Oskar Welzl: Weblog zur Homepage

bonanzaMARGOT meinte am :
der eine ist immer nur so stark, wie es seine gegner erlauben. 
ossi1967 antwortete am :
Das ist ein sehr vereinfachender Spruch

Denn: Die meisten Gegner hat man ja vorsorglich eingesperrt und ihnen damit ihre Stimme genommen.

 
bonanzaMARGOT antwortete am :
die wahrheit ist, dass erdogan tatsächlich eine knappe mehrheit in der türkei hat. gerade das macht es, finde ich, unerträglich...
man hätte ihn längst stoppen müssen. umso mehr er seine macht manifestierte, desto schwieriger wurde es, ihn zu entmachten. das ist tragisch. die deutschen kennen einen ähnlichen fall aus ihrer geschichte...
erdogan ist keinesfalls blöd. er wird unterschätzt - was (auch) der arroganz der menschen geschuldet ist, welche sich zu den intellektuellen zählen... und glauben, kultur ohne sie ginge nicht.
ich hoffe für die türkei, dass es zu keinem bürgerkrieg kommt.
ein problem ist immer auch, dass die opposition nicht zusammenfindet, sondern aus vielen unterschiedlichen parteien/gruppen besteht. 
ossi1967 antwortete am :
Natürlich ist er nicht blöd

Ganz im Gegenteil. (Wobei ich auch nicht wirklich glaube, daß er so sehr unterschätzt wird. Es hat nur manchmal etwas sehr Befreiendes, sich über Menschen wie ihn oder Putin oder Trump lustig zu machen.)

Das mit den angeblichen Mehrheiten im Land ist so eine Sache. Einerseits kommen gerade die parlamentarischen Mehrheiten in der Türkei durch ein absurdes Wahlsystem zustande, das das Aufkommen neuer Oppositionsparteien praktisch unmöglich macht. Man kann zu den gerade in den letzten Jahrzehnten in Österreich und Deutschland entstandenen neuen Parteien inhaltlich geteilter Meinung sein. Unbestritten ist jedoch: Wer hierzulande mit Partei A nicht mehr viel anfangen kann, findet relativ leicht Alternativen in Partei B, C oder D. In der Türkei ist allein die Gründung einer zur Wahl zugelassenen Partei in riesengroßes finanzielles Abenteuer. Eine neue Partei zu wählen ist für den Wähler ein noch viel größeres Risiko: Es gibt eine 10%-Hürde für den Einzug ins Parlament. Laut FAZ entfielen z.B. 2002 über 45% der Stimmen auf Parteien, die am Ende den Einzug ins Parlament nicht schafften. (Der vollständige Artikel ist hier.)

Andererseits gibt es zumindest beim aktuellen Referendum wieder genügend Hinweise auf grobe Wahlmanipulation. Da darf man sich fragen, was die Mehrheit denn tatsächlich will.

Daß die Opposition wahrscheinlich zu lange den Ernst der Lage nicht erkannt hat, mag stimmen. Das kann ich nicht beurteilen, die früheren Jahre Erdoğans hab ich nicht verfolgt. Ich kann mich nur erinnern, daß er zunächst als moderater, pro-westlicher Politiker gefeiert wurde, der auch ein Garant für die Einhaltung der Menschenrechte zu sein schien. Immerhin stand er ja kurz davor, den Kurdenkonflikt in den Griff zu bekommen. Es war die AKP, die die über Jahre bestehende Unterdrückung der kurdischen Srache und Kultur schrittweise lockerte. Zum Beispiel war es in der Türkei seit kurz nach der Staatsgründung absurderweise per Strafgesetz (Haftstrafen!) verboten, Buchstaben wie q, w und x zu verwenden. Diese Buchstaben gibt es nämlich im Türkischen nicht, wohl aber im Kurdischen. Es war Erdoğan, der diese Gesetze gestrichen und sogar kurdische TV-Programme ermöglicht hat. Ich kann verstehen, daß ihn damals viele als Hoffnungsträger gesehen und vielleicht eine Spur zu lange den dunklen Schatten ignoriert haben, den er wirft.

 
bonanzaMARGOT antwortete am :
das problem ist: was für eine alternative gibt es zu erdogan?
das volk reagiert instinktiv und wählt denjenigen, der die macht an sich zieht.
wenn solche herrscher fallen, versinken die länder oft im chaos.
schauen wir mal, was nach z.b. assad kommt...
oder schauen wir auf ein russland nach putin... 

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