Die verwunschene Straße
Die Straße, in der meine Eltern wohnen, wurde von Hundebegleitern mal die verwunschene Straßegenannt. Das ist nicht so weit hergeholt: Ein Großteil der Einfamilienhäuser steht am Hang über dem Gehsteig, versteckt hinter jeder Menge Pflanzenwildwuchs. Daß die Häuser selbst auch nicht mehr so ganz taufrisch sind, trägt ebenfalls zum Dornröschen-Charme bei.
Sitzt man in einem dieser „verwunschenen Häuser“ auf der Terrasse, wirkt die Sache natürlich wesentlich freundlicher: Die Sonne scheint, die tiefer liegenden Gebäude gegenüber stören den Blick zum Horizont nicht, dafür schützen Gebüsch und Gebäum vor den Blicken der Nachbarn (und ein bißchen vor der einzigen potentiellen Lärmquelle, der Straße ums Eck). Normalerweise kenne ich das so. Heute nicht. Ein plötzlich hereinbrechender Frühling lockt nämlich Mensch und Hund in den Garten, bevor die Pflanzenwelt noch ihren Vorhang zugezogen hat. Ein für mich ungewohntes Bild: Überall Blüten, lautes Vogelgezwitscher, das Biotop plätschert gemütlich vor sich hin … aber ich seh den Nachbarn durchs Fenster ins Wohnzimmer bzw. der Familie gegenüber in den Garten. Büsche und Bäume erstrahlen in allen möglichen Farben, nur das satte Grün des üblichen Sichtschutzes fehlt.
Macht aber gar nichts. Ich hab trotzdem fast den ganzen Tag draußen verbracht, mit dem Hund Kaufmannsladen gespielt („Tausche Steckerl gegen Kexi“), einen ordentlichen Heuschnupfen aufg'rissen (Xyzall hab ich mit, keine Sorge!) und sogar rosa Bäckchen bekommen von der vielen frischen Luft. Zwischendurch ein Marillenfleck vom Jindrak mit einem Häferl Kaffee … so muß Wochenende! ;)
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