Die Kunst nährt ihren Mann
Ich weiß ja gar nicht, ob ichs erzählen darf, immerhin gibt die Geschichte Einblicke ins Leben und Schaffen bekannter Künstler, nur halt quasi hinter der Kulisse. Andererseits: ich hab die ganze Show gerettet heute! Naja, machen wirs so: Ich anonymisiere.
Da sitze ich also im Waschkuchlgwand (die Hose mit dem Loch an der Beule und das Hemd, das als einziges auf der Welt diese Farbe hat) vorm Computer und warte auf den Pizzaflitzer. Plötzlich hör ich mein Handy klingelingeln. Es ist der bekannte Bühnenkünstler - ahm, nennen wir ihn H. Die ersten paar Sätze versteh ich gar nicht, so aufgeregt ist er. Wer bekommt ein Kind? Nein. Es stellt sich heraus: Er ist in einer ebenfalls bekannten Spielstätte unweit meines Lofts und mußte beim Soundcheck feststellen, daß die CD sich nicht abspielen läßt. (Dabei hat er die doch mit einem Apple gebrannt. Sowas aber auch …)
Ob ich nicht und überhaupt und es wär so nett von mir und - Wie bitte?! WTF? Ich soll eine CD brennen für ihn? Wann hab ich das zum letzten Mal gemacht? 1985? Keine Zeit zum Nachdenken. Was in den nächsten 3½ Minuten ablief, hab ich nur mehr bruchstückhaft in Erinnerung: Passwort übers Telefon diktieren lassen, Audio-Tracks von einem Schweizer Server saugen, Wäsche in den Trockner, Brennprogramm verfluchen (Dateien nicht für ein Audio-Medium geeignet
), zweites Brennprogramm installieren, Pizzamann abfertigen, dreckiges Pizzamann-Grinsen mit nochmal extra Trinkgeld belohnen, Audio-CD brennen, Pizza in die Küche stellen, CD testweise in die Stereoanlage schieben (wann lag da zum letzten Mal eine CD drinnen? 1985?), …
H. hat derweilen auf 17 bei Ellena's Liebesnestchen gewartet und sich erst von mir in den Lift dirigieren lassen, wie der Pizzamann fort und die CD fertig geprüft war. Dafür hat er - und das fand ich ganz bezaubernd - als Dankeschön ein Päckchen Süßes mitgebracht. Unter anderem war darin der oben abgebildete Clown. Was für eine passende Anspielung. :)
Ja, wie auch immer: Aufregend wars (jedenfalls für H.) und ich hatte was zum Essen. Was Feuriges und was Süßes. Die Kunst nährt ihren Mann. Mjamm!
(Und?! Ist dann alles gut gegangen?!)
16 Kommentare - Kommentar verfassen


