Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

3.10.: Day Against DRM

3. Oktober: Day Against DRMPeter Lee, ein Manager bei Disney, wird mit dem Ausspruch zitiert:

If consumers even know there's a DRM, what it is, and how it works, we've already failed.

Jeder Kampf gegen Digital Restrictions Management (DRM) muß also bei einem Punkt ansetzen: die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema DRM zu lenken. Die Aktionistengruppe defectivebydesign hat dies erkannt und macht den 3. Oktober zum Tag gegen DRM. Über ihre Website sammeln die Aktivisten Ideen für diesen Tag. Ihr Plan:

Action gets attention, and creates space for debate. And as our friends at Disney recognize, if there is a debate, we will have won.

Ich würde mich freuen, wenn das Thema DRM auf diesem Weg wieder den Einzug in die Mainstream-Medien findet.


Unterrichtsmappe zum Thema „Lobbying“

Ausgerechnet der Verband der österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) bietet Österreichs Schulen unter dem Titel „Ideen sind etwas wert“ Unterrichtsmaterialien zum Thema „geistiges Eigentum“ an. Das ist in etwa so, als hätte die OMV eine Unterrichtsmappe über erneuerbare Energien im Angebot - man würde davon ausgehen, daß sie nicht all zu häufig nachgefragt wird.

Anders beim Projekt „Ideen sind etwas wert“: Laut ORF wurden die Unterlagen etwa 3000 mal angefordert. Das mag unter anderem daran liegen, daß das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kunst von Frau Minister Gehrer in diesem Fall Projektpartner ist und das Unterrichtspaket vom Ministerium wohlwollend unterstützt und in Fachpublikationen beworben wird.

Mir platzt langsam der Kragen. Ich kann das Gejaule vom sogenannten „geistigen Eigentum“ nicht mehr hören. Die Unverschämtheit, mit der nun sogar Kinder diesem Propagandamaterial der Lobbyisten preisgegeben werden, ist beispiellos. Mit keinem Wort werden Lizenzmodelle wie CC erwähnt; es fehlt jeder Hinweis auf Musikportale, die ohne Digital Restrictions Management (DRM) arbeiten; die grundsätzlichen Gefahren der weiteren Einschränkung der privaten Nutzungsrechte zugunsten immer weiter reichender Verwertungsansprüche werden nicht einmal andiskutiert. Der Artikel „Unterricht mit der Musikindustrie“ in der ORF-Futurezone zeigt recht gut auf, wo die gröbsten inhaltlichen Schwächen des Pakets liegen.

Frau Gehrer, was denken Sie sich eigentlich dabei, wenn Sie die Verteilung derartiger Machwerke an Österreichs Schulen nicht nur erlauben, sondern sogar fördern?