Meine zweite Song Contest Veranstaltung: Orchester, Kugelballet, Serbien
Zum zweiten Mal in meinem Leben hab ich heute eine Song-Contest-Veranstaltung live erlebt: Es war die Probe zum ersten Semifinale, die sogenannte „Juryshow“. 50% der Punkte wurden heute bereits von den Jury-Mitgliedern vergeben, die restlichen 50% bestimmt morgen das Televoting. Außerdem wird die Aufzeichnung von heute morgen „eingeschnitten“, falls technische Probleme die Live-Übertragung stören sollten.
Es ist tatsächlich beeindruckend, was da so auf die Beine gestellt wurde. Die Bühne ist zur Abwechslung wirklich wieder einmal eine Bühne und nicht bloß ein Boden, hinter dem LED-Wände eine Bühne simulieren. Von der Decke tanzen Kugeln und erwecken das heurige Song-Contest-Logo quasi in 3D zum Leben. Conchita eröffnet die Show unter tosendem Applaus und sichert sich die Sympathien aller, die sich beim Contest wieder ein Orchester wünschen (wozu ich ausdrücklich nicht gehöre).
Auch wenn, wie bei diesen Proben üblich, nur die Sitzplätze gefüllt und die Hälfte der Stehplätze frei waren: Es ist unbeschreiblich, wie viel Lärm begeisterte ESC-Fans machen können. Das tun sie vor allem, wenn die serbische Sängerin Bojana Stamenov ihren Stampfer „Beauty Never Lies“ singt. Nicht, daß der Song irgendwas könnte … aber Bojana hat mit ihrer Bühnenpräsenz die Halle von der ersten Sekunde an im Griff. Daß ihre Performance tiefster Euro-Trash im schönsten Sinn des Wortes ist, ist dabei äußerst hilfreich - genauso wie der von Charlie Mason (einem Mit-Autor von „Rise Like a Phoenix“) geschriebene Text, der mit Zeilen wie den folgenden aufwartet:
Finally I can say, Yes, I’m diff’rent, and it’s okay! Here I am!
Auch meine Lieblinge, Loïc Nottet und Voltaj, haben mich nicht enttäuscht. Tatsächlich hatte ich zu „De La Capăt“ auch in der Stadthalle ein paar Tränchen verdrückt. Es ist einfach zu schön. Natürlich kommt keiner der beiden Songs an den Party-Faktor von „Beauty Never Lies“ heran, die Reaktionen des Saalpublikums waren absolut nicht vergleichbar.
Am Ende hätte ich am liebsten mein Handy gezückt und angerufen, so enthusiasmiert war ich. Ging natürlich nicht. War ja nur Probe. Ein Mal noch schlafen. :)
Ach ja: Und Grüße von Helga hab ich ausgerichtet bekommen von Plattenbau-Tim. (Der war damals kurz vor oder nach Penthouse-Paule.) Wie klein die Welt doch wird rund um den Song Contest. *LOL*


