Nokia: Panic Mode
Seit Stephen Flop am 11. Februar die Abkehr von Qt, MeeGo und Symbian verkündet hat, hat Nokia mit einigen massiven Problemen zu kämpfen. Einerseits hat der Kapitalmarkt den Finnen das Vertrauen entzogen: Knapp 28% hat die Aktie seither an Wert verloren, fast alles davon innerhalb der ersten drei Tage. (Zum Vergleich: In der Zeit um die Einführung des N900, ab den ersten inoffiziellen Tests im Internet, ging der Kurs um 30% nach oben.)
Zum anderen kommt es zu einem Brain Drain, vor allem Richtung Intel: Der Chip-Hersteller hat ausdrücklich ausrichten lassen, frustrierte Nokia-Entwickler gerne bei sich aufzunehmen. Valtteri Halla ist offenbar nicht der einzige Key Player, der das Angebot dankbar angenommen hat.
Es macht den Eindruck, als hätte man nichts davon vorausgeahnt und würde nun verzweifelt in alle Richtungen rudern, um das Schlimmste zu verhindern:
Für MeeGo-Entwickler gibt es nun einen saftigen 50%-Bonus, wenn sie zumindest bis Jahresende bei Nokia bleiben. Gleichzeitig beginnt man plötzlich und unerwartet mit der Entwicklung einer MeeGo Developer Edition für das N900. (Zur Erinnerung: Früher hieß es immer, die Portierung aufs N900 würde sich nicht lohnen und könne, wenn überhaupt, von der Community vorangetrieben werden.) Diese Developer Edition (DE) ist eine völlig unkoordinierte Aktion, auf die sich niemand so recht einen Reim machen kann: Wozu jetzt? Es gibt ohnehin das (funktionierende) Hardware Adaptation Project, ein Nachfolgegerät fürs N900 soll ja auch kommen … keiner weiß, was die Motivation hinter der „DE“ sein könnte - außer Panik.
Professionell wirkts nicht, was die Führungsriege um den häßlichen Mann aus Nordamerika derzeit abzieht. Man kann sich nur zurücklehnen und zuschauen, solang das eigene N900 noch funktioniert. Erst wenns das nicht mehr tut, sollte der Markt, bitteschön, wieder ein vernünftiges Smartphone auf Basis freier Software geboren haben. Ob Nokia oder nicht ist ja völlig wurscht. Ich kauf mein MeeGo-Handy auch gern von LG oder Samsung. ;)
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