Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Nokia N9: Das GNU/Linux Feature Phone

Das Nokia N9User zdanee auf t.m.o. schreibt über das N9:

N9 can be the slut girl of the […] family who runs with the cool guys and puts her legs apart to them

Tatsächlich: In der elitären Maemo-Familie ist das soeben vorgestellte N9 das billige Flittchen. Es soll die Massen anlocken … und tut offenbar genau das. Sogar amerikanische Sites wie engadget, die sonst eher im unteren Marktsegment zuhause sind und iPhone-Gerüchte besprechen, widmen dem neuen Gerät Lobeshymnen (im Fall von engadget sogar ein eigenes Editorial).

Taugt das Telefon mit Maemo 6 wirklich was? Ganz objektiv lassen sich zwei Dinge sagen:

  1. Ich kanns nicht beurteilen, weil ichs noch nicht verwendet habe.
  2. Es muß jedenfalls den Vorgänger N900 und das (laut Namensschema) bisher leistungsstärkste Modell, das N8, übertreffen.

Zumindest Punkt zwei läßt sich aus der Ferne anhand der vorliegenden Informationen überprüfen. Mal sehen, was wir wissen:

Feature N9 N8 N900
Prozessor ARM Cortex A8 1GHz ARM 11 680MHz ARM Cortex A8 600MHz
RAM 1 GB 256 MB 256 MB
Massenspeicher 16GB oder 64GB 16GB 32GB
Bildschirm 3,9", 854x480 3,5", 360 x 640 3,5", 800 x 480
Kamera 8MP 12MP 5MP
SD-Karte
USB On The Go
Tastatur
HDMI Out
NFC
UKW Empfänger
UKW Sender
Infrarot Fernbedienung
Desktop-Widgets
Kamera-Auslöser (Hardware)
Stereo-Lautsprecher
Zwei Mikrophone
Zugänglicher Akku
Flash Support im Browser
Programme in Foldern organisieren
Kompaß
3G Video Calls

Das sieht nicht wirklich gut aus für das N9. In manchen Punkten wird es vom S40-basierenden Nokia C3, ja teilweise sogar vom iPhone übertroffen. Was ist es also, was das überwiegend positive Echo in den wenig Technik-affinen Medien wie engadget auslöst? Der Bildschirm ist gewölbt und man kann drüberwischen. Außerdem empfinden viele Menschen das Telefon als „schön“. Das ist bei einem Gerät, das in der Hosentasche lebt, offenbar besonders wichtig (und tröstlich, wenn man die auf der SD-Karte des Fotoapparats befindlichen Fotos nicht zum Weiterbearbeiten und Verschicken draufbekommt).

Wie schon früher erwähnt: Ich mecker hier jetzt affig rum, werde aber jeden Preis zahlen, den Nokia dafür verlangt. Immerhin ist es das einzige Telefon am Markt, das wirklich mit GNU/Linux als Betriebssystem läuft. Für viele der Anwendungsfälle, die ich bisher mit meinem N900 (oder sogar mit dem C7) erledigt habe, muß ich mir aber dann eine andere Lösung einfallen lassen.

Wer Lust und Laune hat, sich ein eigenes Bild zu machen, hier gibts ein paar handverlesene Links dazu: