Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

Plachutta

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Und weiter geht's: Plachutta kümmert sich ums Abendessen. Gut macht er das. Man ist ja auch mit den einfachen Dingen zufrieden, wenn sie fein zubereitet sind. *anspruchslos guck* :)

Nächster Programmpunkt bei den Festspielen

Päckchen zum GeburtstagDie Festspiele erreichen einen weiteren Höhepunkt. Batteriebetriebene Gummibärenchöre kündigen eine Flut oranger Päckchen an.

Ich weiß jetzt, daß es wissenschaftlich fundierte Sekundärliteratur zu Ralf König gibt. Und dann kam das Fürchten auf den Tisch. Was es alles gibt auf der Welt!

Applaus, Applaus, Applaus! Und: Weiter so! Die Festspiele sind noch nicht zu Ende! ;)


Hernals: Der männlich kodierte Raum

Chrstian Messner: Textile TexteVor einiger Zeit haben Lausbuben den Alszauberbrunnen am Elterleinplatz verunstaltet, an dem ich fast täglich vorbeigehe. Dachte ich wenigstens. Stutzig wurde ich, nachdem ich nach einigen Tagen feststellen mußte: Die MA48 hat die Fetzen dort immer noch nicht weggeräumt. Ganz im Gegenteil: Rundherum lagert sich immer neuer Abfall ab.

Seit heute weiß ich: Das ist Kunst und wird von mir bezahlt. Tatort Hernals nennt sich das Ding insgesamt, und die - wie soll ich sagen? - „Installation“ (?) am Elterleinplatz läuft unter dem Titel Textile Texte. Das alles wäre ja eigentlich nur zum Kopfschütteln. Richtig zum Schenkelklopfen wirds dann aber, wenn man die (unbedingt notwendige!) Erklärung zu der ganzen Aktion im Internet liest. Ich zitiere Auszugsweise:

„Urban knitting“ - das Umstricken von Strassenmasten [sic!], Laternen, Fahradständern [sic!] und anderen Teilen im öffentlichen Raum - ist eine Antwort auf die entmenschlichte Qualität urbaner Umgebung, dem anonymen Einheitsbrei von grau in grau, in dem jede/r temporär zu Gast ist aber keine bleibenden Spuren zurücklassen darf. Die Farbflecke sind Irritationen und regen zum Nachdenken darüber an, wie die Stadt aussieht, und wie sie aussehen könnte.

Menschen gestalten den öffentlichen Raum und nehmen Platz ein. Indem die Künstlerinnen Objekte einstricken, einknüpfen oder einwickeln, erobern sie den primär männlich kodierten öffentlichen Raum.

Textile Gestaltungsschwerpunkte sollen an öffentlichen Knotenpunkten des Bezirkslebens gesetzt werden.

Abgesehen davon, daß Leerfloskeln wie „zum Nachdenken anregen“ mich mittlerweile ebenso zum Zuschlagen anregen wie „am Ende des Tages“ und „Markenwerte“ … Wieso können diese sogenannten „Künstlerinnen“ nicht einfach sagen, was sie wollen, wenn ihr „Kunstwerk“ schon nicht selbsterklärend ist? Im Idealfall müßt man ja dran vorbeigehen und sich dann irgendwie denken: „Ah! Aha! Ja, wenn man die Sache so sieht …“. OK, das können die nicht, dazu fehlt ihnen die künstlerische Begabung. Dann sollen sie doch, bitte, einfach einen Artikel im Bezirksblatt schreiben. Oder besser: schreiben lassen (siehe Zitatsammlung oben - schreiben gehört auch nicht zu ihren Stärken). Und: Was heißt eigentlich primär männlich kodierter öffentlicher Raum? In welcher Welt leben die? Wenn sie was sagen wollen, sollten sie nicht eine Sprache verwenden, die das p.t. Publikum auch versteht?

Apropos p.t. Publikum: Dieses besteht am Elterleinplatz nun mal (und das soll nicht abwertend klingen, ist halt einfach so) aus der sich täglich dort versammelnden Langzeitarbeitslosigkeit des Balkans. Ich glaub die sitzen dort, schauen den Künstlerinnen beim Umkodieren des öffentlichen Raums zu und denken sich schmunzelnd: „Na schau. Jetzt haben auch die österreichischen Frauen begriffen, daß sie als Automechaniker nicht glücklich werden. Stricken liegt ihnen doch viel mehr. Sie müssen zwar noch viel üben, wie man sieht, aber irgendwann wird ein Mann daran seine Freude haben.“

Mr. Blue, your turn. *LOL*