11.9.: Der Terroranschlag um 13 Millionen Dollar
Die Welt gedenkt des brutalen Terrors vom 11. September. Mindestens 3.000 Tote, wahrscheinlich wesentlich mehr. Folteropfer. Menschen, die vom Erdboden verschwunden und nie wieder aufgetaucht sind.
Erst Jahre nach diesen terroristischen Anschlägen hat sich immer deutlicher herausgestellt, wer hinter ihnen steckte, wie akribisch sie über lange Zeit vorbereitet waren und welche Unsummen an Geld in die Aktion geflossen sind: Der amerikanische Geheimdienst CIA hat über drei Jahre hinweg insgesamt 13 Millionen US-Dollar aufgewendet, um die Anschläge vorzubereiten und die Akteure zu unterstützen. Trotz des enormen Budgets war die unter dem Namen Project FUBELT geführte Operation so geheim, daß weder der amtierende Außenminister noch der Verteidigungsminister eingeweiht wurden. Selbst die betroffenen US-Diplomaten und CIA-Chefs im Ausland blieben im Vorfeld uninformiert.
Um 6:20 des 11. September 1973 begann dann der von den USA unterstützte Putsch mit einem Anruf der chilenischen Militäts beim demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende. Schon wenige Stunden später hatten die Putschisten unter General Augusto Pinochet Radiosender, Wohngebiete und den Präsidentenpalast bombardiert und Regierungsmitglieder verhaftet. Bis 14:00 Uhr dauerte der Spuk - dann nahm sich Salvador Allende das Leben. Augusto Pinochet regierte Chile von da an mit Unterstützung der USA bis zu seinem Tod im Jahr 1990. Henry Kissinger erklärte die Notwendigkeit der Korrektur des demokratischen Wahlergebnisses mit den einprägsamen Worten: The issues are much too important for the Chilean voters to be left to decide for themselves.
Die Anzahl der Toten ist tatsächlich unbekannt. 3.000 gelten als wahrscheinlich, die meisten davon unmittelbar nach dem Putsch. Amnesty International schätzte die Opferzahl der Militärdiktatur sogar auf 30.000.
Es ist für mich immer wieder rührend zu sehen, wie die Vereinigten Staaten von Amerika (und mit ihnen die ganze westliche Welt) als Hüter von Demokratie und Freiheit nun jedes Jahr am 11. September des Terrors und seiner Opfer gedenken - und zwar trotz der unrühmlichen Rolle, die sie selbst dabei spielen. Das nenne ich gelungene Vergangenheitsbewältigung. Hut ab!
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