlagen

Zunächst muß man wissen: SD-Karte ist nicht SD-Karte. Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden im Format (SD, mini-SD und micro-SD) gibt es noch drei technische Spezifikationen:

  • SD-Karten mit maximal 2GB Speicherkapazität
  • SDHC-Karten mit maximal 32GB Speicherkapazität
  • SDXC-Karten mit maximal 2TB Speicherkapazität (in der Praxis derzeit 128GB)

Die Unterschiede betreffen nicht nur die Speichergröße, sondern auch andere Teile der Spezifikation. Sie können zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn man ein Karte eines Typs in einem Gerät nutzen möchte, das dafür nicht ausgelegt ist. Eine Grafik auf dieser Seite der SD Association stellt die Kompatibilitätsanforderungen dar:

neue Generationen von SD-Karten sind nicht mit alten Geräten kompatibel

SDXC am Jolla

Was bedeutet das konkret fürs Jolla-Phone? Von Jolla wissen wir, daß SD- und SDHC-Karten problemlos funktionieren, SDXC-Karten jedoch nicht. Was Arbeitsauftrag genug ist, ausgerechnet eine SDXC-Karte zu kaufen und herauszufinden, was da dahintersteckt. :)

Ich habe mich für eine Sandisk Ultra SDXC mit 64GB entschieden. Damit sollte ich auskommen, wenn ich bisher mit 16GB zufrieden war. Warum aber mag Jolla die SDXC-Karte nicht? Wenn man sie einlegt, passiert nichts. Sie wird nicht erkannt.

Die Lösung ist gottseidank ausschließlich im Bereich der Software zu finden: Laut Standard müssen SDXC-Karten das Dateisystem exFAT von Microsoft verwenden. Microsoft hat die Spezifikation dafür nie offengelegt, hat es durch Patente vermint und verlangt heftige Lizenzgebühren von Firmen, die es in ihren Produkten verwenden wollen. Heißt für Jolla: Die legale Verwendung von exFAT ist zu teuer, die Verbreitung der existierenden exFAT-Treiber für Linux am Jolla-Handy illegal.

Was aber heißt es für einen Jolla-Benutzer? Zunächst wäre es möglich, exFAT einfach nachzuinstallieren. Ich habe auf den Seiten des Mer-Projekts die Pakete exfat-utils und fuse-exfat für Sailfish OS gefunden, die auch auf meinen anderen GNU/Linux-Systemen für den Zugriff auf exFAT-Partitionen sorgen. Was mich davon abgehalten hat: Es gibt keine Erfahrungsberichte. Zwar gilt fuse-exfat an sich als stabil, aber wer weiß, ob gerade dieses Paket am Jolla Phone ausreichend getestet ist. Ich möchte bei einem Dateisystem möglichst nicht der erste sein, der durch Bugreports zur Weiterentwicklung beiträgt.

Möglichkeit zwei ist, die SDXC-Karte auf ein Dateisystemzu bringen, das der von Jolla verwendete Kernel von Haus aus versteht. Zur Auswahl stehen FAT32, ext4 und btrfs. Btrfs hat mich gerade erst in die Situation gebracht, daß ich eine SD-Karte brauche, also schließe ich es aus. (Obwohl es ziemlich geil wäre: Ich könnte damit Karte und eingebauten Speicher als ein gemeinsames Dateisystem verwalten.) Ext4 ist ein erprobter Standard im GNU/Linux-Umfeld - allerdings nur dort. Für Windows-Systeme, Kameras, MP3-Player und die meisten anderen Geräte wird die Karte mit ext4 unlesbar. Bleibt das gute alte FAT32: steinzeitlich, simpel gestrickt, zu allem kompatibel und gut dokumentiert. Nachteile: Die Dateien dürfen nicht größer als 4GB sein (das werde ich verkraften) und nehmen nicht am Spiel mit den unter GNU/Linux üblichen Benutzerrechten teil (was noch nie gestört hat, seit es FAT-formatierte SD-Karten gibt).

Die Entscheidung ist also gefallen: Ich formatiere die SDXC-Karte neu mit FAT32. Was könnte dabei schon schief gehen?

SD-Karten formatieren ist eine Wissenschaft

Es gibt einen guten Grund, warum in der Regel davon abgeraten wird, Flash-Medien wie SD-Karten von Hand neu zu formatieren. Die Speicherzellen sind in Einheiten mit seltsamen Namen wie „Pages“, „Erase Blocks“ und „Allocation Units“ oder „Erase Block Groups“ zusammengefaßt, die für verschiedene Lese- und Schreiboperationen immer nur gemeinsam angesprochen bzw. verändert werden können. Die Gemeinheit dabei: Auch jedes Dateisystem verwaltet die Daten in größeren Blöcken. Wenn die Blockgrößen nicht zueinander passen, muß der Controller auf der SD-Karte im Extremfall mehrere GB an Daten lesen und zurückschreiben, um eine Textdatei von nur einigen Zeilen zu verändern. Das drückt einerseits auf die Geschwindigkeit, andererseits auf die Lebensdauer des Mediums. Absolutes Ziel: Die Blockgrenzen des Dateisystems sollen auf den von der Hardware vorgegebenen Blockgrenzen liegen und sie keinesfalls überlappen.

Wenn das nur so einfach wäre.

Eine SD-Karte sagt nämlich nicht, wie sie intern organisiert ist. Theoretisch sollte sie dem Standard entsprechend zumindest die Erase Block Size unter /sys/block/mmcblk1/device/preferred_erase_size bekannt geben (mmcblk1 ist hier der Name der Karte, wie er im Verzeichnis /dev aufscheint). Viele Karten tun das entweder gar nicht oder sie lügen dabei und geben fix 4GB an. Eine andere Größe wie die Allocation Unit kann man sich auf Basis der vom Hersteller vorgenommenen Formatierung zusammenreimen. Mit dumpexfat entlocke ich meiner Karte, daß Sandisk das Dateisystem in 128kB-Clusters aufgeteilt hat, was wahrscheinlich ein Hinweis auf die Allocation-Units ist. Ein nutzloser Hinweis allerdings, FAT32 kann so große Einheiten nicht abbilden.

Was also hab ich getan? Zunächst mal hab ich versucht, eine ganz grobe Fehlerquelle auszuschalten: Statt die Karte komplett neu zu partitionieren, hab ich nur den Typ der vorhandenen exFAT-Partition auf „W95 FAT32 (LBA)“ geändert. fdisk -l verrät, daß die Partition irgendwo mitten auf der Karte anfängt und nicht mit dem ersten Sektor. Es wäre also verführerisch, diese Platzverschwendung mit einer Neupartitionierung zu korrigieren. Ich habs bleiben lassen - Sandisk wird sich schon was gedacht haben dabei. (Außerdem hab ich irgendwo gelesen, daß es am Anfang jeder SD-Karte einen „geschützten Bereich“ gibt, wofür auch immer. Das wird er sein.)

Dann hab ich versucht, die Erase Block Size herauszufinden, einen wesentlichen Faktor. Weil die Karte sicherheitshalber gleich gar keine Info ausspuckt, hab ich mich auf das Tool flashbench verlassen, dessen Verwendung eher fortgeschrittener Kaffeesudleserei gleicht und unter anderem hier beschrieben wird. Das Ergebnis war - so hab ich es interpretiert - eine Erase Block Size Größe von stolzen 8GB. Das kann hinkommen: Der leere Bereich am Beginn der Karte umfaßt genau 16GB, endet also an der Grenze eines Erase Blocks. Für alles Folgende gilt also: Niemals mit irgendeiner Einheit des Dateisystems eine 8GB-Grenze kreuzen. Klingt simpel.

War dann auch simpel. Die einzige Einheit, die ich beim Formatieren mit FAT32 noch beeinflussen konnte, war die Clustergröße. Ideal wärs gewesen, hätte ich die 128kB-Cluster der Originalformatierung beibehalten können. Die sind von Sandisk sicher bewußt so gewählt. Leider kann FAT32 aber nur mit Clustergrößen umgehen, die unter 64kB liegen. Egal: Der wesentliche Punkt ist meinem Verständnis nach ja, daß die logischen Einheiten des Dateisystems und die physischen der Karte einander nicht überlappen. Wenn mehrere kleine Blöcke des Dateisystems punktgenau in eine der Verwaltungseinheiten der SD-Karte passen, sollte das zumindest OK sein. Ich hab also einfach ein Viertel der ursprünglichen 128kB-Cluster genommen und FAT32 mit 32kB-Clustern formatiert. Wenn die ursprünglichen 128kB irgendeine Bedeutung hatten, bin ich mit den 32kB zumindest nicht ganz daneben. Und auch die 8GB Erase Blocks lassen sich durch 32kB sauber teilen.

War damit alles erledigt? Nein. Ein FAT32-Dateisystem besteht nicht nur aus Dateiblöcken, sondern auch aus einem Bereich für den File Allocation Table „FAT“, der so etwas wie das Inhaltsverzeichnis darstellt. Dieser FAT steht ganz am Anfang der Partition und schiebt daher alles andere nach hinten. Das würde alles zunichte machen, wenn die Größe des FAT eben gerade nicht ins Schema der Blockgrößen paßt. Um dieses Problem zu lösen, bin ich sehr frei nach diesem Artikel vorgegangen. Der Trick ist, das Dateisystem zweimal zu formatieren. Beim ersten Mal wirft mkfs.vfat die Größe der beiden File Allocation Tables aus, die es angelegt hat. In meinem Fall waren es, soweit ich mich erinnern kann, etwas über 14GB - knapp genug an der nächsten Erase Block Grenze bei 16GB. Ich habe den Parameter -R von mkfs.vfat verwendet, um die FATs genau so weit zu verschieben, daß sie exakt bei 16GB enden und die nachfolgenden Datenblöcke wieder perfekt ausgerichtet sind.

Danke, Android!

Obs das zu 100% richtige Ergebnis ist? Ob ich mich nicht doch irgendwo um 1 Byte verkalkuliert habe? Niemand weiß es. Ich habe kein Tool gefunden, mit dem man die hier geschilderten Zusammenhänge einfach auslesen und visualisieren kann. Die Karte ist nach wie vor schnell (eine minimale Geschwindigkeitseinbuße läßt sich erklären, weil FAT32 einfach nicht so effizient arbeitet wie exFAT). Überraschend für mich war doch, wie viele Leute sich im Internet über genau dieses Problem mit den SDXC-Karten unterhalten. Das können doch nicht alles Jolla-User sein? Bzw.: Wer verwendet denn schon SD-Karten am GNU/Linux Desktop? Des Rätsels Lösung heißt Android: Eine ganze Reihe von Android-Geräten war (und ist?) mit SDXC-Karten genauso überfordert wie mein Jolla-Handy, und die wesentlich größere Nutzerschar hat sich drüben auf der anderen Seite des Zauns bereits um Lösungen umgesehen, die ich nur mehr abschreiben mußte. Gut gemacht! :)

 

Jolla: Btrfs-Fehler eingetreten

Autsch! Das tut weh. Seit einigen Tagen macht mein Jolla-Phone seltsame Dinge. Der Browser hängt gelegentlich, die Tastatur legt Denkpausen ein, es ist irgendwie alles nicht mehr so flüssig.

Da war doch was? Da hab ich doch mal was gelesen?

Genau, da war mal was. Dieser Artikel auf together.jolla.com erklärt ausgesprochen abschreckend und hochtechnisch, warum das Dateisystem btrfs vielleicht doch nicht die ideale Wahl für ein endkundentaugliches Produkt ist. (Die Entscheidung für btrfs hat Jolla übrigens aus MeeGo-Tagen übernommen - nicht ganz unberechtigt. Btrfs gilt als das Dateisystem der Zukunft und verfügt über Eigenschaften, die es besonders für die Flash-Speicher von Smartphones interessant machen. Es gilt nur leider auf der anderen Seite noch nicht als 100%ig stabil.)

Der Hintergrund, stark vereinfacht ausgedrückt: Einerseits lügt btrfs, was den noch verfügbaren Speicherplatz betrifft. Es wiegt den Benutzer mit angeblich freiem Speicher in Sicherheit, den es in Wahrheit gar nicht mehr nutzen kann. Andererseits müssen zur optimalen Auslastung der Speichermedien gelegentlich Aufräumarbeiten durchgeführt werden, die btrfs aber nicht automatisiert.

Unterm Strich passiert (abhängig davon, ob eher große oder kleine Dateien am Telefon liegen und wie viele Schreibvorgänge stattgefunden haben) offenbar Folgendes: Ab einer angegebenen Auslastung von ca. ⅔ wirds eng. Da kann es passieren, daß das Dateisystem schon an der Erschöpfungsgrenze arbeitet, obwohl es noch 30% freien Speicher angibt.

Ob das der Fall ist, kann man als root mit dem Befehl

btrfs fi show

feststellen. Die Ausgabe sollte in etwa so aussehen:

Label: 'sailfish'  uuid: 0f8a2490-53ed-4ff6-bb34-b81dfe430397
    Total devices 1 FS bytes used 6.42GB
    devid    1 size 13.75GB used 13.75GB path /dev/mmcblk0p28
Btrfs v0.20-rc1

Wenn da wirklich size 13.75GB und used 13.75GB steht, also beide Male 13.75GB, dann gibts ein Problem.

Lösen kann man es im Prinzip recht einfach, die Schritte sind auf dem oben verlinkten TJC-Eintrag beschrieben: Zuerst ordentlich Platz freischaufeln, indem man Fotos, Videos und Musik auf einen Laptop oder auf die Speicherkarte befördert. (Ich hab mich auf ca. 50% freien Speicher runtergearbeitet - wobei 50% der „gelogene“ Wert ist.) Danach gibt man, wieder als root, folgenden (leider durchaus gefährlichen) Befehl ein:

btrfs balance start /

Gefährlich ist der Befehl deswegen, weil er ziemlich tief ins Dateisystem eingreift. Er veranlaßt genau die Aufräumarbeiten, die btrfs derzeit noch nicht automatisch durchführt. Das kann, je nach Zustand des Dateisystems, 15 Minuten oder mehrere Stunden dauern. Während dieser Zeit läuft die CPU auf Hochtouren, es wird daher dringend empfohlen, das Ladekabel anzustecken. Außerdem sollte man die Aktion ausschließlich per SSH starten, damit man gegebenenfalls in einem weiteren Fenster Logfiles überwachen oder die ganze Operation elegant beenden kann.

Erfahrungsbericht von mir: Es hat etwa 20 Minuten gedauert und war durchaus spannend. Ich hatte nämlich gleich mehrmals das Jolla-Bootlogo am Schirm, und ein Neustart während einer Operation am Dateisystem verheißt nichts Gutes. Laut TJC handelt es sich aber gar nicht um „echte“ Neustarts, sondern um das wiederholte Starten essentieller Systemservices, die mit der hohen CPU-Last nicht zurecht kommen. Auch nicht besser … :)

Apropos: Einen echten Neustart sollte man tunlichst vermeiden, auch wenn das Telefon während der Daten-Reorganisation gelegentlich mal tot wirkt. Keine gute Idee.

Was lerne ich daraus? Mein Plan, das hochmoderne btrfs auch für die SSD am großen PC einzusetzen, ist vorerst mal vom Tisch. (Aaron Seigo hat auf seinem Blog beschrieben, wie es ihm damit ergangen ist.) Stattdessen werde ich mir eine SD-Karte fürs Telefon zulegen und Dateien in Zukunft dort statt im home-Verzeichnis speichern. Angeblich (obwohl die Informationen widersprüchlich sind) benimmt sich btrfs brav, solange es nicht zu voll wird.

 

SMS vom PC aus beantworten mit Squilla

Icon von SquillaErinnert sich noch jemand an HeySMS? Thibault Cohen hat das Programm für das N900 vor zwei Jahren veröffentlicht. Mit HeySMS konnte man SMS vom PC aus lesen und beantworten, ohne dafür extra ein spezielles Programm am PC installieren zu müssen. Irgendein x-beliebiges, standardkonformes Instant Messaging Programm reichte vollkommen aus und konnte die Verbindung zu den SMS-Konversationen am N900 herstellen.

Aus mehreren Gründen hat Thibault Cohen das Nachfolgemodell des N900, das Nokia N9, übersprungen. Jetzt aber meldet er sich zurück und bietet exakt die gleiche Funktion fürs Jolla Phone an. Squilla heißt das neue Programm. Es befindet sich offenbar noch in heftiger Entwicklung, ist aber zumindest für mich schon einsatzbereit. Mit einem in Pidgin eingerichteten Link Local Konto (Pidgin nennt das im Apple-Sprech „Bonjour“) greife ich auf die Kontakte am Jolla Phone zu und sende ihnen SMS-Nachrichten. Fein! Sehr fein!

Ich liebe es, wenn gute alte Bekannte aus der Maemo-Zeit wieder auftauchen. :)

 

Endlich wieder: NFC zum Bezahlen

Maestro PayPass NFCIm April 2012 hab ich Blut geleckt: Im Rahmen eines A1-Testprogramms konnte ich bei ausgewählten Händlern mit NFC kontaktlos bezahlen und war begeistert. Vor allem in unserer Kantine hat sich das Geldausgeben en passant als ausgesprochen praktisch erwiesen.

Rund ein halbes Jahr später wars vorbei, das Testprojekt wurde eingestellt. (Wer weiterhin kontaktlos mit A1 zahlen möchte, kann das tun: Die A1 Visa Karte hat einen NFC-Chip.)

Für mich geht der Spaß ab heute weiter: Meine Bank hat es endlich geschafft, die im Urlaub (wie jedes Jahr) durchgeschmorte Bankomat-Karte durch ein Exemplar mit NFC-Funktion zu ersetzen. Hollaroiduliö! Die Geschäfte, die's akzeptieren, sind auch deutlich mehr geworden. Inzwischen ist auch der Billa dabei, bei dem ich 90% meiner täglichen Einkäufe erledige. (Und natürlich die Betriebskantine, auch die schluckt wieder NFC.)

Oft benötigen gute Ideen eben einen zweiten Anlauf. Gottseidank gabs den in Sachen NFC! :)

 

A1: Das beste Netz im deutschsprachigen Raum

A1 Werbung: Handy EintauschbonusGerade rollt im Rahmen der Kampagne „Wir machens einfach“ die neue TV-Werbung meines Brötchengebers durch die heimischen Wohnzimmer. Drei Spots, die mir - nebenbei gesagt - ausgesprochen gut gefallen: „A1 Handy Teilzahlung“, „A1 Startklar Service“ und „A1 Handy Eintauschbonus“. Sie streichen einen wesentlichen Aspekt unseres Leistungsangebots heraus und wurden (Trommelwirbel!) mit echten A1-Shop-Mitarbeitern statt hohlen Models gedreht.

Was mich auf eine Werbung aus dem Dezember 2013 über die A1-Netzqualität und meine diesbezüglichen Urlaubserfahrungen bringt. (Wie elegant ich immer die Kurve krieg hier im Blog, gell? Aktuelle Werbung, Stichwort Werbung, frühere Werbung, Werbeaussage in Verbindung mit Urlaub … Was bin ich doch für ein gefinkeltes Kerlchen.)

Damals, im Spot „Das bei weitem beste Netz im deutschsprachigen Raum“, haben wir kurz und knackig und ganz ohne Models die Aussage des Connect-Tests hervorgehoben: Wir haben das beste Netz. Nicht nur das beste Netz Österreichs, sondern das beste Netz von der Nordsee bis zum Wörthersee, von Usedom bis Genf. Meine private Erfahrung mit den bundesdeutschen Mobilfunkbetreibern zeigt mir: Ooooh ja! Das stimmt. Und wie das stimmt!

Echt, wir Ösis haben keine Ahnung, wie gut es uns geht. In Deutschland gibts in einem Gebiet, in dem laut den Auskünften aller Netzbetreiber zumindest 3G, wenn nicht sogar LTE verfügbar sein sollte, oft nicht einmal ein Netz. Telefonieren? SMS schicken? Fehlanzeige. Wenns dann mal klappt (gelegentlich hatte ich 3G und vollen Empfang laut Handy-Display), dann kriechen die Daten auf der dortigen 3G-Autobahn langsamer dahin als seinerzeit bei Btx. Un-glaub-lich. Internet-Verbindung im Zug? Wenigstens rund um Berlin, das ja kein Kuhdorf ist? Geht nicht.

Nicht vergessen: Ich war dort ja nicht an einen bestimmten Provider gebunden. Als roamender Tourist hat man die Auswahl unter allen Netzen und darf sich der Reihe nach über T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus wundern. Einer schlechter als der andere. (Ich hatte drei Handys verschiedener Hersteller mit, auch daran kanns nicht liegen.)

Ich gelobe hiermit also feierlich und öffentlich: Ich werde mich nie mehr wieder über das einzige Funkloch ärgern, das ich innerhalb Österreichs kenne (auf der Fahrt Richtung Linz, kurz nach St. Pölten). Ich werde es nie mehr wieder für selbstverständlich halten, daß ich bisher überall LTE-Empfang hatte, egal wo's mich hinverschlagen hat. Ich werde es nie mehr wieder für selbstverständlich halten, daß mir innerhalb Österreichs noch kein Gespräch einfach so mittendrunter abgebrochen ist. Und ich werde mich bei jedem Telefonat über die klare, rauschfreie Verbindung freuen.

Fernsehwerbung und Connect-Tests sind eine Sache. So richtig glauben tut mans erst dann, wenns einem nach dem beworbenen Testergebnis nochmal so richtig bewußt wird, weil man das Handy mit ausgestrecktem Arm aus dem Hotelfenster hält. *LOL*

 

Tahkalampi, der Feriengruß von Jolla

Jolla Phone: Jedes Android Programm im eigenen FensterNicht ganz vier Autostunden nordöstlich von Helsinki liegt der kleine See Tahkalampi. Ich hab nicht mal Fotos von dort gefunden im Internet. Egal, denn Kenner wissen: Mir gehts nicht ums Gewässer, mir gehts ums Betriebssystem-Update für mein Jolla-Handy.

Tahkalampi (oder Version 1.0.8.19) ist die Überraschungsausgabe vor der Sommerpause; das Update, das es eigentlich ursprünglich nicht mehr geben hätte sollen. Entsprechend wenig wirklich Neues bringt es mit sich. Immerhin: Der komplette Netzwerk-Code für WLAN und mobile Datenverbindungen wurde einer Runderneuerung unterzogen. Android-Programme passen sich nun besser der Sailfish-Oberfläche an, weil jedes von ihnen in einem eigenen Fenster läuft. (Bisher hat man alle Android-Programme verabschiedet, wenn man aus Versehen das eine sichtbare Fenster des Android-Emulators geschlossen hat.) Endlich auch wieder da: Die vom N9 gewohnte Möglichkeit, Lesezeichen des Browsers im Programmstarter abzulegen.

Knapp 150 wahrnehmbare neue Features und Bugfixes sind es diesmal. Eines fehlt schmerzlich: Die erst vor genau einer Woche angekündigte Statusanzeige im Ruhemodus. Zwar ist der Code dafür im Betriebssystem vorhanden, seit es das Jolla-Phone gibt. Zwar tauchen auch immer wieder Anleitungen dafür auf, wie man ihn aktivieren kann. Eine saubere Einbindung in die Systemeinstellungen hat halt gefehlt und war aufgrund der Vorankündigung erwartet worden. War wohl nix. Jetzt heißts entweder die mce-tools installieren oder aufs nächste Update in zwei Monate warten … :)

 

Mein Jolla Phone ist rosa :)

Jolla Other Half in rosaEs mußte ja so kommen: Ich hab jetzt auch eine rosa „Other Half“ für mein Jolla Phone. Diesmal hab ich allerdings einen anderen Shop ausprobiert: Nicht Dirk van Leersums „Funky Other Half“ wie beim letzten Mal, sondern David Llewellyn-Jones’ „The Other Side“. Der Unterschied: Dirk druckt die bunten Rückseiten selbst, David leitet die Bestellung an Shapeways weiter. Shapeways hat die teurere und professionellere Ausrüstung, und das merkt man auch: Die Details sind wesentlich feiner gearbeitet, die typischen Jolla-Rundungen kommen deutlich zur Geltung, die ganze Form ist dünner und läßt daher auch genügend Platz für die seitlichen Knöpfe am Gerät.

Bei all dieser Präzision wirkt es umso überraschender, daß die Other Half von Shapeways nicht ganz so perfekt sitzt wie die von Dirk van Leersum. Meine wackelt nicht und fällt auch nicht ab, aber ich spüre beim Aufsetzen deutlich: Viel Halt hat sie nicht. Tatsächlich warnt David auch selbst auf seiner Website: Some covers have been found to be loose fitting and unfortunately I'm not able to provide replacements in this case. Es scheint also ein bißchen von der Tagesverfassung bei Shapeways abzuhängen, ob das Cover gerade noch paßt oder wirklich zu locker sitzt.

Im direkten Vergleich nehmen sich Dirk und David nicht viel weg: Was Dirks privater 3D-Drucker an Details bei den Formen hergibt, reicht nicht an die Ergebnisse von Davids Shapeways-Aufträgen heran. Dafür liefert er kreative Lösungen wie das drahtlose Laden via Qi-Pad oder „lebendige“ Cover, deren Farbton sich je nach Temperatur verändert. Der wichtigste Aspekt für Jolla-Besitzer ist aber sowieso: Es gibt plötzlich einen Markt, verschiedene Anbieter, die mit unterschiedlichen Konzepten und Techniken an die Sache herangehen. Nice! :)

PS: Und ein passendes Ambience gibts auch, sogar schon ziemlich lang. „Red Autumn“ aus der Sammlung von Sepehr Noori. Schaut schon sehr arg kitschig aus auf meinem Handy. :)

 

Tolino Vision: eBooks jetzt fast gratis

Tolino Vision Schuld ist, wie immer, der Schlosser: Mit diesem Artikel hat er mich (siehe meine Kommentare drunter) mit dem Konzept eines eBook-Readers versöhnt. Ich war ja eigentlich immer dagegen: Der gesamte eBook-Markt lebt von DRM, bringt die Buchhändler um und nimmt dem Konsumenten jedes Recht am erworbenen Buch. Böse, böse, böse also. Aber praktisch dann, wenn die nächste Buchhandlung ein paar Kilometer weit weg und auch bei heftigem Regen nur per Fahrrad erreichbar ist. Sowas hatten wir schon mal im Urlaub, sowas könnte uns wieder passieren … und deswegen hab ich zum Geburtstag einen eBook Reader geschenkt bekommen: den Tolino Vision.

Im Gegensatz zum Markführer Kindle (von Amazon) hat die unter anderem von Thalia unterstützte Tolino-Serie eine Reihe von Vorteilen: Ich kann bei mehr als nur einem Shop einkaufen, eBooks in mehreren Formaten lesen, vor allem aber - und das ist grenzgenial - Bücher direkt und kostenlos von der Bücherei der Stadt Wien herunterladen. Aber sehen wir uns das alles im Detail an:

The Good

Ein gedrucktes Buch ist ein gedrucktes Buch und ein elektronisches Display ist ein elektronisches Display. Aller Werbung zum Trotz schafft auch die modernste E Ink Carta Technologie es nicht, diesen Unterschied vergessen zu machen. Aber: Verglichen mit allem anderen, was es an Handy- und Tablet-Bildschirmen gibt, ist die „elektronische Tinte“ einfach das Beste, was der Markt zu bieten hat. Näher an den Lesekomfort des gedruckten Buches kommt man nicht heran. Ob das Display des Tolino Vision wirklich so viel besser ist als das der Vorgängergeneration, kann ich nicht beurteilen. Testberichte sprechen von marginalen Unterschieden knapp an der Wahrnehmungsgrenze. Anyway: Auf diesem Display läßt es sich gut lesen, ohne die Augen anzustrengen.

Ein großer Komfortfaktor: die verstellbare Hintergrundbeleuchtung. Ich brauche sie in der Regel nicht, aber kann sie auf niedrigster Stufe zuschalten, wenn es langsam dämmrig wird … oder wenn ich mich im Bett auf die rechte Seite drehe und den Tolino vor mich auf die Matratze lege. Dann nämlich fällt mein eigener Schatten auf den Text. Eine leichte Aufhellung tut gut. (Tatsächlich war das bei gedruckten Büchern immer eine mühsame Sache, weil die Nachttischlampe so ungünstig steht. Jetzt: kein Problem mehr.)

Clever auch die fixe Kopplung eines Cloud-Speichers an das Gerät. Dabei geht es nur in zweiter Linie darum, die erworbenen Bücher auch anderswo sicher abgespeichert zu haben. Wirklich praktisch ist, daß z.B. Thalia einen Reader auch für Android-Smartphones anbietet. Der läuft sowohl auf meinem Jolla-Telefon als auch am Diensthandy ohne Probleme. Ich lese also am Abend im Bett auf dem Tolino ein Buch, das auch in der Cloud gespeichert ist. Am nächsten Tag, am Weg zum Büro, zieh ich mein Handy aus der Tasche, zapfe die Cloud an und lese dort weiter, wo ich aufgehört habe. Für die paar Seiten halte ich das Handy-Display schon aus beim Lesen. Sehr praktisch.

Gerade eben erst entdeckt habe ich das wahrscheinlich heißeste Feature überhaupt: Im Gegensatz zum Kindle von Amazon ist der Tolino kompatibel mit allen öffentlichen Büchereien, die auf das im deutschsprachigen Raum verbreitete Onleihe-System setzen. Dazu gehört die Bücherei der Stadt Wien. In der Praxis bedeutet das: Direkt mit dem Tolino-Browser die Homepage der Bibliothek ansurfen, einloggen, gewünschtes Buch herunterladen … und schon steht es für 14 Tage zur Verfügung. (Darauf bezieht sich übrigens das fast gratis im Titel. *gg*) Danach wird der Zugriff vom DRM-System gesperrt, eine „Rückgabe“ in irgendeiner Form ist also nicht nur nicht möglich, sondern auch nicht notwendig.

Natürlich gehört bei den positiven Dingen auch erwähnt, womit die Tolino-Allianz Werbung macht: daß das Ding nämlich im Rahmen der Maktgegebenheiten relativ „offen“ ist. Der Tolino unterstützt den freien EPUB-Standard, ermöglicht den Kauf aus mehreren Online-Shops (z.B. Weltbild, Donauland, Thalia), kann aber auch direkt per USB vom Computer aus mit EPUB-, Text- und PDF-Dokumenten aus allen möglichen Quellen bestückt werden. Ich habe zum Beispiel ein mir als ASCII-Text vorliegendes Buch in ein hübsches EPUB-eBook mit Titelgrafik, Kapiteleinteilung und Inhaltsverzeichnis konvertiert und überspielt. Jetzt endlich lese ich es. Wer liest denn sowas schon am PC? :)

The Bad

Bleiben wir gleich beim Thema: der beworbenen Offenheit. Die gibt es in Wahrheit natürlich nicht. Der Tolino ist im Vergleich zum Mitbewerb relativ offen. Das ändert nichts daran, daß er auf einem geschlossenen Betriebssystem (auf Basis von Android) beruht und daß ohne DRM im praktischen Einsatz so gut wie gar nichts läuft. Dazu muß man aber auch klar sagen: So sieht der Markt nun mal aus. Entweder man akzeptiert das … oder man verzichtet auf kommerzielle eBooks aus den großen Verlagen.

Negativ stößt nur auf, wie aggressiv der Tolino von den Vertriebspartnern als „das offene System“ beworben wird. Das ist er nun mal nicht. Und es ist nicht unanständig, das auch zu sagen.

Ebenfalls nicht 100%ig gelungen ist der Browser. Es ist verständlich, daß die Entwickler hier keinen Fokus gesetzt haben. Der Browser ist kaum mehr als eine Zugabe, versteckt in den Systemeinstellungen. Allerdings ist er auch die einzige Möglichkeit, Bücher von anderen Quellen als den Tolino-Partnern direkt aufs Gerät zu laden. (Wie z.B. beim Ausleihen eines Buches von der städtischen Bücherei.) Daß man hier keine Möglichkeit hat, die wichtigsten Seiten als Lesezeichen zu speichern, ist unverständlich.

Der Vollständigkeit halber sei hier auch noch erwähnt: Was jeden eBook-Reader so angenehm zu lesen macht, das Display aus elektronischer Tinte nämlich, ist auch sein Hauptnachteil: Der Bildschirm ist schwarz/weiß, kann nur 16 Graustufen darstellen und baut sich verhältnismäßig langsam auf. Das ist beim Umblättern gerade noch erträglich. Das Zoomen in Umfangreichen PDF- oder Webseiten wird aber schon zum Geduldsspiel.

The Ugly

Ganz Schlechtes am Tolino Vision läßt sich nicht finden. Ja, es ist ein Android-Gerät. Ja, es ist in ein DRM-verseuchtes Ökosystem eingebettet. Wer sich damit aber abgefunden hat (und diese Gewissensentscheidung steht unabhängig vom Tolino an, die hängt am Gerätetyp, nicht an der Marke), wird mit keinen ernsthaften Schwachstellen konfrontiert.

Ich mag meinen Tolino. Und bezüglich der Mumie hatte ich Recht. (Was den Herrn Minirat zu der trockenen Bemerkung veranlaßte: Das beruhigt mich aber, daß Du Kinderbüchern intellektuell noch gewachsen bist.)

 

A1: Bye bye VoIP

Heute wars in der Post: A1 stellt mit Ende Juli das VoIP-Service „A1 over IP“ ein, eines der sinnvollsten, modernsten und intelligentesten Zusatzpakete, die man einem A1-Privatkunden je anbieten konnte.

Ich selbst nutze das Ding seit Mai 2009 und war immer begeistert davon. (Einzelne technische Probleme, die ich 2009 geschildert habe, sind längst Vergangenheit, alles flutscht.) Was hats gemacht? „A1 over IP“ hat die Sprachtelefonie von der physischen SIM-Karte entkoppelt. Ich konnte über jedes mit dem Internet verbundene Endgerät (Handy, Tablet, PC, Laptop) Anrufe auf meine Handy-Nummer entgegennehmen - und genauso zum ganz normalen Sprachtarif aktiv wegtelefonieren, wobei dem Angerufenen die vertraute Handy-Nummer angezeigt wurde. Das hatte nicht nur den Vorteil, daß ich von meinem Diensthandy aus Privatanrufe durchführen konnte, ohne die Dienstnummer preiszugeben. Ich konnte auch im Ausland ohne Roaming-Kosten im WLAN des Hotels telefonieren. Ich konnte für einen Tag ein anderes Telefon verwenden, ohne die SIM-Karte wechseln zu müssen (was besonders hilfreich ist, wenn die Telefone unterschiedliche SIM-Formate erwarten). Ich war unabhängig davon, wo mein Handy gerade herumlag, weil sowieso immer auch drei andere Geräte „auf Empfang“ waren. Kurz: „A1 over IP“ war feinste, hochmoderne Technik, mit der wir von A1 dem Markt weit voraus waren.

Der Grund der Einstellung läßt sich unschwer erahnen. Im Info-Mail steht unter anderem: Produkte, die […] nur mehr wenig genutzt werden, bieten wir nicht mehr an. Die Kunden werdens uns wohl nicht aus der Hand gerissen haben. Und auch dafür gibts einen Grund, den ich schon 2009 im oben verlinkten „Entdeckungsartikel“ erwähnt habe:

Es braucht einen in Wien lebenden Italiener in einem mit finnischem Geld bezahlten amerikanischen Forum, um mir die Produkte meiner eigenen Firma nahezubringen …

Es hat einfach nie jemand davon geredet. „A1 over IP“ war nirgendwo zu entdecken, nicht auf der Homepage, nicht in der Werbung, nicht in Prospekten. Klar auch … wer verwendet denn heutzutage auch schon Endgeräte wie Tablets, auf denen sich sowas perfekt nutzen läßt? Wer hat denn schon Interesse daran, eine zweite Nummer auf einem Handy mitzuverwenden? (Habe ich schon erwähnt, daß „A1 over IP“ auf etablierten Industriestandards aufsetzte und sich auf den meisten Betriebssystemen sogar ohne Zusatzsoftware nutzen ließ, weil die entsprechenden Funktionen im Auslieferungszustand alle schon vorhanden waren?)

Tja, vorbei ist vorbei. Einen Ersatz von einem anderen Anbieter kann es nicht geben, weil der wesentliche Punkt von „A1 over IP“ ja die perfekte Verknüpfung mit meiner A1-Handynummer war. Es mag nette VoIP-Anbieter geben - aber keiner kriegt diese Verknüpfung hin.

Fazit: Ich bin ab jetzt, vor allem tagsüber, schwerer zu erreichen.

 

Jolla: Banana! aus den Niederlanden

Jolla Other Half Banana Wie geil! Zum ersten Mal hab ich mir Zubehör zu meinem Jolla Phone von einem Dritthersteller gekauft. Wobei, Dritthersteller: Er heißt Dirk, wohnt in den Niederlanden und hat einen 3D-Drucker. Zum ersten Mal hat er im Oktober 2013 Aufmerksamkeit erregt, wie er mit der Planung einer Hardware-Tastatur fürs Jolla Phone begonnen hat. (Das Ding hat er dann tatsächlich gebaut und in einer Kleinserie verkauft.)

Heute betreibt er einen schnieken kleinen Webshop und gibt den bunten „Other Halves“ aus seiner Manufaktur so klingende Namen wie „Pretty in Pink“, „Freshly Cut Grass“ oder eben „Banana!“. (Außerdem hat er einen leicht schrägen Humor, der mir sehr gut gefällt. *gg*) Zu haben sind die selbstgedruckten Plastikschalen entweder einfach nur so (also Farbe aus Plastik) oder mit einer zu Qi-Pads kompatiblen Elektronik zum drahtlosen Laden des Akkus.

Ich hab mich für die einfache Variante entschieden. Das war mir Abenteuer genug, schließlich hatte ich noch nie im Leben ein Ding aus einem 3D-Drucker in meinen Händen. Fazit:

Das Gelb ist genauso knallig, wie Dirk es auf seiner Website anpreist. Ein absolutes Muß zum schwarzen Jolla Phone! :) Der Kunststoff aus dem 3D-Drucker kann sich nicht mit dem industriell gefertigten vergleichen: Die „Banana!“ wirkt stellenweise grob, es fehlen die feinen Effekte (zB die Rundung an der Seite), auch die Knöpfe am Rand des Geräts sind wegen des etwas dickeren Materials schwerer zu erreichen. Negativ ist das alles aber gar nicht, im Gegenteil: Die neue Rückseite liegt gerade wegen ihrer nicht ganz so perfekten Struktur weicher in der Hand, fast ein bißchen wie Holz. Daß das Cover materialbedingt leicht transparent ist und die hellen Teile der Elektronik erahnen läßt (inklusive des Jolla-Schriftzugs am Akku), ist ebenfalls eher charmant als störend.

In jedem Fall, 3D-Drucker hin oder her, sitzt die Other Half aus den Niederlanden genauso perfekt am Handy wie die Originale von Jolla. Das ist dann doch wichtig …

Einzige Warnung direkt von „Funky Other Half“: Nicht in der Sonne liegen lassen, das verwendete PLA verliert bei Hitze seine Form. Laut Wikipedia wirds ab ca. 50° gefährlich.

Danke, Dirk, für das coole neue Spielzeug! Was gönn ich mir als nächstes? „Pretty in Pink“? „Glow in the Dark“? „Chameleon“? :)