Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Überall Ausländer

Weil der Nachmittag schon so dekadent begonnen hatte (Hugo@Mahue) und weils grad so viel zu feiern gibt, verbrachten wir den Abend wieder mal beim Plachutta. (Ich sag ja immer: Haupsache regional und saisonal! - Regional? Der Fjordlachs? - Na des wird scho a a Region sein, wo der herkommt.)

Hauptattraktion genau wie auf der Mariahilfer Straße: die vielen Ausländer, vor allem das Paar am Nebentisch. Durch die Speisekarte hatten sich die beiden Deutschen noch mittels Smartphone geschummelt. Für die spontanen Zusatzfragen des Kellners bei der Bestellung aber hätte man halt schon ein bißchen lernen müssen, gell?

Kellner:

„In die Suppe hätten S' gern Nuderln oder Frittaten?“

Gast:

„Was sind Frittaten?“

Kellner:

„In dünne Streifen geschnittene Pfannkuchen.“ (Das klang ziemlich auswenig gelernt.)

Gast:

„Ja, dann diese …“

Kellner:

„… Frittaten. Zum Weißen Scherzel darfs vielleicht a Semmelkren sein?“

Gast:

„Was ist Semmelkren?“

Kellner:

„Da werden kleine Weißbrotstücke in Suppe und Milch eingeweicht und unter den Kren gerührt.“ (Das klang wieder ziemlich auswenig gelernt.)

Gast:

„Was ist … Kren?“

Kellner:

„Meerrettich.“ (Ups! Er hatte oben einen Teil seines Textes vergessen.)

Sehr fein wars. Und mein Steak … Mjamm! (Gruß an Conny - Du hättest von meinem Blattspinat kosten können.) Beim Heimfahren ein Wiedersehen mit Herrn Victor. Wassn schöner Abend. ;)


ESC 2015: Building Bridges

Israel und der Libanon beim Song Contest 2015Israel hat zum Eurovision Song Contest in den letzten Jahren nicht wirklich viel Nennenswertes beigetragen. Das ist im Grunde auch heuer nicht anders: Die einzige Leistung von Nadav Guedj mit seinem Song „Golden Boy“ besteht darin, die Mitte des schmalzgetränkten zweiten Semifinales mit einem Uptempo-Mitklatschsong aufzulockern. Außerdem bringt er mit seiner Tanztruppe ein bißchen Testosteron auf die Bühne, was dem Bewerb auch nicht schadet. Das wars dann aber auch schon, der Song selbst trägt nicht weit. (Wer sich ein aktuelles Bild über den Stand der Bemühungen machen möchte: Hier ist das Video von der heutigen Probe.)

Erwähnenswert wird die Teilnahme Israels durch die anschließende Pressekonferenz. Ahmed aus dem Libanon hat da nämlich eine Frage:

Pressekonferenz der Delegation aus Israel

Könnte man die Szene noch in die Bühnenshow einbauen, wäre der Beitrag vielleicht noch zu retten. ;)


Köln must have run out of Knollnasenmännchen

Mariahilfer Straße mit #idaho Straßenbemalung Es sollte der traditionelle Friesenhof-Hugo auf der Mariahilfer Straße werden. Ein bißchen Leut schaun, ein bißchen dekadent sein, ein bißchen Eis essen … und ein bißchen an Conny denken und ein Schlückchen auch auf ihr Wohlsein trinken.

Jedoch: Oida!!?? Köln must have run out of Knollnasenmännchen … and Wien will run out of Prosecco in no time. Zugehen tuts, als hätte die FPÖ alle M/M-Ampelpärchen demontiert und in einer großen Duftwolke in die Fußgängerzone entlassen. Tausende kleine Pinocchios mit H.C. Strache als Meister Geppetto. Sogar der kleine Herr Wachtmeister (Pausback!) hatte einen ausgeprägteren Hüftschwung als seine Kollegin. *LOL*

Besonders putzig wirkte die Szenerie, wenn man auf die Details achtete: Rund die Hälfte der entlaufenen Kölner Paare zog schnittige Köfferchen hinter sich her. Die waren wahrscheinlich gerade am Westbahnhof angekommen und flanierten in Richtung Hotel. Außerdem fiel die babylonische Sprachverwirrung auf: Französisch, Norddeutsch (das klingt ja sowieso immer ein bißchen schwul), Englisch, Rumänisch, irgendwas mit vielen Zischlauten, … Aber riachn tuats guat. ;)

Dort, wo die Ampelpärchen noch in rot und grün leuchten, an der Kreuzung Amerlingstraße/Mariahilfer Straße, fotografierte Amnesty International Passanten mit dem bunten „Intoleranz macht schiach“-Schild (das für die zischlautenden Besucher auch in der internationalen Fassung auflag: „Respect Diversity“). Im „gerade nicht mehr Baustellenbereich“ vor dem Gerngross grüßt sogar eine #IDAHOT-Straßenmalerei zum 17.5. die die angekommenen Gäste. Do schaugst mit di Augn.

Es ist fast, als hätte jemand Life Ball und Song Contest in der gleichen Woche stattfinden lassen. :D